Mittwoch, 10.10.2001

Heute morgen weckt mich Chriss, um mich auf den wunderschönen Sonnenaufgang aufmerksam zu machen. Kurz darauf stehe ich dann auf, um zu duschen, und als ich zurückkomme, ist das Frühstück schon fertig. Heute gibt es Kaffee, da meine Teebeutel in unserer Geschirrkiste verstaut sind, wir aber das Geschirr aus dem Gästehaus verwenden. Während dann Chriss duscht, spüle ich ab, dann "dichte" ich noch einen Eintrag ins Gästebuch für Frau Gräbner, nebenbei beobachten wir zwei große Gruppen Strauße an der Wasserstelle und in deren Nähe.
Anschließend fahren ... äh ... wollen wir abfahren. Dummerweise schlägt Chriss, die im Sandfahren noch keine Erfahrung hat, beim Wenden das Lenkrad etwas zu stark ein und kommt nicht mehr weiter. Ich darf die Karre aus dem Dreck holen ;-) und fahre den Sandweg hinunter bis zum Farmhaus. Dort füllen wir noch ein paar Flaschen mit Wasser und lassen dafür unser überflüssiges Leergut da.
Dann starten wir wirklich. Da die Piste von der Farm zur "Straße" ebenfalls ziemlich sandig ist, fahre ich noch bis zum Gatter, dann übernimmt Chriss wieder das Steuer. Auf Schotterstraßen mit vielen tiefen - aber natürlich trockenen - Furten, die immer wieder von Sandstrecken abgelöst werden, fahren wir nach Süden, bis wir auf die - geteerte! - B4 treffen. Auf diese biegen wir nach rechts, also nach Westen ein.

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In Aus machen wir einen Abstecher ins Dorf, um zu tanken und Eis für die Kühlbox zu kaufen, dann geht es weiter in Richtung Lüderitz. Inzwischen hat sich die Landschaft verändert, der Sand ist nicht mehr rot, sondern zartgelb, alles sieht aus wie in Pastell gemalt - lachsrosa, zartgelb, leichtgrün, selbst die dunklen Berge sind pastellig überzuckert.
Seit kurz hinter Aus befinden wir uns im Diamanten-Sperrgebiet, doch als wir dann in die Region kommen, wo abgebaut wurde (oder noch wird?), sind wir beide schockiert. Ich hatte mir vorher nie Gedanken darüber gemacht, wie der Diamantenabbau durchgeführt wird. Aber dass großflächig der ganze Sand aus der Wüste entfernt wird und nur eine Mondlandschaft aus nackten Felsen übrig bleibt, hätte ich mir nicht vorgestellt. Aber die Natur holt sich zurück, was ihr genommen wurde und bläst neuen Sand über die Wunden. Aber es wird wohl noch viele hundert Jahre dauern, bis vom Eingriff des Menschen nichts mehr zu sehen ist.

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Auch Lüderitz macht einen eigenartigen Eindruck. Am Anfang sieht es aus wie ein normales, verschlafenes kleines Städtchen, wenn auch so abgelegen am A. der Welt, dass wir beide feststellen, hier auf keinen Fall leben zu wollen. Doch schon beim ersten Aussteigen fühlen wir uns unwohl. Wir achten genau darauf, alle uns möglichen Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen - Bedienpaneel des Autoradio einstecken; mechanische und elektronische Wegfahrsperre; Zentralverriegelung; Kofferraum abschließen, obwohl das Schloss klemmt und sich von außen eh nicht öffnen lässt. Dann entdecken wir, dass bei den Häusern alle Türen und Fenster mehrfach gesichert sind - verriegelt, vergittert, verschanzt. Selbst beim Informationsbüro ist zwar die Tür offen, davor aber ein geschlossenes Gitter, das erst auf Knopfdruck von innen geöffnet wird. Drin ist dann allerdings eine freundliche Atmosphäre. Wir stöbern im Bücherregal, sichten Ansichtskarten und buchen für morgen Vormittag eine Führung in Kolmanskop. Auch frage ich nach einem Supermarkt, in dem man vernünftig einkaufen kann. Die nette Dame korrigiert mich, "wo man einkaufen kann" und beschreibt den Weg. Dort ist die Auswahl aber recht ordentlich und wir fassen neue Vorräte.
Ein tanzendes Kamel im Supermarkt!
Dann fahren wir zum Campingplatz, der sehr exponiert auf der Spitze der Haifisch-Insel, eigentlich einer schmalen Landzunge, liegt. Chriss checkt uns ein und dann suchen wir uns einen schönen Stellplatz. Allerdings sind die windgeschützten Plätze schon vergeben und wir beschließen, morgen früh nicht selbst Kaffee zu kochen, sondern frühstücken zu gehen. Dann verstauen wir unsere Einkäufe, die bisher nur auf dem Bett lagen - bei dieser Gelegenheit schafft Chriss es, unser klemmendes Schloss an der Heckklappe wieder in Ordnung zu bringen - machen uns stadtfein und ziehen zu Fuß los.
In der Stadt angekommen, macht Chriss erst mal einen Beruhigungsanruf bei Heinz, um zu versichern, dass bei uns alles o.k. ist. Dann wollen wir ins Museum, kommen aber ein bisschen zu spät und stehen vor verschlossener Tür. Dafür spazieren wir die Uferstraße entlang, verlassene und verlassen wirkende Fabriken und wenige Wohnhäuser. Dann ein Blick auf die nächste Bucht - ein Villenviertel, jedes Haus verschanzt hinter hohen Mauern. Wir gehen zurück und spazieren zur Felsenkirche hoch.
Da haben wir Glück, gerade als wir ankommen, beginnt eine Führung. Ein älterer Herr erzählt von der Entstehung der Kirche - der Baumeister wurde vom Kaiser gelobt, weil er so billig und schnell (neun Monate von der Grundsteinlegung bis zum ersten Gottesdienst) gebaut hatte, von den Problemen der Kirchengemeinde - etwa 150 zahlende Mitglieder und der Pfarrer fliegt einmal im Monat für eine Woche von Walvis Bay her - und den allgemeinen Problemen in Lüderitz - "böse Buben" werfen häufig Fenster ein, so dass schon vor 20 Jahren außen vor die schönen Bleiglasfenster der Kirche Schutzfenster angebracht werden mussten.
Nach diesem sehr informativen Vortrag treffen wir hinten in der Kirche Sabine und Jürgen, die den gestrigen Tag auf einer anderen Farm verbracht haben. Sie müssen allerdings gleich wieder weg, da sie in einem Fischrestaurant einen Tisch reserviert haben. Wir spazieren dann weiter durch den Ort, bewundern alte Häuser und überlegen dann, dass wir vielleicht mit Jürgen und Sabine essen könnten. Dummerweise haben wir den Namen des Restaurants nicht genau verstanden. Gerade, als wir die Suche aufgeben und woanders essen wollen, entdecke ich das Restaurant doch noch. Allerdings sind sie komplett ausgebucht und Sabine und Jürgen sitzen an einem Tisch, der für vier viel zu klein ist. So ratschen wir noch ein wenig, tauschen unsere Pläne für die nächsten Tage aus und verabreden uns lose für übermorgen am Fish River Canyon.
Dann verabschieden wir uns, und Chriss und ich gehen in Kapps Hotel, um endlich auch ein Abendessen zu bekommen. Dort werden wir - vor allem Chriss, die sich auch eine Vorspeise bestellt hat - von der Größe der Portionen überrascht. Ich werde mit meinen leckeren Spare-Ribs gerade so fertig, Chriss lässt sich die Reste ihres Grilltellers zum Mitnehmen in eine Doggy-Bag einpacken. Beim Bezahlen bitten wir den Oberkellner, uns ein Taxi zu besorgen. Nach kurzer Konferenz mit unserer Kellnerin verschwinden beide und nach einiger Zeit kommen sie einzeln zurück, um uns zu erklären, dass sie zwar kein Taxi besorgen konnten (wieso, habe ich nicht mitbekommen), aber der Manager, der an der Bar auf uns warte, uns zum Campingplatz fahren würde.
An der Bar sitzt zwar nur eine Frau, die erklärt uns, der Manager hole gerade die Autoschlüssel. Kurz darauf taucht wirklich ein - wie sich herausstellt, netter - Mann auf, wir quetschen uns mal wieder zu dritt auf die Sitzbank eines 4x4 und los geht’s.
Er hat uns gleich am Akzent als Deutsche erkannt und wir unterhalten uns auf der kurzen Fahrt, unter anderem über seine Lebensstationen: in der Lüneburger Heide geboren, wurde er im Alter von 9 Monaten nach Südafrika ausgewandert. Über Natal und Transvaal kam er nach Deutsch-Südwest, verbrachte kurze Zeit noch mal woanders, bevor er nach Namibia zurückkehrte.
Er fährt uns bis zu unserem Camper, wünscht noch schöne Zeit und sichere Fahrt und ist auch schon wieder weg. Wieder eine nette Begegnung am Rande.(Zum Thema "Taxi" sagte er nur, Taxifahren sei hier nicht sicher.)
Chriss und ich gehen ins Bett, schreiben noch einige Zeit, ratschen und überdenken die Zeit- und Routenplanung für die nächsten Tage noch einmal, bevor wir dann schlafen.


Donnerstag, 11.10.2001

Auch heute werden wir beide wach, bevor der Wecker klingelt. Wir stehen auf, machen uns fertig und sind schon kurz nach halb acht in der Stadt, wo wir im Coffee-Shop frühstücken wollen. Wir bestellen uns eine große Portion Kaffee und jede zwei getoastete Sandwichs - Chriss mit Käse und Tomaten, ich mit Schinken und Käse.
Nach dem Essen bleiben wir noch sitzen, um zu schreiben; zwischendurch ziehe ich kurz alleine los, um Ersatz für meine bei Frau Gräbner vergessene Thermosflasche zu besorgen. In der Bismarckstraße, einige Häuser oberhalb des Coffee-Shop findet sich ein Laden, der Haushalts- und Campingartikel führt. Dort frage ich die Dame an der Kasse - vermutlich die Chefin - ob sie deutsch spricht. Sie verneint, doch bevor ich versuchen kann, mein Anliegen auf Englisch vorzubringen, ruft sie nach Joe. Ein älterer Schwarzer taucht aus der Tiefe des Ladens auf und ist überaus freundlich und hilfsbereit. Nur führen sie leider keine Thermosflaschen. Einen Ersatz-Glaseinsatz kann er noch auftreiben und konferiert ausführlich auf Afrikaans mit der Chefin und einem Kollegen, doch auch die können nichts anderes hervorzaubern. Da ein Glaseinsatz ohne Behälter und ohne Deckel nicht die erforderliche Wirkung zeigen wird, frage ich Joe, ob er weiß, wo ich eine richtige Thermosflasche finden kann und er verweist mich an den SPAR-Markt. Da mischt sich die Chefin ein, die offensichtlich doch etwas deutsch versteht, und fragt mich auf englisch, ob ich weiß, wo dieser Laden ist. Obwohl ich behaupte, den Laden zu kennen, beschreibt sie mir noch einmal ausführlich und supergenau den Weg dorthin. Und da finde ich wirklich eine Isolierkanne, die hoffentlich ihren Zweck erfüllen wird. Ich kaufe sie und gehe zurück zu Chriss in den Coffee-Shop, wo ich noch eine halbe Tasse Kaffee bekomme und ein paar Sätze schreiben kann. Dann ist es neun Uhr und Zeit, aufzubrechen.

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Wir fahren hinaus nach Kolmanskop, dem früheren Kolmanskuppe. Dort beginnt um halb zehn eine Führung durch die Geisterstadt. Wir erfahren einiges über den "Diamanten-Rausch" zu Anfang des 20. Jahrhunderts und über das Leben in der damals blühenden Stadt. Wir besichtigen verschiedene Häuser, unter anderem die Eisfabrik, die Kegelbahn und das Casino. Dann dürfen wir noch alleine in den Überresten der Stadt herumgehen, was Chriss und vor allem ich auch gründlich ausnutzen. Wir fotografieren von außen und teilweise von innen die Häuser, die inzwischen mehr oder weniger von Dünen verschluckt wurden. Zum Abschluss - es ist schon Mittag - besichtige ich (Chriss ist noch auf dem Gelände unterwegs) noch das kleine Museum, das den Diamantenabbau damals und heute zeigt, kaufe mir in der Cafeteria eine Cola und warte im Schatten auf Chriss.
Als sie auftaucht, setzt sie sich zu mir und wir ratschen mit Jürgen und Sabine, die die zweite Führung mitgemacht haben. Dann verabschieden sich die beiden wieder einmal, und auch wir fahren los.

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Unterwegs halten wir noch einige Male um zu fotografieren, wie sich die Natur ihr Recht wieder verschafft und vom Menschen geschaffene Wunden mit Dünen wieder bedeckt. Beim letzten solchen Halt - einer Düne, die quer über die (stillgelegte) Bahnlinie geht, sind dann auch Sabine und Jürgen wieder da. Die beiden fahren zuerst ab, wir hinterher. Unterwegs steht ihr Auto plötzlich am Straßenrand und Jürgen steigt gerade wieder ein. Da machen wir uns noch nicht viele Gedanken - wird wohl ein Fotostopp gewesen sein, aber als wir dann 30 Kilometer weiter einige Pferde und einen Esel fotografieren und die beiden immer noch nicht auftauchen, machen wir uns dann doch Sorgen. Wir beschließen, auf sie zu warten, und es dauert dann noch eine lange, heiße Viertelstunde, bis ein Auto weit hinten am Horizont auftaucht - und das sind sie immer noch nicht. Erst im darauffolgenden Auto sitzen dann Sabine und Jürgen und erzählen uns, sie hätten noch einen Abstecher gemacht und Wildpferde beobachtet. Daraufhin vereinbaren wir, keine Rücksicht mehr zu nehmen und jeder für sich zu fahren.
Wir lassen Aus hinter uns und auch die Kreuzung, an der wir gestern in die B4 eingebogen sind. Dann fahre ich weiter, bei Goageb halten wir, um zu tanken und düsen weiter bis Seeheim. Von Lüderitz bis hierher war es eine bestens gepflegte Teerstraße, auf der uns nur die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 120, manchmal auch 100 und anfangs sogar 60 bremsten. Ab Seeheim in Richtung Fish River Canyon ist es Schotterpiste, aber die ist so gut, dass ich beinahe 100 fahren kann. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir das Canyon Roadhouse, wo wir auf dem Campingplatz den letzten Stellplatz bekommen - und auch das nur, weil wir nur eine Nacht bleiben wollen. Ich erkundige mich beim Manager und erfahre, dass auch Sabine und Jürgen gut angekommen sind.
Wir fahren zum Campingplatz um uns frischzumachen und dann wieder zurück, um mit Sabine und Jürgen auf der Terrasse des Roadhouse zu Abend zu essen. Für mich gibt es Game Sosaties, leckere Spießchen: Springbock in Knoblauchsoße und Oryx in Pfeffersoße. Zum Nachtisch noch eine tolle Rotweinbirne mit Obstsalat und Vanillesoße. Gegen 10 gehen Sabine und Jürgen ins Bett und wir fahren zum Campingplatz zurück, um ein wenig zu schreiben und dann ebenfalls zu schlafen.


Freitag, 12.10.2001

Wieder einmal meint Chriss, mich wecken zu müssen, um mir die aufgehende Sonne zu zeigen. Da ich jetzt schon mal wach bin, stehe ich auch auf und gehe duschen. Als ich zurückkomme, frühstücken wir gemeinsam und ich räume dann auf, während Chriss im Bad ist.

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Wir fahren zum Fish River Canyon, gegen 11 Uhr sind wir am Hauptaussichtspunkt und machen erst mal Halt. Da treffen wir auch wieder mal Sabine und Jürgen - zum letzten Mal? Falls sie nicht heute Abend zu uns stoßen, schon. Wir fahren dann zu Hiker’s Point, dem nördlichsten Aussichtspunkt in den Canyon. Hier gefällt es uns so gut, dass wir beschließen, so lange wie möglich zu bleiben und dafür auf die anderen Aussichtspunkte zu verzichten. Wir malen (Chriss) und schreiben (ich) so lange, bis es Zeit zum Aufbruch wird. Als Chriss mit ihrem Bild fertig ist, wird es auch Zeit loszufahren.
Auf gleicher Strecke wie gestern und heute her, fahren wir hinaus, bis wir bei Seeheim wieder auf die B4 stoßen. Auf der geht es weiter in Richtung Osten nach Keetmanshoop. Kurz vor Sonnenuntergang, also gerade noch rechtzeitig, erreichen wir das Quiver Tree Rest Camp, wo wir für diese Nacht Quartier machen. Wir stellen das Auto ab und ziehen sofort los in den Köcherbaumwald, um dort den Sonnenuntergang zu fotografieren.
Als die Sonne dann weg ist, gehen wir zum Auto, um das Abendessen zu kochen und zu essen und anschließend früh ins Bett zu gehen.


Samstag, 13.10.2001

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Wir haben den Wecker auf 6 Uhr gestellt, weil wir zum Sonnenaufgang wieder in den Köcherbaumwald wollen. Glücklicherweise ist Chriss früher wach und weckt mich, denn um 6 aufstehen wäre zu spät gewesen. So schaffen wir es genau pünktlich, um die ersten Sonnenstrahlen zwischen den Aloen begrüßen zu können. Wir spazieren noch einige Zeit auf dem Gelände herum und frühstücken anschließend.
Dann fahren wir los, jetzt geht’s in Richtung Norden. Schon nach etwa 50 Kilometern verlassen wir die Hauptstraße, um auf der M98 (was bedeutet eigentlich das M?) nach Westen zu fahren.
An der Abzweigung nehmen wir eine Anhalterin mit, eine ältere(?) Nama-Frau, mit der wir uns blendend unterhalten, obwohl wir nicht ihre und sie nicht unsere Sprache spricht. Als sie uns bedeutet, dass sie aussteigen will, fahren wir sie noch auf der Seitenstraße (besser: Piste) noch bis zu ihrem Ziel, einer Wellblechhütte, etwa 3 Kilometer von der Hauptstraße entfernt. Das wäre für sie zu Fuß in der Mittagshitze nicht sehr angenehm gewesen.

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Nachdem wir die Frau abgesetzt haben, geht die Fahrt weiter zum Brukkaros, einem großen Krater. Unten am Gate sagen die beiden Mädels, die die Formalitäten erledigen, die Strecke hinauf wäre nur für 4x4. Mit ein bisschen Reden bekomme ich die Erlaubnis, fahren zu dürfen, so weit es eben geht. Die Strecke sei aber sehr rau. Ihre Prophezeiung, wir würden es etwa bis auf halbe Höhe schaffen, übertreffe ich, ganz hinauf komme ich aber nicht. Da wird es extrem steil mit losem Schotter, tiefen Löchern und Felsen. Das hätte sowohl den Antrieb als auch die Verwindungsfähigkeit unseres Autos überfordert. Die 50 Meter Rückwärtsfahrt zurück zu einer Wende- und Parkmöglichkeit hätten dann beinahe Chriss’ Fähigkeiten als Beifahrer überfordert. Wir schaffen es aber alle gemeinsam, stellen das Auto ab und ziehen die Wanderschuhe an.
In einer halben Stunde gehen wir hinauf zum liebevoll angelegten Campingplatz (natürlich "4x4 only"), der auch einen überdachten Picknickplatz hat. Nach einer Mittagsrast wandern wir weiter zum Kraterrand, immer wieder bleiben wir stehen, um die Aussicht auf die scheinbar endlose Ebene unter uns zu bewundern. Nach einigem Auf und Ab und dem Überwinden eines Felsriegels stehen wir dann am "View of the Crater", dem Aussichtspunkt mit Blick nach Außen und Innen. Dort machen wir Pause, genießen die Aussicht und fotografieren. Dann gehe ich langsam zurück, während Chriss dem Weg noch ein paar Meter weiter folgt, dann aber auch bald kommt.
So langsam steht die Sonne etwas tiefer am Himmel, das Licht kommt schräger und wärmer ("Lama-Licht" nennt Chriss dieses Licht, im Gegensatz zum "Camel-Licht" mittags), aber wir haben nicht mehr viel Zeit. Am Picknickplatz angekommen, machen wir noch mal eine kleine Pause und steigen dann ab zum Auto. Bei der Abfahrt biete ich dann Chriss an, wenn sie zu Fuß gehen möchte, bin ich nicht beleidigt, sie hält aber tapfer durch. Am Gate noch ein kleines Schwätzchen mit den beiden Mädels, dann heißt es Gas geben.
Die 40 Kilometer hinaus zur B1 und dann nonstop nach Norden bis zum Hardap Dam. Bis wir dort ankommen, wird es schon dunkel, die Sonne hat sich früh hinter Wolken versteckt und ist auch schon untergegangen, als wir kurz nach sieben das Tor passieren. Der Wärter sagt uns, wir sollen morgen bezahlen, also suchen wir den Campingplatz, dort einen ebenen Stellplatz für das Auto und machen uns ans Abendessen.


Sonntag, 14.10.2001

Wir lassen es morgens erst mal gemütlich angehen mit Duschen und Frühstücken, dann fahren wir zum Büro, um uns legal zu machen. Dort bekomme ich auch die Auskunft, dass - obwohl Sonntag ist - Laden und Tankstelle geöffnet sind. Also wird eingekauft - vor allem unsere Wasservorräte gehen zur Neige - und getankt, dann fahren wir in den Park. Dann fällt uns ein, dass wir kein Permit haben, also zurück zum Office. Dort erfahren wir, dass das Permit beim Übernachten im Preis eingeschlossen ist, der Lehrling nur vergessen hatte, uns das Kärtchen mitzugeben. Aber jetzt geht’s dann wirklich in den Park. Obwohl 11 Uhr schon vorbei ist, also Mittagshitze herrscht, sehen wir doch einige Springböcke, viele Strauße und ein Häschen. Unterwegs am "Viewpoint" machen wir Pause, dann wird die Rundtour vollendet.

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Wir verlassen den Park und fahren weiter, wieder auf der B1 nach Norden. In Rehoboth machen wir Rast, dann geht es weiter in Richtung Windhoek, daran vorbei und immer noch nach Norden. Unterwegs regnet es mehrere Male heftig, auch sehen wir am Horizont mehrere große Brände.
Ungefähr 40 Kilometer nach Windhoek biegen wir links ab, endlich wieder Schotterstraße, auf die Piste zur Gästefarm Düsternbrook. Unterwegs gibt es noch eine "Umleitung wegen Wasser", und auf dieser Strecke sehen wir mehrere Gnus, eine Gruppe Kudus, ein Warzenschwein, ein paar Klippschliefer und viele Perlhühner.
Auf der Farm erfahren wir, dass Leopardenfütterung und Game-Drive nicht - wie wir gehofft hatten - früh morgens, sondern nachmittags stattfinden. Da wir aber eh mal wieder einen Ruhetag nötig haben, beschließen wir, zwei Nächte zu bleiben. Wir bekommen ein "Luxus-Safari-Zelt" mit zwei (!) Betten, Schrank, Nachttischchen, Teppichen auf dem Boden und ans Zelt anschließend einem gemauerten Badezimmer.
Wir richten uns häuslich ein, ich gehe - zum zweiten Mal heute - unter die Dusche, dann wird es Zeit, Abendessen zu gehen. Auf der Terrasse des Farmhauses lernen wir interessante Leute kennen, es gibt prima Essen (Oryxgeschnetzeltes mit frischem Gemüse) und angeregte Gespräche. Entsprechend spät kommen wir ins Bett.


Montag, 15.10.2001

Wir schlafen mal wieder etwas länger, schaffen es aber, viertel nach acht (als letzte) am Frühstückstisch zu sitzen. Nach gemütlichem Frühstück verabschieden sich die anderen, die alle heute abfahren, und wir ziehen uns zu unserem Zelt zurück. Chriss legt sich in den Liegestuhl, um noch eine Runde zu schlafen, ich wasche erst meine T-Shirts aus (nicht sauber, aber entschwitzt) und schreibe dann Postkarten und Tagebuch.
Mittags hüpfe ich kurz in den Pool (eiskaltes Wasser - brrrrrr) und unterhalte mich mit einer Berlinerin (über was? Natürlich über die jeweilige Reise hier, über andere Reisen, über Namibia ...). Da ich inzwischen fast getrocknet bin, springe ich noch einmal ins Wasser und gehe dann wieder zu Chriss und meiner Schreiberei auf die Terrasse vor unserem Zelt.
Dabei entdeckt Chriss im Gestell des Liegestuhls einen etwa 5 cm langen Skorpion, den ich mit einem Blatt Papier nach längerem "Kampf" von der Liege auf den Boden befördere und von der Terrasse jage. Schließlich wird es Zeit, sich fertig zu machen, da um halb vier die Fahrt zur Geparden- und Leopardenfütterung stattfinden soll. Und wen treffen wir da? Sabine und Jürgen, die ihren letzten Nachmittag und ihre letzte Nacht in Namibia mit uns - und mit den Raubkatzen - verbringen wollen.

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Aber bevor es losgeht, müssen wir noch ein Formular unterschreiben, dass wir bei eventuellen Unfällen den Hausherrn nicht verantwortlich machen. Endlich steigen wir ein - eigentlich auf. Unser Fahrzeug ist ein kleiner Allrad-LKW, bei dem auf der Ladefläche Sitze für etwa 12 Personen und darüber ein Sonnen- und Schutzdach montiert wurden. Der Fahrer ist ein netter Schwarzer, der uns auf holprigen Wegen durch mehrere mehrfach gesicherte Gatter bringt. Nach dem zweiten oder dritten Gatter sind wir dann im Geparden-Gehege und sehen schon die ersten der Katzen. Auf einer kleinen Anhöhe halten wir dann an und unser Fahrer füttert die insgesamt vier Geparden - zwei Männchen und zwei Weibchen. Teilweise steht er mitten zwischen ihnen und wirft ihnen die Fleischbrocken in die Luft, so dass sie danach springen müssen. Als die Tiere satt und wir Touristen befriedigt sind, fahren wir weiter.
Am nächsten Gatter ist der Fahrer deutlich vorsichtiger. Bevor er das Tor öffnet, geht er einige Schritte am Zaun entlang und hält genau Ausschau. Dann öffnet er, fährt durch und macht es schnell wieder zu. Beim Weiterfahren macht er uns schon auf den Leoparden dicht neben dem Weg aufmerksam. Unter einem Baum hält er an, klettert aufs Wagendach und befestigt mit Draht einen großen Brocken Fleisch an einem dicken Ast. Dann fährt er einige Meter weiter, wendet, und schon ist der Leopard da. Mit einem Satz ist er auf dem Ast und beginnt das Fleisch zu verspeisen. Da dieses am Ast befestigt ist, kann er nicht weg und wir können ihn ausgiebig bewundern. Als er das Fleisch auf dem Ast verputzt hat, springt er wieder auf den Boden und bekommt dort auch noch einige Fleischbrocken zugeworfen. Nachdem er dann gesättigt verschwunden ist, fahren wir zurück zum Farmhaus. Später erfahren wir, dass hier in mehreren (zwei?) Gehegen Leoparden gehalten werden, die abwechselnd gefüttert werden, da die Tiere nicht jeden Tag zu fressen bekommen, die Touristen aber jeden Tag eine Fütterung sehen wollen. Insgesamt waren wir über eine Stunde unterwegs.
Mit Jürgen und Sabine gehen wir zu unserem Zelt hinunter, machen eine kleine Führung, und bei dieser Gelegenheit packe ich lichtempfindlichere Filme in den Rucksack. Dann geht es auch schon los zum "Game Drive", einer Wildbeobachtungsfahrt. Jetzt sind nur noch Jürgen und Sabine und Chriss und ich von der Partie, die anderen Mitfahrer von der Fütterungstour haben scheinbar keine Lust. Der Fahrer ist der gleiche wir vorher, das Fahrzeug ist ein kleineres, in dem wir vier auf zwei Sitzbänken bequem Platz haben. Dann geht’s los.
Auf holpriger Piste, manchmal mit starker Schräglage, oft steil auf und ab gehen (bzw. fahren) wir auf Pirschfahrt. Unser Fahrer hat Augen wie ein Luchs, er entdeckt mit bloßem Auge Tiere, die wir fernglasbewaffnet kaum finden können. Dabei sehen wir Strauße, viele Oryx und Gnus, zwei oder drei Eland, mehrere einzelne und eine Herde von mindestens 15 Kuhantilopen, einige Paviane, Kudus und als Höhepunkt eine Gruppe Giraffen. Es sind mindestens fünf oder sechs Tiere, vom großen Bullen über Kühe und vermutlich Halbwüchsigen bis zum Kalb. Nach gut zwei Stunden kommen wir zurück und machen uns fürs Abendessen präsentabel.
Obwohl ich mich, da es Fisch gibt, nur an die Beilagen halte, ist es ein lustiger Abend mit Sabine und Jürgen. Da diese sich, weil sie morgen früh losfahren müssen, bald zurückziehen, setzen wir uns dann noch einige Zeit zu der Gruppe Berliner, bis wir dann um 10 alle verschwinden.


Dienstag, 16.10.2001

Es wird Zeit, weiterzuziehen. Zuvor frühstücken wir zum wirklich (!) letzten Mal mit Jürgen und Sabine, die dann zum Flughafen fahren und heute Mittag zurückfliegen müssen. Nachdem die beiden weg sind, packen wir unsere Sachen ins Auto und gehen ins Büro, um die Rechnung zu begleichen. Dort werden wir angenehm überrascht, da uns für die erste Nacht mit Halbpension, aber ohne Fütterungstour und Pirschfahrt, nur die Hälfte des Komplettpreises berechnet wird. Dann sind auch wir wieder unterwegs.
Auf der Fahrt hinaus zur B1 durchqueren wir zwei Wasserläufe, da wir auf die "Umleitung" verzichten. Unterwegs sehen wir Kudus, Oryx, Warzenschweine und Perlhühner. An der Einmündung in die Hauptstraße sehen wir noch einmal das Schild "Düsternbrook - 18 km. Aber es lohnt sich" und stellen fest, es hat sich wirklich gelohnt.
Schon nach wenigen Kilometern suchen wir uns in Okahandja einen Parkplatz und besuchen einen großen Markt. Nach einer ersten Orientierungsrunde kaufen wir beide groß ein. Ich besorge einen kleinen Holzelefanten, den Sigrid bei mir "bestellt" hat und eine große Holzschale als Weihnachtsgeschenk für meine Mutter. Und schließlich steht da noch ein Elefant. Aus Dolfholz (was das für ein Baum ist, habe ich leider nicht gefragt), ca. 35 cm hoch und ebenso lang. Und sagt, er will mit mir mit. Nach längerem Überlegen darf er es dann auch.
Dann geht es mit Vollgas nach Norden. Unterwegs immer wieder große Buschfeuer, als wir dann auf der D2414 nach Westen fahren, kommen wir fast in eines hinein. Wir erreichen aber ohne Probleme die Farm, auf deren Grund und Boden die Steinplatten liegen, auf denen Dinosaurier ihre Fußspuren hinterlassen haben. Wir bezahlen unseren Obolus und reden ein wenig mit dem Farmer, einem Deutschen, der sich vor 3 Jahren diese Farm gekauft hat, seit einem Jahr ständig hier lebt und sich offensichtlich freut, jemanden zum Reden getroffen zu haben. Er erklärt uns, wie wir fahren müssen, um zu den Spuren zu kommen und rät uns noch, uns zuerst die großen Spuren anzusehen und dann erst die kleinen. Wir fahren also zum Parkplatz, der gleichzeitig ein netter, kleiner Campingplatz ist, und halten erst mal Mittagspause.

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Frisch gestärkt gehen wir dann los, immer den weißen Pfeilen nach, die im Abstand von weniger als 5 Metern auf den Boden gepinselt sind. Nach ein paar 100 Metern haben wir die Felsplatte erreicht. Die Fußabdrücke großer dreizehiger Dinosaurier haben sich im Sandstein erhalten und sind - damit man sie besser erkennen kann - mit einem Kreis aus weißer Farbe gekennzeichnet. Bei einigen ist das auch wirklich notwendig, da sie nur noch Löcher im Stein sind, bei anderen sind die Fußabdrücke eindeutig. Wir folgen den beiden sich kreuzenden Spuren und gehen dann zurück bzw. weiter zu den kleinen Spuren, die von jungen Dinos stammen sollen. Auf dieser Felsplatte ist nichts mit Farbe gekennzeichnet, und wir können beide nichts erkennen. Doch plötzlich sind da wirklich Spuren zu sehen, wie von größeren Vögeln, die kreuz und quer laufen. Der Tipp, zuerst die großen Spuren anzusehen war gut, denn sonst hätten wir bei den kleinen bestimmt nichts entdeckt.
Noch während wir bei den Dinospuren sind, beginnt es zu tröpfeln und auf der Weiterfahrt kommt dann ein kurzer aber heftiger Regenguss. Allerdings ist er schnell wieder vorbei, so dass wir wegen der Furten, die immer wieder kommen, keine Bedenken haben müssen. Die sind so trocken wie alle anderen vorher auch.
Plötzlich überquert etwas, das ich für einen tieffliegenden Vogel halte, die Fahrbahn. Doch beim Näherkommen sehen wir, dass drei Warzenschweine über die Straße rennen, so dass ich eine Vollbremsung einlegen muss. War der Vogel vorher auch ein tieffliegendes Warzenschwein?
Auf der D2483 kommen wir zurück zur B1 und auf der fahren wir im Eiltempo bis zur Abzweigung der C22 zum Waterberg. Auch diese ist geteert und super in Ordnung, so dass das Gaspedal fast immer durchgetreten werden kann. Erst die letzten paar Kilometer bis zum Restcamp am Waterberg sind Schotterstraße, so dass ich das Tempo etwas drosseln muss.
Pünktlich um 18 Uhr sind wir am Tor, im Büro bekommen wir gesagt, wir sollen uns auf den Campingplatz stellen und morgen bezahlen. Wir suchen uns also einen einigermaßen schattigen und einigermaßen ebenen Stellplatz und gehen zu Fuß hinauf zum Restaurant. Dort gibt es Game Steak, mal wieder Oryx, und hinterher einen "Pink Elephant" als Nachtisch. Schließlich wandern wir entlang der Straße hinunter zum Campingplatz - für den Wanderweg war es uns trotz Taschenlampen zu dunkel - und gehen schlafen.


Mittwoch, 17.10.2001

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Heute lassen wir es, wie so oft in diesem Urlaub, ruhig angehen. Wir frühstücken und wandern dann hinunter zum Büro, um uns anzumelden und, wenn möglich, für heute Nachmittag eine Jeep-Safari zu buchen. Das geht leider nicht, da der Jeep kaputt ist. Einkaufen geht wegen der eingeschränkten Öffnungszeiten des Ladens auch nicht, also gehen wir wandern. Erst hoch zum Restaurant, dann zu den Bungalows und immer weiter den Berg hoch und am Berg entlang und wieder den Berg hoch, bis wir oben sind.
Zwei Mal ging es mitten zwischen Pavianen durch, die aber immer einen Sicherheitsabstand einhielten. Oben auf dem Plateau würde Chriss gerne malen, es gibt aber weit und breit keinen Schatten. Also steigen wir ein Stückchen ab, bis es ein wenig Schatten aber immer noch grandiosen Ausblick gibt. Hier beginnt Chriss zu malen, ich schreibe ein wenig und schlafe ein bisschen, immer mit dem bellenden Brüllen der Paviane im Hintergrund.
Als Chriss mit ihrem Bild fertig ist, steigen wir auf dem direktesten Weg - nicht dem, den wir gekommen sind - ab (weil wir irgendwo eine Abzweigung verpasst haben) und gehen direkt ins Schwimmbad. Schon die Dusche weckt unsere Lebensgeister wieder, der Pool ist dann angenehm kühl - aber nicht so kalt wie neulich in Düsternbrook. Zuerst gehe ich ins Wasser, dann Chriss, dann lassen wir uns mangels Handtuch von der Sonne trocknen. Als diese sich hinter dunkle Wolken verzieht und ein bedrohlicher Wind aufkommt, ziehen wir uns an und verschwinden.
Wir machen einen kleinen Umweg am Laden vorbei, um noch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Dann kochen wir mal wieder unser Abendessen selbst - Chriss macht Reis mit Fleischbällchen und ich schneide einen Tomaten"salat", allerdings ohne Essig und Öl. Nebenher lesen wir uns die Hintergründe zur Schlacht am Waterberg vor. Nach dem Essen räumen wir auf, und da der Wind sich wieder gelegt hat und deshalb die Insekten zurückkommen, ziehe ich mich schon kurz nach 8 zum Lesen und Schreiben ins Auto zurück.


Donnerstag, 18.10.2001

Nach dem Frühstück fahren wir als Erstes zum deutschen Friedhof, auf dem die Reiter der Schutztruppe, die beim Herero-Aufstand ums Leben gekommen sind, begraben liegen. Dann tanken wir noch und fahren los.

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Auf der D2512 "hinten" am Waterberg vorbei zum Hoba-Meteorit. Da gleichzeitig mit uns eine große Reisegruppe ankommt, wollen wir diese vorlassen und machen erst mal Pause. Dummerweise machen die das gleiche, und so sind wir doch vor ihnen auf dem Gelände. Da die Besichtigung und Fotografierung des Meteoriten aber nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt, sind wir schon fast wieder weg, bis die ersten der Reisegruppe ankommen. Wir stöbern noch etwas im kleinen Andenkenladen und fahren dann weiter nach Tsumeb.
Zuerst suchen wir einen Supermarkt zum Vorräte bunkern. Anschließend besuchen wir das nette kleine Museum. Dort gibt es, in verschiedenen Räumen, Informationen zu den unterschiedlichen um Tsumeb ursprünglich ansässigen Stämme, eine Ausstellung der aus dem Otjikoto-See geborgenen Kanonen und Ausrüstungsgegenstände der Schutztruppe, Diagramme der Mine von Tsumeb und Kristalle und Erze, die dort gefunden wurden, sowie Exponate der deutsch-namibischen Philatelie.
Nachdem wir dann die zum Verkauf stehenden Bücher in Augenschein genommen haben, lassen wir uns noch erklären, wo wir Eis für die Kühlbox bekommen. Bei der Weiterfahrt können wir diesen Laden zwar nicht entdecken, aber an der Tankstelle erhalten wir nicht nur Benzin, sondern auch Eis. Von da aus fahren wir ohne weitere Stopps zum Etosha-Nationalpark.
Schon auf den wenigen Kilometern vom Gate nach Namutoni sehen wir mehrere Giraffen, auch Springböcke und Gnus. Abends kochen wir wieder selbst, dann richten wir Brote für Frühstück und Mittagessen her und gehen anschließend zum Wasserloch. Zuerst sieht es so aus, als sei nichts los, dann kommen aber drei Giraffen und eine Herde Zebras zum trinken. Erst der Gedanke ans morgen früh früh aufstehen bringt uns ins Bett.


Freitag, 19.10.2001

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Um halb sieben fiept der Wecker. Da wir gestern Abend schon alles vorbereitet haben, müssen wir nur aus dem Bett fallen, kurz ins Bad und dann losfahren.
Punkt sieben sind wir unterwegs, gefrühstückt wird an der ersten Wasserstelle. Im Laufe des Vormittags umrunden wir Fisherman’s Pan und grasen verschiedene Wasserstellen nordöstlich von Namutoni ab. Mittags kommen wir zum Fort zurück zum einkaufen und das Fort besichtigen, dann geht’s weiter in westlicher Richtung. Wir klappern die Wasserstellen ab in der östlichen Hälfte des Gebiets zwischen Namutoni und Halali. Im Laufe des Tages sehen wir Springböcke, Zebras, Gnus, Giraffen, Oryx und Impalas, drei Schakale, mehrere einzelne Elefanten, sowie Riesentrappen. Erst als so langsam die Zeit knapp wird, geben wir Gas (so viel erlaubt ist) und düsen mit 60 km/h nach Halali.
Bis wir Brote und Tee für morgen vorbereitet haben, ist es dunkel und wir gehen Abendessen. Es gibt ein leckeres Buffet, der Barkellner gibt uns noch den Tipp, wir sollten an der Wasserstelle vorbeigehen. Und das lohnt sich.
An der Wasserstelle ist eine (oder zwei?) große Herde Elefanten mit Jungen, auch ein ganz kleines Baby ist dabei. Außerdem sind da noch drei Nashörner, die aber, wenn sie zu nahe kommen, von den Elefanten verjagt werden. Zwischenrum schleichen auch noch zwei Tüpfelhyänen und einige Schakale. Irgendwann verlassen diese kleineren Tiere das Wasserloch, die Nashörner suchen endgültig das Weite, auch die Elefanten ziehen nach und nach ab. Nur ein einzelner Jungbulle wird nicht satt, er trinkt und trinkt und trinkt immer noch, als wir schlafen gehen.


Samstag, 20.10.2001

Heute stehen wir noch eine halbe Stunde früher auf, weil wir erfahren haben, gegen sieben Uhr bestünde an zwei oder drei Wasserstellen die Chance, Löwen zu sehen. Wir brausen also los, sobald um halb sieben das Tor geöffnet wird. In Rietfontein ist aber außer uns niemand. Trotzdem löffeln wir in Ruhe unser Müsli mit Joghurt, bevor wir weiterfahren.
Unterwegs zur nächsten Wasserstelle entdecken wir eine große Herde Kuhantilopen. Und dann, kurz vor Salvadora, kommen wirklich Löwen! Nicht nur einer, ein Rudel von mehr als 10 Tieren kommt daherspaziert, überquert gemütlich die Straße und lässt sich in aller Ruhe in der Steppe nieder. Nur ganz allmählich ziehen die Katzen weiter, als letzter kommt und geht ein alter, vernarbter Mähnenlöwe.
Leider wird uns der Genuss dieses Anblicks getrübt durch Ärger mit einem großen Reisebus, der sich uns direkt vor die Nase und in die Aussicht stellt. Ich fahre ein Stück vor, und als der Bus den Rückwärtsgang einlegt, um sich uns wieder in die Aussicht zu stellen, stelle ich mich auf die falsche Straßenseite und ihm in den Weg. Jetzt wechselt auch der Bus auf die andere, falsche, Straßenseite und stellt sich neben uns. So geht es besser, denn die Busreisenden können problemlos über unser Autodach wegsehen, wir über ihres aber nicht.
Nach diesem Erlebnis klappern wir noch einige Wasserstellen ab, dort ist aber überhaupt nichts los. Liegt das daran, dass der Wind von den Löwen hierher streicht oder wäre sonst auch niemand da?
Auf dem Rhino-Drive kehren wir zurück nach Halali, sehen aber keine Nashörner, sondern einige Steinböckchen. In Halali gehen wir kurz zum Wasserloch, nach einer Rast fahren wir weiter. Wir besuchen östlich von Halali die Wasserstellen, für die es gestern nicht mehr gereicht hat und sehen ungefähr die gleichen Tiere wie gestern; allerdings weniger Giraffen. Dafür aber Kudus und vier verschiedene große Herden Elefanten, auch mit ganz kleinen.
Dann besuchen wir den Etosha Lookout, einen "Aussichtspunkt" direkt in der Etosha-Pfanne. Nun geht es auf der Hauptstraße in Richtung Okaukuejo, nur die direkt am Weg liegenden Wasserlöcher fahren wir noch an. Auf dieser Strecke sehen wir riesige Herden Zebras. Und an der letzten Wasserstelle, Nebrowskii, gibt es noch einen Höhepunkt: vier weiße (bepuderte) Elefanten stehen fast reglos in einer Menge aus Oryx, Springböcken und Straußen. Da dauert es lange, bis wir uns losreißen und nach Okaukuejo fahren.
Da unser Informationsblatt andere Restaurant-Öffnungszeiten angibt als dort angeschrieben sind, "müssen" wir noch eine halbe Stunde mit einem Drink an der Bar warten, bis wir dann eintreten dürfen. Es gibt wieder ein Buffet, noch eine Stufe besser als gestern, und nach dem Essen gehen wir zur Wasserstelle. Erst sind einige Nashörner da, die aber bald verschwinden, dann taucht ein einzelner Elefant auf und auf der anderen Seite des Wassers eine Nashornkuh mit einem Kalb. Die tun sich gegenseitig nichts, jeder bleibt auf seiner Seite des Teichs, aber trotzdem harren wir aus, bis die Nashörner weg sind.


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