Südafrika

über das Land

Aussagen über Staat und Gesellschaft der Republik Südafrika sind schwierig. Wie groß ist das Land? Welche Gebiete gehören dazu, welche nicht?

Das Land

Offizieller Name:

Republik Südafrika

Hauptstadt:

Pretoria ist Hauptstadt und Regierungssitz, in Kapstadt residiert das Parlament. Von Januar bis Juni wird die Regierung von Pretoria nach Kapstadt verlegt.

Fläche:

1223410 km²

Geographische Gliederung:

Entlang der Küste große Randstufe, im Osten Drakensberge, im Inneren flachwellige Hochebene, im Norden Kalaharibecken, im Nordosten Kalaharibecken, im Süden Kapketten

Klima:

Subtropisches Klima

Hauptflüsse:

Oranje, Vaal, Limpopo

Höchster Punkt:

Cathkin Peak, 3360 m

Tiefster Punkt:

Meeresspiegel



Die Regierung

Regierungsform:

Parlamentarische Demokratie mit festgeschriebener Verfassung

Staatsoberhaupt:

Staatspräsident

Regierungschef:

Staatspräsident

Administrative Gliederung:

9 Provinzen

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Legislative:

2 Kammern: Nationalversammlung mit 400 gewählten Abgeordneten und Senat mit je 10 Vertretern der 9 Provinzen

Gerichtswesen:

unabhängige Gerichtshöfe, 1 Verfassungsgerichtshof

Streitkräfte:

die "Nationale Verteidigungsmacht" ist heute ein Zusammenschluß der alten SADF (South African Defence Force), der Untergrundbewegungen und der ehemaligen Homeland-Armeen.
1995 stellten Schwarze bereits ein Drittel der rund 75000 Mann starken Streitkräfte.


Die Leute

Bevölkerungszahl:

35248000 (1990)

Bevölkerung:

Schwarze 76%, Weiße 13%, Farbige 8%, Asiaten 3%

Sprache:

Seit Inkrafttreten der neuen Verfassung (1994) besitzt Südafrika 11 Amtssprachen:
Afrikaans, Englisch, siNdebele, sePedi, seSotho, siSwati, xiTsonga, seTswana, uVenda, siXhosa und siZulu.
Es wurde ein Pansüdafrikanischer Sprachenrat gebildet, der dafür sorgen soll, daß auch die anderen in Südafrika verbreiteten Sprachen respektiert werden.

Religion:

Christen ca. 80%, Hindus 1,7%, Moslems 1,1%, Juden 0,4%, traditionelle afrikanische Stammesreligionen


Die Wirtschaft

Währung:

Rand

BSP je Einwohner:

1890 US-$ (1987)

Jährlicher Zuwachs:

0,8% (1980-1986)

Handelsbilanz:

5464 Mio. US-$ (1986)

Importgüter:

Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse, chemische Erzeugnisse, Metalle

Exportgüter:

Gold, Diamanten, Uranerze, Kupfer, Mangan, Chrom, Asbest, Kohle, Wolle, Mais, Obst, Zucker, Häute, Felle, Maschinen, Textilien

Handelspartner:

USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien, Benelux-Länder, 49 afrikanische Staaten

Tageszeitungen:

24 mit einer Auflage von 1440000 (1986)


Geschichte

Knochenfunde in Transvaal schätzt man auf ein Alter von 1,5 Millionen Jahren. Vor Ankunft der ersten Europäer war das Land durch San, Khoi-Khoin und Bantu sprechende afrikanische Stämme schwach besiedelt. Nach der Entdeckung des Kaps der Guten Hoffnung durch Bartholomäus Diaz 1488 dauerte es noch fast 200 Jahre, bevor die ersten weißen Siedler unter Jan van Riebeeck an Land gingen, um eine Versorgungsstation für die Niederländisch-Ostindische Handelsgesellschaft einzurichten. Den ersten Siedlern - worüber die Nachfahren vielfach bis heute nicht gerne reden - wurde eine Prämie bezahlt, wenn sie eine Hottentottenfrau heirateten. Die Ostindische Kompagnie hoffte, so Siedler zur Niederlassung zu ermutigen. Die Kinder dieser Ehen sind die Vorfahren des heute "Cape Coloureds" genannten Teils der Bevölkerung. Um dem Arbeitskräftemangel abzuhelfen, wurden später außerdem malaiische Sklaven und politisch Verbannte aus Batavia, dem heutigen Djakarta, und Schwarze aus Nordafrika geholt. 1688 kamen dann die ersten Hugenotten, die ihre französische Heimat aus Glaubensgründen verlassen mußten. Sie begründeten die Weintradition des Landes. Die weißen Siedler entwickelten ihre eigene Sprache, das "Afrikaans", der sie ihren Namen "Buren" (Bauern) verdankten. Mit Ausweitung ihrer Siedlungsgebiete verdrängten sie rücksichtslos die einheimische Bevölkerung.
1806 wurde das Kap zur englischen Kronkolonie erklärt. Die englische Verwaltung bemühte sich unter den damals rund 26000 Weißen, 20000 Namas und 30000 Sklaven der Kapregion die Gleichheit aller Bewohner und die Unverletzlichkeit der Menschenwürde durch eine umfangreiche Reformgesetzgebung durchzusetzen. Viele der burischen Siedler waren mit der Ankunft der Engländer und ihrer Herrschaft unzufrieden, unter anderem, weil die neuen Machthaber die Sklaverei abschafften. Also entschlossen sich die Buren, als "Voortrekker" ins Landesinnere aufzubrechen. Der große Treck begann 1835 mit von Ochsen gezogenen Planwagen, die nachts zu Wagenburgen zusammengeschoben wurden. Es war der zweite große Vorstoß der weißen Siedler ins Landesinnere. 100 Jahre zuvor waren sie in den "Kaffernkriegen" gegen die Xhosas schon einmal gescheitert. Diesmal blieben sie siegreich: Bei einem Angriff von 12000 Zulus starben 3000, ohne daß die Buren selbst Verluste hatten.
Die Voortrekker gründeten wiederholt eigene Staaten wie Transvaal und Oranjefreistaat, die aber immer wieder von den Briten übernommen wurden. Englands Drang nach Norden hatte nicht zuletzt mit den reichen Gold- und Diamantenvorkommen in Transvaal zu tun, die um diese Zeit entdeckt wurden. Die Auseinandersetzungen zwischen Buren und Engländern eskalierten und endeten 1899 schließlich im dreijährigen Burenkrieg mit einem Sieg der Engländer. Anschließend wurden die Burenrepubliken Transvaal und Oranje britische Kronkolonien, konnten jedoch ihre inneren Angelegenheiten selbst verwalten. 1910 schlossen sie sich mit der Kapprovinz und Natal zur Südafrikanischen Union zusammen. 1931 erhielt diese volle Souveränität. Als Mitte des 20. Jh. der "Wind des Wandels" durch Afrika blies und die afrikanischen Kolonien nach und nach unabhängig wurden, schrieben die in Südafrika herrschenden Buren die Kolonialherrschaft mit dem System der Apartheid fest: Das ohnehin nur beschränkte Wahlrecht der Schwarzen wurde 1936 abgeschafft, und nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die systematische Rassentrennungspolitik zur Staatsideologie auf. Die schwarze Bevölkerung bekam sogenannte Homelands zugewiesen, was de facto Ausbürgerung der Menschen und Beraubung ihrer Rechte bedeutete. Diese Politik der Apartheid bestimmte das gesamte gesellschaftliche Leben des Staates. Es war der Weg in die Sackgasse.
Südafrikas offizielle Landessprachen sind Englisch und Afrikaans. Doch tatsächlich ist das Land ein Schmelztiegel vieler Völker, Kulturen und Sprachen. In den letzten Jahren stand der Kapstaat im Zeichen des politischen Wandels. Nach Jahrzehnten des Unrechtsystems und der Ausbeutung der nichtweißen Bevölkerung wird jetzt versucht, eine neue Ordnung zu schaffen, die allen Bewohnern gerecht wird. Dies liegt nicht zuletzt auch an dem Druck der politischen Organisationen der schwarzen Bevölkerung, vor allem des African National Congress (ANC) unter dem jahrelang inhaftierten Nelson Mandela. Im Zuge der politischen Veränderung wurden nicht nur die Apartheidschilder offiziell abgeschafft, die beispielsweise Nichtweißen das Betreten von Stränden verboten oder die Benutzung von öffentlichen Einrichtungen nach Hautfarben getrennt vorsahen. Heute fahren Schwarze und Weiße zusammen in Bussen und sitzen in den gleichen Restaurants. Die entscheidende Weiche in eine demokratische Zukunft stellte de Klerk 1991 mit der umfassenden Aufhebung der Apartheidsgesetzgebung. 1994 fanden zum ersten Mal allgemeine Wahlen statt, aus denen Nelson Mandela, der als Freiheitskämpfer 27 Jahre lang im Gefängnis gesessen hatte, als Sieger hervorging.

Apartheid

1910 wurde die Südafrikanische Union gegründet, und in den folgenden Jahrzehnten wurde die schwarze Bevölkerung endgültig ins rechtlose Abseits gedrängt. Der Widerstand der Unterdrückten führte 1912 zur Gründung des African National Congress (ANC). Da den Schwarzen jegliche politische Tätigkeit verboten war, kam es unter Anwendung des Terrorismusgesetzes zu zahlreichen Prozessen, Verurteilungen, Inhaftierungen. Nach dem Sieg der National Party (NP) unter Malan 1948 wurde die Apartheid zur offiziellen Devise erklärt, und Südafrika entwickelte sich zunehmend zu einem Polizeistaat. Die Paßgesetze dienten der Schikanierung und willkürlichen Verfolgung von Millionen Schwarzen; der Group Areas Act verbot allen Nicht-Weißen, in "weißen" Stadtvierteln zu wohnen. So entwickelte sich SOWETO, wo vom Taxifahrer bis zum Professor jeder in Johannesburg arbeitende Schwarze wohnen mußte, mit bald zwei Mio. Einwohnern zur größten Stadt Südafrikas.
Der passive Widerstand unter den Schwarzen wuchs, aber auch unter den Weißen gab es entschiedene Gegner der Staatspolitik. Helen Suzmann kämpfte jahrzehntelang im Parlament für die Rechte der Schwarzen, und die von weißen Frauen betriebene Hilfsorganisation Black Sash (Schwarze Schärpe) kümmert sich beratend um die benachteiligten schwarzen Opfer des Systems.
Nach dem Massaker von Sharpeville 1960 und dem darauffolgenden Verbot des ANC distanzierte sich auch das Ausland entschieden von der Apartheidregierung. Südafrika war gezwungen, aus dem Commonwealth auszuscheiden und wurde 1961 zur Südafrikanischen Republik. Die Schwarzen wurden in als Homelands bezeichnete Siedlungsghettos abgedrängt und der wenigen Rechte als südafrikanische Staatsbürger beraubt, die ihnen bis dahin noch geblieben waren. Von nun an mußten sie täglich stundenlange Busfahrten auf sich nehmen, um als Gastarbeiter aus den sogenannten unabhängigen Staaten an ihren Arbeitsplatz in Südafrika zu gelangen. Andere lebten als Wanderarbeiter unter unwürdigen Bedingungen in den schwarzen Townships.

"Die Zeit ist schwarz." (Breyten Breytenbach)

Immer häufiger kam es zu blutigen Ausschreitungen. Nachdem sämtliche nördlichen Kolonien ihre Unabhängigkeit erlangt hatten und Südafrika keinerlei Unterstützung aus dem Ausland mehr bekam, befand sich das Land faktisch im Bürgerkrieg. Zweimal wurde der Ausnahmezustand verhängt. Die weltweiten Sanktionen, die Dürrekatastrophen und Wirtschaftskrisen sowie der zähe, später äußerst gewalttätige Widerstand der Schwarzen führten Südafrika in eine schwere Krise.
Erst als Frederick W. de Klerk an die Macht kam und in Zusammenarbeit mit dem ANC auf eine Abschaffung der Apartheid hinarbeitete, begann der Wandel zu einem demokratischen Staat. Nicht nur der Widerstand der rassistischen Rechten, sondern auch die harten Auseinandersetzungen zwischen den politischen Organisationen der Xhosa (ANC) unter dem 1990 nach 27 Jahren aus der Haft entlassenen Nelson Mandela und den Zulus (Inkatha) unter Buthelezi hielten den Prozeß auf.
Die freien Wahlen im April 1994 verliefen jedoch friedlich und schufen die Voraussetzung zum grundlegenden Wandel in Südafrika. Der ANC wurde mit Abstand stärkste politische Kraft, gefolgt von der Nationalen Partei (NP) und der Inkatha-Freiheitspartei (IFP). Der charismatische ANC-Führer Nelson Mandela wurde zum Staatspräsidenten, de Klerk zum Vizepräsidenten gewählt. Besser als Bischof Tutu kann man die Stimmung nach der Wahl nicht beschreiben:
"Eine unglaubliche Woche! Es war so, als würde man sich verlieben: Die Sonne schien heller, und die Südafrikaner sahen auf einmal viel schöner aus..."

Staat und Politik

In den ersten allgemeinen Wahlen verfehlte der African National Congress (ANC), die frühere Befreiungsbewegung, knapp die absolute Mehrheit. Zweitstärkste Partei ist die Nationalpartei, die bis 1994 die Macht innehatte und unter ihrem Führer de Klerk der Apartheidsideologie abgeschworen hatte. Sie findet auch bei den Mischlingen und Indern Unterstützung. Die Inkatha Freedom Party ist in der Provinz KwaZulu Natal, dem früheren Zulu-Reservat, tonangebend. Diese drei Parteien sind nach der geltenden Übergangsverfassung sämtlich an der Regierung beteiligt, die durch die Person des Präsidenten Mandela geprägt ist. Er hält die radikalen Kräfte des ANC im Zaum, die auf eine rasche wirtschaftliche Umverteilung und eine Stärkung der Zentralregierung drängen.
Die anderen Parteien, vor allem die Inkatha, sprechen sich dagegen für stärkere Autonomie der Provinzen aus. Südafrikas Zukunft wird davon abhängen, inwieweit es gelingt, den enormen Nachholbedarf der schwarzen Mehrheit im Wohnungs- und Bildungsbereich zu befriedigen, ohne das bewährte System der freien Marktwirtschaft in Frage zu stellen.

Chancen und Grenzen einer multikulturellen Gesellschaft

Die gemischtrassige Bevölkerung Südafrikas wurde bis vor kurzem gesetzlich in vier Gruppen unterteilt, von denen drei, die Nicht-Weißen gegenüber den Weißen benachteiligt waren. Die Nicht-Weißen rekrutierten sich aus den Schwarzen (ca. 70%), den Coloureds (ca. 10%) und den Indern (3,1%).
Inzwischen wurde die Apartheid politisch aufgehoben, praktisch ist sie jedoch keineswegs über Nacht abzuschaffen. Die Schwarzen leben noch immer in den Elendsquartieren der Homelands, ihr Bildungsstand ist extrem niedrig und die Arbeitslosenquote extrem hoch. Nelson Mandela setzt auf die Versöhnung der Rassen, aber bis zu ihrer Gleichstellung können noch Jahrzehnte vergehen.
Einigkeit besteht mit Ausnahme der Asiaten, die sich (überwiegend) zum Hinduismus oder zum Islam bekennen, in der Zugehörigkeit zu einer der christlichen Kirchen, wenn auch der alte afrikanische Ahnenkult auf dem Land noch lebendig ist. Schwieriger wird es wiederum bei der Verständigung, denn die Amtssprachen Englisch und Afrikaans werden nur den insgesamt kleinen Minderheiten der Weißen, der Coloureds und der Inder gerecht, wobei die letzteren zusätzlich fünf weitere indische Sprachen pflegen.
Die schwarze Bevölkerung teilt sich in neun ethnische Hauptgruppen mit jeweils eigener kultureller (und eben auch sprachlicher) Identität. Allein die bevölkerungsreichen Nguni-Völker sprechen Zulu, Xhosa, Swasi oder Ndebele. Der Staat berücksichtigt das Kommunikationsproblem insofern, als daß das Fernsehen in sechs, der Rundfunk sogar in elf verschiedenen Sprachen sendet.
Inzwischen besteht Einigkeit darüber, daß alle vier Rassen, die das kulturelle Erbe dreier Kontinente zu einem lebendigen Ganzen vereinigen sollen, in Südafrika ein Lebensrecht als Afrikaner haben. Nicht umsonst legt die neugewählte Regierung der nationalen Einheit so großen Wert auf rasche Fortschritte im Bildungswesen; im Haushalt 1994 betrug der Anteil der Sozialaufwendungen rund 44%.

Nelson Mandela - vom Staatsfeind Nr. 1 zum Staatspräsidenten

Nelson Rolihlahla Mandela wurde am 18.7.1918 in Qunu bei Umtata in der heutigen Provinz Ost-Kap geboren. Sein Ururgroßvater, König Ngubengcuka, regierte - noch vor dem Eintreffen der Weißen - das Thembu-Volk in der heutigen Transkei. Nelson Mandela zeigte früh Interesse an der Geschichte seines Volkes und befaßte sich bereits als Jurastudent an der Universität Fort Hare mit politischen Fragen.
Als Mitglied des Rates der Studentenvertretung nahm er 1940 an einem Studentenstreik teil und wurde daraufhin aus der Lehranstalt ausgeschlossen. Er schloß seine Ausbildung auf dem Korrespondenzweg ab, machte eine kaufmännische Ausbildung und schrieb sich dann an der Universität Witwatersrand ein. 1944 half er bei der Gründung der ANC-Jugendliga, deren Aktionsprogramme 1949 vom ANC übernommen wurden. Für seine Rolle in der Kampagne wurde ihm eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe auferlegt. Kurze Zeit später wurde er gemäß einer gerichtlichen Verbannungsverfügung für sechs Monate in Johannesburg arrestiert.
Bis 1952 hatten Mandela und sein Studienkollege Oliver Tambo die erste schwarze Anwaltspraxis im Land aufgemacht, und Mandela war sowohl Präsident des ANC in Transvaal als auch Stellvertretender Nationaler Präsident.
In der zweiten Hälfte der 50er Jahre war er einer der Angeklagten im Hochverratsprozeß. Mit Duma Nokwe führte er die Verteidigung. Als der ANC 1960, nach dem Massaker von Sharpeville, verboten wurde, kam Mandela bis 1961 in Haft und ging dann in den Untergrund, um eine Kampagne für eine neue nationale Konvention auszuführen. Unter seiner Führung wurde im selben Jahr der bewaffnete Flügel des ANC (MK) aufgebaut, der eine Sabotagekampagne gegen Wirtschaftseinheiten und die Regierung startete. 1962 verließ Mandela das Land zu einer Militärausbildung in Angola und um die Ausbildung für andere Mitglieder des militanten ANC-Flügels zu arrangieren.
Nach seiner Rückkehr wurde er wegen illegalen Verlassens des Landes und wegen Anstiftung zum Streik verhaftet. Im November 1962 wurde er verurteilt und für fünf Jahre hinter Gitter gebracht. Während er seine Strafe verbüßte, wurde er im Rivonia-Prozeß wegen Sabotage angeklagt und zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Im Gefängnis machte Mandela bei seinen politischen Prinzipien niemals Zugeständnisse und war für die anderen Gefangenen immer eine Quelle der Kraft.
Während der 70er Jahre lehnte er einen Straferlaß ab, der ihm angeboten wurde, wenn er die Transkei anerkennen und sich dort niederlassen würde. In den 80ern wies er wieder P. W. Bothas Freiheitsangebot zurück, das ihm gemacht wurde, wenn er auf Gewalt verzichten würde. Es ist bezeichnend, daß Mandela und seine Vertreter kurz nach seiner Freilassung, am 11. Februar 1990, sich mit der Einstellung des bewaffneten Kampfes einverstanden erklärten.
Nelson Mandela wurde 1993 gemeinsam mit de Klerk der Friedensnobelpreis verliehen. Am 9.5.1994 wurde er von der Nationalversammlung zum neuen Präsidenten der Republik Südafrika gewählt. Er ist Staatsoberhaupt und Regierungschef zugleich.
Zur Amtseinführung Mandelas am 10. Mai 1994 kamen Staatsoberhäupter, Regierungschefs und Außenminister aus mehr als 160 Ländern zusammen. Nach seiner Vereidigung stellte Mandela in seiner ersten Rede als Präsident Südafrikas den Gedanken der Versöhnung in den Vordergrund:
"Die Zeit ist gekommen, die Wunden zu heilen. Der Augenblick ist gekommen, die Abgründe zu überbrücken, die uns trennen. Der Weg zur Freiheit wird nicht leicht sein, und niemand kann das alleine schaffen. Wir müssen deshalb gemeinsam, als geeintes Volk, an der nationalen Versöhnung, dem Aufbau einer Nation und der Geburt einer neuen Welt arbeiten."

Wirtschaft

Abgesehen von Erdöl, Erdgas und Bauxit gibt es kaum einen wichtigen Bodenschatz, der in Südafrika nicht in beachtlichen Lagerstätten vorhanden wäre. Aufgrund möglicher Handelsembargos als Reaktion des Auslands auf die Apartheid bemühte sich Südafrika wirtschaftlich um Autarkie, was auf dem Lebensmittelbereich auch gelungen war. Die Landwirtschaft wird auf großen Farmen mit Hilfe billiger schwarzer Arbeitskräfte und modernster Technologie marktorientiert betrieben. Mais und Weizen sind die Hauptanbauprodukte. Hinzu kommen Wein, Zitrusfrüchte und Zuckerrohr.

Die Natur

Den größten Teil des Landes nehmen ausgedehnte Hochflächen ein. Der südafrikanische Block, Teil der großen Afrikanischen Tafel, gehört zu den ältesten Gesteinsarten der Welt.
Von nur niedrigen Höhenzügen durchschnitten und gelegentlichen Bergkegeln (Kopjes) überragt, erreicht das muldenförmige Binnenhochland mittlere Höhen um 1000 m. Von den Magaliesbergen senkt sich das Land langsam im Bosveld nach Norden zur Niederung des Limpopo. Gegen Süden und Südwesten leitet das Highveld allmählich zur Oberen Karoo (Karru) und zum Kalaharibecken über. Nach außen hin fällt das Plateau in großen Randstufen steil zum meist schmalen, wenig gegliederten Küstenraum ab.
Die Große Randstufe (Great Escarpment) bildet verschiedenartige Landschaftsformen aus, z.B. die schroffen Drakensberge, die im Cathkin Peak, dem höchsten Berg Südafrikas, eine Höhe von 3360 m erreichen. Im Nordosten, zwischen der Großen Randstufe und den Lebombobergen, erstreckt sich das Lowveld. Die südliche Abdachung wird durch ein stark abgetragenes Faltengebirge gegliedert. Zwischen den Kapketten sind die Beckenlandschaften der Großen und Kleinen Karoo eingelagert.
Vom Hochplateau isoliert, erhebt sich aus der Kapebene das 1088 m hohe Sandsteinmassiv des Tafelbergs, an dessen Fuß Kapstadt liegt. Das Klima Südafrikas ist im allgemeinen trocken und sonnig, nur in den Küstengebieten ist es feuchtheiß. Auf der Hochebene kann die Temperatur im Winter unter den Gefrierpunkt fallen.


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