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An der Straße von Swakopmund in Richtung Windhoek steht leicht abseits im Wüstensand ein einzigartiges Denkmal, das Lokomobil Martin Luther. Dieses dampfbetriebene Straßenfahrzeug, sozusagen eine Lokomotive auf lenkbaren Rädern, sollte die Ochsengespanne ersetzen, die vor der Jahrhundertwende mühselig den Transport von der Küste durch die Namib nach Windhoek bewältigten. Oberleutnant Edmund Troost von der deutschen Schutztruppe hatte in einer Maschinenfabrik in Halberstadt diese starke, 1,4 t schwere Dampfmaschine gekauft und 1896 nach Walvis Bay gebracht. Sie wurde einige Male landeinwärts sowie zur Durchquerung der sandigen Strecke Walvis Bay - Swakopmund eingesetzt, benötigte dafür jedoch bis zu einem Vierteljahr, da sie häufig im Sand steckenblieb. Von kostendeckender Arbeit konnte keine Rede sein: die beiden Anhänger, auf welche die Kraft der Maschine ausgelegt war, reichten nicht aus, um gleichzeitig das Brennmaterial (Holz) und genügend Fracht zu befördern; zudem mußte mühselig das Süßwasser herangeschafft werden. Als dann 1897 das Bett des Swakop wegen starker Regenfälle unpassierbar war und die ersten 10 km des Schienenwegs von Swakopmund bis Nonidas fertiggestellt wurden, war die kurze Karriere des Lokomobils beendet.
Dr. Max Rhode soll in einer feuchtfröhlichen Runde im "Bismarck" gewitzelt haben: "Wißt ihr schon, daß der Dampfochse jetzt Martin Luther heißt" - "???" - "Weil er auch sagen kann: Hier stehe ich. Ich kann nicht anders!" (nach dem Wort des Reformators im April 1521 vor dem Wormser Reichstag). Dieser Name hat sich bis zum heutigen Tag gehalten.
Namib-Naukluft Park (4976800 ha, seit 1907 Naturschutzgebiet)
Der Namib-Naukluft Park ist nicht nur das größte Naturschutzgebiet Namibias, sondern auch das größte Afrikas und das viertgrößte der Welt.
Die Namib wird als die älteste Wüste Afrikas angesehen und zeigt sich als ein sich immer wandelndes Landschaftskaleidoskop. Hier gibt es wandernde Sanddünen, das Riesensandmeer, ausgedehnte Schotterebenen und die einmalige Lagune bei Sandwich.
Der Park kann in vier Teile eingeteilt werden: erstens der Namibteil zwischen Swakop- und Kuisebfluß, zweitens Sandwich, drittens die Naukluft und viertens das Sandmeer der Zentralnamib, in dem auch Sesriem und Sossusvlei gelegen sind. Jede dieser Gegenden hat ihre eigene, kennzeichnende Fauna und Flora.
Das zentrale Gebiet der Namib wurde 1907 von der deutschen Kolonialadministration unter Naturschutz gestellt. Ursprünglich hieß es "Naturschutzgebiet Nr. 3". Auf ein Gesuch von Seiten des Fisons Fertilizers-Unternehmen hin, das 1937 Konzessionär des Sandwich Guanoabbaus war, wurden Sandwich und Umgebung 1941 Teil des Naturschutzgebietes Nr. 3. Das Gebiet wurde 1956 erweitert durch Einschluß des Kuiseb-Canyon, des Swakop-Flußtals und der Welwitschia-Ebenen und auf Namib Wüstenpark ("Namib Desert Park") umgetauft. Die Farm "Naukluft" wurde 1966 hinzugekauft; zwei Jahre später entstand der Naukluft Bergzebra-Park.
Auf Wunsch der Farmer aus der Umgebung wurden 1970 einige ökologische Untersuchungen eingeleitet: Spießböcke, die während der Wintermonate aus dem benachbarten Diamantgebiet Nr. 2 auf die Farmen überwechselten, richteten nämlich angeblich viel Weideschaden an. Die Farmer beschwerten sich auch über den von migrierenden Bergzebras angerichteten Schaden an Zäunen und Weide. Daraufhin beschlossen die Behörden, den Park allmählich durch Ankauf der umliegenden Farmen zu erweitern. Westlich des Naukluftkomplexes wurde ebenfalls Land erworben, das die Spießböcke als Korridor zwischen den Namibdünen und den Bergen gebrauchen konnten.
Schließlich verhandelte man mit dem Konzessionär des Diamantgebiets Nr. 2, was dazu führte, daß der Namib Wüstenpark, die Naukluftberge und Teile des Diamantgebiets, sowie ungenutztes staatliches Gebiet endlich miteinander verbunden werden konnten. So entstand 1979 der Namib-Naukluft Park mit einer Größe von 2283600 ha. Seine heutige Größe erreichte der Park, als 1986 der Rest des Diamantgebiets Nr. 2 - bis auf ein kleines Gebiet in der Nähe von Lüderitz - hinzugefügt wurde.
Namib-Naukluft Park - die Namib
Obgleich die Namib-Wüste den Ruf hat, sehr unwirtlich zu sein, sind viele Stellen der Zentralnamib erstaunlich gut mit dem PKW zu erreichen. Zuerst erscheint die Wüste unfruchtbar, leblos und uninteressant, aber schon bei näherem Hinsehen merkt man, daß sich eine Reihe faszinierender Lebensformen an das Leben in der Wüste angepaßt hat. Der Namibteil des Parks erstreckt sich im Osten bis an die Randstufenzone, im Norden bis an den Swakopfluß und im Süden bis an den Kuiseb. Kennzeichnend für die Gegend sind die ausgedehnten Schotterebenen, die nur ab und zu von zutage liegendem Granitgestein oder Inselbergen unterbrochen werden.
In diesem Gebiet liegen die Welwitschia-Ebenen. Die Welwitschia gilt als botanische Kuriosität und wurde als zapfentragender Baum klassifiziert, da man meinte, sie sei mit Pflanzen wie Kiefer oder Gelbholz verwandt. Die neueste Forschungsarbeit ergab jedoch, daß die Welwitschia mit keiner der heutigen zapfentragenden oder blühenden Pflanzen verwandt ist. Die vermeintlich vielen Blätter der Pflanze sind in Wirklichkeit nur zwei große Blätter, die aus einem verknoteten zentralen Stamm wachsen. Die Welwitschia kam ursprünglich nur auf den Schotterebenen der Namib vor, und obgleich sie oft nur vereinzelt angetroffen wird, erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet über einen 100 km breiten Küstengürtel vom Kuisebfluß bis Namibe in Angola. Feuchtigkeit bekommt diese Pflanze durch ihre Wurzeln, die bis zu drei Meter tief in die Erde hinein wachsen und durch die Blätter, welche die Feuchtigkeit des Meeresnebels aufnehmen. Befruchtung erfolgt wahrscheinlich durch Insekten, die den Pollen von der männlichen zur weiblichen Pflanze tragen.
Obgleich die Namib-Wüste allem Anschein nach nicht für Elefanten und Nashörner geeignet ist, besteht genug Beweis dafür, daß diese Tiere einmal hier gelebt haben. Ein Versuch, das Spitzmaulnashorn im Jahre 1975 erneut in die Gegend am Kuiseb einzuführen, mißlang aber.
Ein weiterer faszinierender Aspekt der Namib ist die geologische Geschichte der Wüste. Vor vielen Millionen Jahren schnitt sich das Proto-Kuisebtal in die Namib Diskordanz ein. Später, vor rund 20 bis 40 Mio. Jahren, setzte ein trockenes Klima ein, währenddessen es weit verbreitet zu Sandsteinablagerungen kam. Vor 15 bis 18 Mio. Jahren besserte sich das Klima, wobei es zur Formation eines ausgedehnten, hauptsächlich aus Schotter und Konglomerat bestehenden alluvialen Fächers westlich der Randstufenberge kam. In der darauffolgenden Phase vor fünf bis sieben Mio. Jahren wurden das Konglomerat und die tieferliegenden Sandsteinschichten mit einer Schicht Kalkstein bedeckt. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keinen tief eingeschnittenen Canyon.
Vor ungefähr zwei bis vier Mio. Jahren kam es durch Erhebungen im südlichen Afrika zum Einschnitt des Kuisebflusses, wobei der Fluß sich hier bis fast auf seine heutige Tiefe durch Lagen von Kalkstein, Konglomeraten und Sandstein in die vorcambrische Felssohle fraß. Mehrere Aggradierungs- und Degradierungszyklen formten dann den späteren Kuiseb-Canyon. Vor 1 bis 1,5 Mio. Jahren lagerte sich im Flußbett eine 30 bis 40 m tiefe Schicht Schotterkonglomerat ab, das später mit Karbonaten zementiert wurde. Beim späteren erneuten Einschneiden fraß sich der Fluß durch dieses Oswaterkonglomerat bis auf seine heutige Tiefe in das Gestein hinein. Bei Homeb sind die Überreste des Oswaterkonglomerats ungefähr 30 m oberhalb des Talbodens am südlichen Flußufer zu sehen. Benannt ist das Konglomerat nach einer Topnaarsiedlung im mittleren Flußlauf des Kuiseb. Eine zweite Aggradierungsphase fand vor etwa 20000 Jahren statt, wobei es zu einer Ablagerung von feinem Schlick am Rande des Flußlaufs kam. Horizontale Schichten dieser violettgrauen Schlickablagerungen sind in den Seitencanyons am Nordufer des Kuiseb übriggeblieben.
Der Kuisebfluß spielt in Bezug auf die Ökologie der Zentralnamib eine bedeutende Rolle und ist daraufhin intensiv erforscht worden. Es ist erwiesen, daß die dichte Vegetation im Flußbett des Unterlaufs den heranwehenden Sand aus der Namib effektiv blockiert. Der Sand, der doch bis ins Flußbett vordringt, wird von Zeit zu Zeit, von den Flutwassern weggespült. Im Kuiseb-Flußdelta haben sich über mehrere Mio. Jahre große unterirdische Wasserreserven angesammelt. Durch die Ausbreitung von Walvis Bay und Swakopmund und die Entstehung der Rössingmine wurden diese Wasserreserven jedoch allmählich verringert. Befürchtungen, daß die Ökologie des Flusses dadurch negativ beeinflußt würde, führten zu multidisziplinaren Überwachungsstudien am Kuiseb. Die Vegetation im Flußbett des Kuiseb bildet vor allem während einer Trockenzeit eine wichtige Nahrungsquelle für mehrere Wildarten.
Namib-Naukluft Park - die Naukluft
Das Naukluftgebirge am Rande der Namib-Wüste hat seinen Namen von dem spektakulären, engen Kloof an der Ostseite des Massivs. Zerklüftete Berge, tiefe Schluchten und kristallklare Wasserbecken überraschen hier den uneingeweihten Besucher immer wieder mit ihrer Schönheit.
Das Bergmassiv ist die Heimat verschiedener Tiere, die in den Hochgebieten Namibias leben. Zum Beispiel ist die schroffe Berglandschaft das ideale Habitat für Hartmanns Bergzebra, das sich in den Randstufengebieten zwischen der Namib-Ebene und den Binnenlandplateaus aufhält. Auch gibt es in den Bergen mehrere Trupps Paviane, die besonders in der Nähe von Quellen zu hören sind.
Die interessante geologische Geschichte der Naukluft trägt zum Reiz dieser Gegend bei. Sie geht 2 Mrd. Jahre zurück, auf die Zeit, als das Grundgebirge aus metasedimentärem und vulkanischem Gestein geformt wurde. Vor ca. 650 bis 700 Mio. Jahren wurde der ganze Südwesten des südlichen Subkontinents überflutet, wobei ein flacher tropischer See entstand. Während dieser Epoche lagerten sich die hauptsächlich aus schwarzem Kalkstein bestehenden Nama-Sedimente über dem Grundgebirge ab. Später, vor 500 bis 550 Mio. Jahren, folgte eine Zeit intensiver Erdkrustenbewegung und Bergformation. Große Platten von Sedimentgestein lagerten sich hier in ihrer heutigen Position ab. Sie bildeten die obere Schicht der Berge und werden auch die Naukluft Schubdecke genannt.
Die Naukluft liegt in der Übergangszone zwischen Savanne und Wüste. Aufgrund der Topographie des Gebirges kann man fünf Vegetationstypen identifizieren: Schotterebenen, Bergvegetation, Kloofvegetation, Plateauvegetation und Vegetation der sandigen Übergangszone.
Namib-Naukluft Park - Sandwich
Sandwich, eine der landschaftlich schönsten Stellen an der Küste Namibias, wird landeinwärts von hohen Dünen umgeben. Weiße Sanddünen, die Lagune und rosa Flamingoschwärme gegen den Hintergrund der gelben Dünen bieten hier ein ständig wechselndes, farbenfrohes Bild.
Sandwich ist eine von nur vier Landspitzen entlang der gesamten namibischen Küste und ein Habitat, in dem sich viele Seevögel aufhalten. Die vor Seegang und Flut geschützte Lagune bildet ein nahrungsreiches Habitat für viele verschiedene Meerestiere und -pflanzen. In der Lagune gibt es auch eine große Vielfalt an mikroskopischen Meerespflanzen und organischem Material - sie ist also eine reiche Nahrungsquelle für viele wirbellose Tiere und kleine Fische, die wieder größeren Fischen, Seevögeln und anderen Vögeln als Futter dienen.
Sandwich ist jedoch nicht nur seiner Vogelvielfalt wegen, sondern auf Grund seiner internationalen Rolle als Feuchtgebiet von besonderer Bedeutung. Man schätzt, daß es im Feuchtgebiet bei Sandwich oft über 195000 Wasservögel gibt. Bei Ebbe hat das Gebiet eine Populationsdichte von 7791 Watvögeln pro Quadratkilometer - eine der höchsten der Welt.
Namib-Naukluft Park - Sesriem
Sesriem ist ein Campingplatz am Rande des endlosen Namib-Sandmeeres. Ungefähr 4 km südlich davon liegt eines der sagenhaften Naturwunder der Namib - der Sesriem-Canyon. Hier hat der Tsauchabfluß eine 1 km lange, bis zu 30 m tiefe Schlucht in die Landschaft hineingeschnitten.
Die Ablagerung der Schichten aus abwechselnd Sand, Schotter und schweren Steinen begann vor etwa 15 bis 18 Mio. Jahren in einem nasseren Zeitalter in der Geschichte der Namib. Ablagerungen aus größeren Steinen deuten auf reißende Flußwasser; Lagen aus feinerem Schotter und Sand zeigen wiederum an, daß der Fluß zeitweise langsamer floß. Der von Wind und Wasser hereingetragene Kalziumkarbonatstaub von der kalkreichen Randstufenzone weiter östlich zementierte die Schichten zu einem Kalksteinkonglomerat. Später, vor etwa 2 bis 4 Mio. Jahren, verursachten Kontinentalhebungen den Einschnitt des Tsauchabflußtals und mehrerer in westlicher Richtung fließender Flüsse der Namib.
Der Name Sesriem stammt aus der Zeit, als frühe Reisende in das Gebiet kamen. Sie mußten sechs Lederriemen (ses rieme auf Afrikaans) zusammenknoten, um mit einem Eimer Wasser aus dem tiefen Becken schöpfen zu können.
Namib-Naukluft Park - Sossusvlei
Sossusvlei ist eine große Lehmpfanne, die wohl am beeindruckendsten ist, wenn sie Wasser führt. Nach starken Überflutungen führt sie manchmal bis zu 18 Monate lang Wasser. Wenn die Pfanne ausgetrocknet ist, zeichnet sich der weiße, zersprungene Lehmboden aus den Schlammablagerungen des Tsauchabflusses scharf gegen das Rot der Dünen ab. Auffällig ist der dichte Pfannenrandbewuchs aus Narapflanzen.
Mehrere Pfannen westlich von Sossusvlei lassen darauf schließen, daß der Tsauchabfluß einst in den Atlantik mündete. Die wandernden Dünen verbauten ihm vor vielen tausend Jahren seinen Lauf, und als die Wassermengen abnahmen, die ihn speisten, versickerte er. Ein ähnliches Schicksal erlebte der Tsondab 75 km weiter nördlich, dessen oberirdischer Fluß vor ca. 60000 Jahren blockiert wurde.
Das Sandmeer der Zentralnamib erstreckt sich über 300 km entlang der Küste zwischen dem Koichab- und dem Kuisebfluß und von der Küste 140 km weit ins Landesinnere. Insgesamt bedeckt es eine Fläche von 32500 km². Ein Großteil der heutigen Zentralnamib wird von Urdünen bedeckt, die vor 20 bis 40 Mio. Jahren aktiv waren. Sie versteinerten während einer Nässeperiode und sind als die Tsondab Sandsteinformation bekannt.
Der Sand des heutigen Namib-Sandmeeres sammelte sich vor drei bis fünf Mio. Jahren auf dem Tsondab Sandstein an. Man nimmt an, daß dieser Sand vom Oranjefluß angeschwemmt und an der Küste abgelagert wurde. Von dort wurde er durch die Wellen und Strömungen bis an die Küste südlich von Lüderitz getragen. Die typischen Winde der Gegend wehten ihn dann in Richtung Zentralnamib, wobei dieser Verwitterungsprozeß bis heute fortdauert.
Obwohl die Dünen im Sossusvlei wahrscheinlich die höchsten und auf jeden Fall die beeindruckendsten der Namib sind, sind sie - im Gegensatz zur landläufigen Meinung - nicht die höchsten der Welt. Mehrere Dünen am nördlichen Ufer des Tsauchab erreichen eine Höhe von 325 m, aber sie steigen keine 325 m aus dem Tal empor, sondern liegen auf der schon erhobenen Tsondab Sandsteinformation. Die höchsten freistehenden Dünen erreichen eine Höhe von 200 m über dem Tal.
Das Interessante am Sandmeer der Namib ist die Änderung der Farbe des Sandes von Westen nach Osten. An der Küste hat der Sand eine helle gelbbraune Farbe, aber weiter landeinwärts zur Zentralnamib hin wechselt das Gelb immer mehr in ein tiefes Braun über und im Osten in ein Gelb- oder Orangerot. Je nach Ausmaß der Oxidation ist die Farbe des Sandes heller oder dunkler. Die fast bleiche Farbe der Küstendünen wird der bleichenden Auswirkung des fortwährenden Nebels zugeschrieben.
Der Ort (ca. 14000 Einwohner), etwa 1400 m hoch gelegen, liegt an einem Nebenfluß des Swakop. Wegen seines sehr sandigen Flußbettes heißt er "okahandja", was "große sandige Ebene" bedeutet.
Für die Herero ist Okahandja ein Stammeszentrum. Deshalb findet man hier auch Gräber früherer Herero-Führer.
Der etwa 1450 km lange Okavango ist einer der längsten Flüsse im südlichen Afrika. Er entspringt im Hochland Angolas und verliert über die ersten 600 km durch Angola, wo er Cubango heißt, etwa 600 m an Höhe. Bei Katwitwi schwenkt der Fluß scharf nach Osten und fließt etwa 350 km an der Nordgrenze Namibias entlang, wo er als Okavango bekannt ist. Er windet sich hier langsam durch tiefen Kalaharisand und kann bei Hochwasser etwa 4 km breit werden. Bei Rundu führt der Okavango jährlich eine durchschnittliche Wassermenge von etwa 5,7 Milliarden Kubikmetern, aber bei Katere, am Einfluß des Cuito, steigt diese Menge auf etwa 10,3 Mrd. m³ an - zehnmal soviel wie der gesamte Jahresdurchschnitt aller Inlandsflüsse Namibias.
Im unteren Mittellauf schwenkt der Okavango nach Südosten und bildet dort die Grenze zwischen dem Kavango- und dem Caprivigebiet. Unterhalb von Mukwe durchbricht er eine 25 km lange Quarzitbarriere, wobei eine Anzahl von Wasserläufen, Stromschnellen und Inseln entstehen. Die 2 km lange Insel Tanhwe ist die größte dieser Inseln. Flußabwärts von Popa fließt der Okavango wieder langsam über flaches Land und bildet papyrusumsäumte Arme, Altwasserseen und Lagunen mit Wasserrosen. In Botswana bildet er dann das riesige Okavango-Flußdelta, ein Binnendelta mit einer Ausdehnung von 18000 km².
Im Jahresdurchschnitt liegt der Durchfluß bei Mukwe bei 326 m³ pro Sekunde, wobei der Höchstwert bisher 1473 m³/sec betrug. In der zweiten Oktoberhälfte erreicht der Fluß meist seinen Tiefstand und 1991 wurde ein Rekordminimum von nur 109,5 m³/sec gemessen. Meist steigt der Wasserstand wieder ab Dezember - zu Beginn des Sommerregens in seinem Einzugsgebiet. Bei Hochwasser, normalerweise von Februar bis April, steigt er auf fünf Meter und somit auf fast das Doppelte des Wasserstandes in der Trockenzeit. Die ersten Hochwasser erreichen Maun an der Ostseite des Deltas jedoch erst vier Monate später, und der Wasserstand erreicht erst Ende Juli oder Anfang August seinen Höhepunkt. Obwohl das Delta schätzungsweise ein Fassungsvermögen von 16 Mrd. m³ hat, fließen nur etwa 3 bis 4% dieser Menge in den Thamalakanefluß, der Rest geht durch Verdunstung, Transpiration der Vegetation und Versickern verloren.
Die Basaltsäulen in der Nähe des "Verbrannten Berges" entstanden, als vor ca. 120 Mio. Jahren Lava in das Schiefergestein eindrang und zu eckigen Säulen erstarrte. Die Erosion legte dann die an Orgelpfeifen erinnernde Formation wieder frei.
Der Karstsee liegt 22 km von Tsumeb entfernt. Er ist etwa 120 m tief und entstand durch das Einbrechen der Decke einer gewaltigen Höhle im Dolomitfels. Der See enthält Schwärme von ungewöhnlichen maulbrütenden Fischen. Das Wasser wird für die Deckung des Bedarfs privater Haushalte, der Minen und der Landwirtschaft verwendet. Die sich vor den Südafrikanern zurückziehende deutsche Schutztruppe versenkte 1915 im Otjikoto-See 30 Kanonen und fast 500 Kisten Munition. Ab 1970 gingen Sporttaucher der Sache nach und bargen tonnenschwere Kanonen, die jetzt im Museum in Tsumeb ausgestellt sind.
Popa Falls (25 ha, seit 1989 Naturschutzgebiet Popa Wildreservat)
Die Popa-Falls sind ein beliebter Aufenthaltsort für Besucher, die von Rundu nach Katima Mulilo unterwegs sind. Man darf aber nicht erwarten, Wasserfälle im wahren Sinn des Wortes zu sehen. Die "Fälle" sind nichts weiter als eine Reihe von Stromschnellen, die von einem Quarzit-Felsriegel verursacht worden sind, der den Wasserlauf des Okavango an dieser Stelle hemmt. Obwohl die Stromschnellen nur ungefähr vier Meter hoch sind, erstrecken sie sich über die volle Breite des Flusses, der bei Popa etwa 1,2 km breit ist. Wenn der Fluß in Flut ist, ist der Felsriegel überschwemmt. Die Kaskaden sind deshalb am besten während der Trockenzeit zu besichtigen, da der Riegel dann freigelegt ist und man eine große Anzahl Wasserkanäle und Felseninseln sehen kann.
Die "Hauptstadt des Basterlandes" liegt 1395m über NN und zählt ca. 22000 Einwohner. Rehoboth ist das Zentrum des ehemaligen Homelands der Rehoboter Baster.
Als Nachkommen von ursprünglich 40 meist burischen Einwanderern, die Hottentottenfrauen heirateten, leben die afrikaans sprechenden Baster seit 1870 in dieser Gegend. Vorher existierte hier eine Missionsstation, die den Namen Rehoboth trug, aber bereits 1864 verlassen wurde. Die Eingeborenen nannten die Stelle "Goreguraas", "der Platz, an dem die Zebras trinken".
Dieses eindrucksvolle Schloß aus dem Jahre 1908/09 liegt 72 km südwestlich von Maltahöhe und ist das wohl außergewöhnlichste Farmhaus des Landes. Seine Architektur ist sehr aufschlußreich für die kurze Periode der deutschen Kolonialzeit. Das Herrenhaus aus rotem Sandstein mit seinen vier Ecktürmen, seinem "Corps de Logis" und seinem durchlaufenden Kranz von Wehrgängen mit Pechnasen hat das Aussehen einer Festung (und war in seiner Funktion wohl auch so beabsichtigt). Sein Erbauer, der aus dem Baltikum stammende Hauptmann a.D. Baron Hans-Heinrich von Wolf, hatte bei der Niederwerfung des Herero-Aufstands mitgewirkt, und er fühlte sich wohl zum Bau dieses Bollwerks bewogen, als er und seine reiche amerikanische Frau sich hier im noch nicht ganz befriedeten Süden niederließen, um Viehzucht - auch Pferde - zu betreiben. Sie ließen sich von dem deutschen Architekten Wilhelm Sander 1908/09 diesen nach außen spartanischen, im Innern durchaus repräsentativen Bau mit vielen Elementen der deutschen Burgenarchitektur erstellen und statteten die 22 Zimmer luxuriös mit Möbeln, Gemälden und Waffen, vor allem aus dem Rußland des 18. /19. Jh., aus.
Der Baron fiel im Ersten Weltkrieg in der Schlacht an der Somme; seine Frau lebte später in Bayern und in der Schweiz. Sie kehrte nie nach Südwestafrika zurück. Heute gehört das Bauwerk dem Staat und wurde renoviert. Viele der ursprünglichen Möbel sind heute dort zu sehen.
Der Pass der Pässe ... Der Gradient beträgt im Extremfall 1:4 1/2 (22,22%). Die lockeren Schotterflächen sowie z.T. sehr unebener Boden stellen auch für den Off-Road-Fahrer eine Herausforderung dar. Dieser Paß ist bergauf ausschließlich mit Allradfahrzeugen zu befahren. Oben auf dem Plateauabbruch belohnt eine grandiose Aussicht für die Mühe. Man kann hier (wild) campieren und den Sonnenuntergang genießen.
Das "Matterhorn Namibias" ist eine imposante Felspyramide (1784m), die als schwierigster Kletterberg Namibias gilt. Aber auch Nichtbergsteiger kommen in der tollen Landschaft des Inselbergs mit seinen Felszeichnungen und der Vegetation der Vornamib volla uf ihre Kosten.
Wer sich der Spitzkoppe nähert, wird von diesem Bergmassiv immer beeindruckt sein - unabhängig davon, aus welcher Richtung man kommt. Aus Südosten, also aus der Gegend Usakos kommend, sieht man schon aus vielen Kilometern Entfernung das Doppelmassiv Spitzkoppe / Pondokberge, das sich abrupt aus der tischebenen Umgebung erhebt. Näher gekommen, bauen sich die Pondokberge wie riesige Konservendosen aus Granit mit ihren abweisend glatten Süd- und Südostabstürzen vor dem Besucher auf.
Wie das Erongogebirge und das Brandbergmassiv sind hier während der Kontinentalverschiebung Magmamassen in den alten afrikanischen Gesteinssockel eingedrungen. Im Zuge der Erosion wurden diese Granit-Intrusionen später zu dem heutigen Gebirge freigelegt.
Die Spitzkoppe bildet als Berg-Barriere einen Regenfänger inmitten eines sonst sehr trockenen Umlands. Ebenso wie beim Brandbergmassiv reizte diese Naturgunst schon vor langer Zeit Buschmänner, sich hier niederzulassen. Felszeichnungen im "Buschmann-Paradies" und an der Nashorn-Wand zeugen von früher Besiedlung.
Wer nach langer Fahrt durch die Wüste Swakopmund erreicht, glaubt einer Fata Morgana zu unterliegen: Ein altehrwürdiger deutscher Badeort scheint in die fremde Landschaft zwischen Dünen und Atlantik verpflanzt zu sein.
Die "Scheibe Deutschlands am Rand der Wüste", wie sie oft genannt wird, war 1892 nördlich der Mündung des Swakop als künstlicher Hafen angelegt worden, um die deutsche Kolonie von dem damals britischen Hafen Walvis Bay unabhängig zu machen. Es entwickelte sich eine blühende Stadt mit schönen Bauten und breiten Straßen. Die Überseedampfer mußten allerdings zwei Meilen vor dem Strand ankern. Männer aus dem liberianischen Küstenvolk der Kru waren angeheuert, um mit Brandungsbooten und auf ihrem Rücken die Ladung und die Passagiere an Land zu transportieren. Um diesen mühseligen Leichterverkehr zu umgehen, wurde 1902 mit dem Bau einer Landungsbrücke begonnen, zunächst aus Holz, ab 1912 durch Eisen ersetzt; sie sollte 640 m lang werden.
Als Südwestafrika 1919 als Mandatsgebiet an Südafrika überging, wurde der Hafen überflüssig und seine Funktion wurde von Walvis Bay übernommen. Er versandete, und es entstand eine schöne Badebucht. Swakopmund wurde als Ferienort beliebt. Die eiserne Landungsbrücke ("Jetty"), die es immerhin auf 262 m Länge gebracht hatte, dient nun als Promenade und als Angelplatz; durch Spenden konnte sie in den letzten Jahren vor dem Verfall gerettet und renoviert werden.
Noch stärker als in den anderen Städten Namibias ist in Swakopmund deutsche Atmosphäre lebendig. Fast die Hälfte der 15500 Einwohner sind Weiße und davon wiederum 80% deutscher Abstammung. Bauten aus der wilhelminischen Zeit bestimmen das Stadtbild.
Die Bergbaustadt Tsumeb liegt etwa 1280 m hoch und ist mit 13500 Einwohnern eine der größten Städte des Landes. Ihrem Namen "Soomeb" liegt die moosgrüne Farbe der hier zutage tretenden Erzlager zugrunde. Die Tsumeb-Mine wird wegen ihrer Vielfalt an Mineralien oft als reichste Fundstelle der Erde bezeichnet. 226 verschiedene Mineralien wurden nachgewiesen, davon wurden 40 an diesem Ort erstmals entdeckt und 24 weitere sind auch später an keiner anderen Stelle mehr gefunden worden. Tsumeb wurde nicht nur aus diesem Grunde weltberühmt, sondern auch, weil hier fast alle Mineralien in außergewöhnlicher Größe und Schönheit zu finden sind, was mit den besonderen Entstehungsbedingungen in dieser Lagerstätte zusammenhängt.
Vermutlich werden die Kupfererze an diesem Platz und an anderen Stellen des erzreichen Otavi-Berglands gewonnen und in primitiven Schmelzhütten verhüttet. Manche sind davon überzeugt, daß Buschleute den sagenhaften Malachit-Hügel in Besitz hatten, wo sie Kupfer im Tagebau abbauten und bei den Ovambo gegen Hirse eintauschten. 1893 fand ein Experte der South West Africa Company den bis dahin geheimgehaltenen Malachit-Hügel. Die Analysen waren vielversprechend, man verhandelte mit einheimischen Stämmen um die Abbaurechte und gründete die Stadt Tsumeb. Ende 1900 erreichte die erste Erzlieferung per Ochsenwagen Swakopmund. Die Lagerstätte erwies sich als so vielversprechend, daß eine - 1906 fertiggestellte - Eisenbahnlinie von Swakopmund nach Tsumeb gebaut wurde. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind hauptsächlich Kupfer, Blei, Zink, Kadmium, Silber, Germanium, Gold und Arsenium.
Die Straßen der freundlichen Gartenstadt sind gesäumt von Flamboyants, Goldregen und Jakaranda-Bäumen, die im Frühling eine üppige Blütenpracht entfalten.
Twyfelfontein liegt 105 km westlich von Khorixas und beherbergt zweifellos die bedeutendsten Felszeichnungen Namibias. Fast 2500 Zeichnungen sind in den 17 "Hauptgalerien" gezählt worden; 32% davon sind Tiefportraits. Sie haben unterschiedliches Alter; man schätzt, daß sie zwischen 300 und 5000 Jahre alt sind. Von besonderem Interesse sind die großen Abbildungen eines Elefanten und eines Nashorns und die Zeichnung eines Löwen mit Fährten statt Pranken. Sicherlich gehörten die Künstler zu Jägergruppen; bis in jüngste Zeit lauerten ja auch Buschleute und Damara von solchen Quellen aus ihrer Beute auf. Ob damit ein Bildzauber bewirkt werden sollte, läßt sich jedoch nicht mit Sicherheit sagen.
Die Gravuren lassen sich allgemein in drei Motivgruppen einteilen: Darstellung von Tieren, von Fährten dieser Tiere und Darstellungen abstrakter Natur. Die Darstellungen von Tieren sind meist sehr gut gelungen. Bestimmte Eigenschaften werden absichtlich besonders betont und in der Darstellung übertrieben, so z.B. die Leichtfüßigkeit eines Springbocks oder der lange Hals der Giraffe. Interessant sind die abstrakten Gravuren! Was mögen sie darstellen? So findet man z.B. Kreise mit einem tiefen Loch oder einem Strich in der Mitte. Bei den Buschmännern gilt der Kreis mit einem Punkt als Kennzeichnung für eine Wasserstelle. Manche Kreise haben Striche und Linien außerhalb. Wurden so die Zuflüsse stilisiert, während einfache Kreise mit Innenpunkt das stillstehende Wasser andeuteten? Die australischen Ureinwohner, die Aboriginals, haben ähnliche Darstellungsformen entwickelt.
Die Sandsteinfelsen sind von einer harten Patina, dem "Wüstenlack" bedeckt, und die Gravierungen sind durch diesen Belag gemeißelt worden. Über die Gravierungen bildete sich mit der Zeit diese Patina auf Neue und schützte sie so vor dem Verwittern. Die Reste kleiner, primitiver Feuersteinmeißel, die diesem Zweck dienten, liegen am Fuße einiger gravierter Felsen.
Inzwischen ist die Frage beantwortet, weshalb man so viele Felsgravuren und Malereien so dicht am Rande der Wüste findet. In dem Übergangsgebiet zwischen Namib und dem inneren Hochland müssen schon in sehr früher Zeit Grasweiden bestanden haben. Die großen Tierherden, die hier gelebt haben, mußten sich an den wenigen Wasserstellen sammeln, um ihren Durst zu löschen. Ein leichtes für den Jäger der Frühzeit, hier Beute zu machen. Deshalb waren die Randgebiete, die sich unmittelbar an die Wüste anschlossen, ziemlich dicht besiedelt - so das Erongo-Gebirge, das Khomashochland, die Spitzkoppe, die Naukluft, der Brandberg und Twyfelfontein. In der Nähe dieser Wasserstellen finden wir auch die von Jägern geschaffenen Felsbilder.
Die Felszeichnungen von Twyfelfontein wurden von dem Franzosen Abbé Henri Breuil entdeckt. Die Stelle hieß bei den Damara "Uri-Aus", was "plätschernde Quelle" bedeutet. Levin, der nach dem Zweiten Weltkrieg das Gelände für eine Viehzucht erwarb, müssen Zweifel über die Qualität des Wassers gekommen sein. Er nannte die Gegend "fragwürdige Quelle".
Der Verbrannte Berg ist der höchste Teil eines vegetationslosen Höhenzugs. Vor etwa 200 Mio. Jahren lag hier ein eher unscheinbarer, ca. 200 m hoher Hügel aus Karroo-Schiefer und Sandstein. In diesen Hügel drangen dann vor 80 Mio. Jahren Lavamassen aus Dolerit ein, die möglicherweise durch einen Schwelbrand in geologisch alter Zeit ihre Verfärbungen in Grau, Schwarz, Lila und Weiß erhalten haben und bei Sonnenuntergang wie Feuer leuchten.
Der versteinerte Wald ist ein geologischer Leckerbissen, Zeuge eines ganz anderen Klimas in der geologischen Vergangenheit. Auf einem Gelände von über 60 ha liegen mächtige fossile Baumstämme in der offenen Trockensavanne herum. Der längste Stamm, den man gefunden hat, maß 46 m, der dickste der vorhandenen Stämme hat 6 m Umfang und ist 30 m lang. Die versteinerten Stämme weisen die typischen Muster von Baumrinde, Astlöchern und Wachstumsringen auf. Sie sind etwa 300 Mio. Jahre alt, was unserer Steinkohlezeit (Karbon) entspricht. Man konnte feststellen, daß es sich um Nadelbäume handelt, wie sie auch aus den Steinkohleschichten des Ruhrgebiets bekannt sind. Möglicherweise wurde ein Wald der näheren oder weiteren Umgebung von Wassermassen entwurzelt und hierhergeschwemmt. Wahrscheinlich wurden die Stämme von Schlammassen luftdicht abgeschlossen und mit Erdreich bedeckt, so daß sie nicht verwesen konnten. Silikathaltiges warmes Wasser drang in die Zellen ein, und beim Abkühlen lagerte sich das Silikat so ab, daß Zelle für Zelle versteinerte, aber in ihrer Struktur erhalten blieb. Spätere Abtragungsvorgänge haben die Stämme wieder freigelegt. Dieses Gebiet ist einmalig, denn hier gibt es nicht nur viele versteinerte Bäume, sondern auch die Kombination fossiler Bäume und Welwitschias, die oft als lebende Fossilien beschrieben werden.
Walvis Bay, der einzige Großhafen an der Küste Namibias, war bis 1994 südafrikanische Enklave.
Die ersten Europäer siedelten sich 1844 in der Walfischbucht an, schon ein Jahr später folgten die ersten Missionare. Im Gegensatz zur Nachbarstadt Swakopmund wohnen hier nur sehr wenige Deutsche. Von den etwa 30000 Einwohnern arbeiten die meisten im Hafen und in der fischverarbeitenden Industrie.
Der Tiefseehafen ist vor der offenen See durch eine Landzunge geschützt, die im Norden mit dem Pelican Point endet. Dort, wo die Landzunge mit dem Festland verbunden ist und die Gewässer seicht sind, hat sich eine beachtenswerte Vogelwelt mit Pelikanen und Flamingos erhalten. Für den Tourismus hat die Stadt nicht viel zu bieten - aber für Liebhaber von Seevögeln ist sie ein wahres Paradies. Eine unglaubliche Artenvielfalt findet sich hier; Vogelkundler haben mehr als 70 Arten gezählt. Besonders an Pelikanen und unzähligen Flamingos kann man sich erfreuen.
Der hohe Stickstoffgehalt des Benguela-Stroms unterstützt den Plankton-Reichtum der Gewässer - eine gute Nahrungsgrundlage für Wale und Sardinen. Auch Robben finden hier gute Lebensbedingungen.
Walvis Bay liegt in einem Teil des Kuiseb-Deltas. Sehr selten führt der Fluß Wasser bis zum Meer. Das meist Wasser versickert in einer 61 m dicken Sandschicht, die ein natürliches Speicherbecken darstellt. Bis dieses Wasser das Meer erreicht, dürften zwischen dem Versickern im Inland und dem Eindringen in die See etwa 70 Jahre vergehen.
Das Waterberg Plateau zählt zu den eindrucksvollsten Landschaften des Nordens. Es überragt das umliegende Land um ungefähr 200 m. Seine steilen Felswände und faszinierenden Felsformationen sind ein Habitat für mehrere seltene Wild- und Vogelarten - Namibias einzige Brutkolonie des Kapgeiers ist z.B. hier zu finden. Ebenso beherbergt der Park Breitmaulnashörner, Impalas, Pferdeantilopen, Geparden, Leoparden und viele weitere Tiere.
Das Plateau, in seinen Umrissen einem umgedrehten Wal vergleichbar, erstreckt sich nordöstlich - südwestlich über eine Länge von 48 km, während die Breite zwischen 8 und 16 km schwankt. Der Waterberg ist ein verwittertes Überbleibsel des Sandsteinmantels, der von vielen Millionen Jahren große Teile Namibias bedeckte. Die niedere Omingonde-Formation kam zustande, als sich Sedimente von den umliegenden Hochländern in einer Senke ablagerten, die zeitweilig mit flachem Wasser bedeckt war. Die höhere Omingonde-Formation bildete sich während einer Trockenperiode, als der Wind die Senke mit Sand auffüllte. Ein Muster in den Sandsteinschichten zeigt an, daß der Wind mal aus dem Nordosten, mal aus dem Nordwesten geweht haben muß.
In der Endphase der Karruzeit verursachte der verstärkte Druck in der Erdkruste die Erhebung der Karrusedimente. Südlich einer imaginären Linie, die Grootfontein und Omaruru miteinander verbindet, formten diese erhobenen Sedimente ein Plateau, das sich über mehr als 300 km nach Westen erstreckte. Zu großen Teilen wurde es über die darauffolgenden Jahrtausende vernarbt und zerfurcht, aber der widerstandsfähige Etjo Sandstein verhinderte die Erosion des Waterberg und einiger anderer isolierter Berge.
Dem einzigartigen Mikroklima verdankt der Waterberg seinen Wasserreichtum, so daß seltene Pflanzen und Bäume gedeihen können. Die Feuchtigkeit wird dadurch verursacht, daß sich an den über der Ebene emporragenden Bergen die Wolken abregnen. Die sandige Erde auf der Hochebene speichert nur wenig Wasser. Das Regenwasser fließt daher die Schichtfugen oder Nähte entlang, die während der Erdkrustenbewegung im Etjo Sandstein entstanden. Wo das Wasser die Schicht des undurchlässigen Lehmsteins in der Omingonde-Formation erreicht, drängt es sich an die Oberfläche und springt am Fuß der Felswände als Quellwasser aus der Erde hervor. An den südöstlichen Abhängen treten deshalb zahlreiche Quellen aus dem Gestein, die dem Berg seinen Namen gegeben haben.
Der Waterberg und seine Umgebung haben eine ereignisreiche und interessante Geschichte. Ein Beweis dafür, daß das Plateau im Steinzeitalter von Menschen bewohnt wurde, sind die Felszeichnungen am Karakuwisaberg. Auch die Hirtenvölker fühlten sich in diesem Gebiet heimisch. Der legendäre Hererohäuptling Kambazembi soll eine 40000 Stück starke Viehherde im Gebiet des Waterberg besessen haben. Eine Missionsstation der Rheinischen Mission wurde 1873 erbaut. Während des Khoikhoi - Herero Krieges um 1880 wurde sie zerstört und erst 1891 wieder aufgebaut. Fünf Jahre später gründeten die Deutschen am Waterberg einen Polizeiposten. Aus Angst, ihr Land zu verlieren, bewaffneten sich die Hereros im Jahre 1904 gegen die deutsche Schutztruppe, während diese damit beschäftigt war, im Süden den Aufstand der Bondelzwarts zu unterdrücken. Nach ein paar Gefechten kam es im August desselben Jahres am Waterberg zum entscheidenden Gefecht zwischen der deutschen Schutztruppe und den Hereros, in der die letzteren geschlagen wurden. Die Überlebenden flohen nach Osten in das unfruchtbare Omaheke-Sandveld. Mehrere flohen sogar bis in das heutige Botswana.
Die Welwitschia mirabilis, die der Namibia-Neuling zunächst für eine abgeschlaffte Agave halten könnte, gilt als eine der merkwürdigsten Pflanzen der Erde. Da sie nur in der Namib vorkommt, in einem schmalen Saum vom Kuiseb bis nach Südangola hinein, wurde sie in das Landeswappen aufgenommen. Benannt ist sie nach dem österreichischen Mediziner Friedrich M.J. Welwitsch, der in Lissabon als Biologe wirkte, auf einer Forschungsreise 1859 in Südangola ihre botanische Bedeutung erkannte und sie als erster in der Fachliteratur beschrieb.
Aus einer rübenförmigen hölzernen Pfahlwurzel, die bis 1,5 m in die Tiefe reicht und sich in der Erde verzweigt, wachsen zwei lederartige, auf dem Boden aufliegende Blätter, die mehrere Meter lang werden können; bis acht Meter wurden gemessen. Sie sterben an der Spitze ab, wachsen aber zeitlebens nach. Mit der Zeit zerreißen sie entlang der parallelen Blattrippen in viele lange Blattbänder. Daher ist nur bei ganz jungen Pflanzen die paarige, symmetrische Anordnung zu erkennen. Die Pflanze ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen. In den Blattachsen stehen die Blüten, die Ähnlichkeit mit denen der Nadelbäume aufweisen. Die weibliche Pflanze hat als Blütenstände größere blaugrüne Zapfen, die männliche hat kleinere, zahlreichere Zapfen, die lachsfarben und auf kleinen Büscheln angeordnet sind. Das Wurzelsystem ist deutlich zweigeteilt. Die schon erwähnte Pfahlwurzel holt Wasser aus tieferen feuchteren Schichten (kein Grundwasser). Kleinere Seitenwurzeln sind unter der Oberfläche verzweigt und dienen der Wasseraufnahme nach geringen Niederschlägen. Über das Alter der größten Exemplare ist viel spekuliert worden. Ob sie wirklich über 2000 Jahre alt sind, wie oft behauptet wird, konnte bisher nicht bewiesen werden. Messungen nach der Radiokarbonmethode (C14) haben bei mittelgroßen Pflanzen jeweils ein Alter von unter 1000 Jahren ergeben. Ein Alter von mehreren hundert Jahren ist jedenfalls nichts Außergewöhnliches.
Die unter Naturschutz stehende Welwitschia bietet Lebensraum für allerlei Getier: Fliegen, Bienen, Hummeln, Wespen und Wanzen sieht man bei näherem Hinsehen. Auch Spinnen, Echsen, Skorpione und Schlangen suchen ihre Nähe. Die Welwitschia läßt sich nicht eindeutig in das System der Pflanzen einordnen; möglicherweise ist sie das Relikt einer nicht mehr existierenden Entwicklungsreihe und stellt sozusagen wie die Neandertaler oder die Saurier eine Sackgasse in der Evolution der Lebensformen dar.
Die Landeshauptstadt Windhoek liegt 1656 m ü. M. in einem Becken des zentralen Hochlands, umrahmt von den Auas- und Erosbergen im Süden und Osten und dem Rand des Khomas-Hochlands im Westen. Mehrere warme Quellen, die hier bis in jüngste Zeit existierten, sind der Grund für die große Anziehungskraft, die dieser Platz seit jeher ausübte. Er hieß auf Herero Otjomwuise ("Dampfplatz"), auf Nama Aigams ("Feuerwasser").
Als Jonker Afrikaaner 1840 die Herero, die ihre Weidegründe nach Süden bis Mariental ausgedehnt hatten, nach Norden bis hinter die Auasberge zurückgetrieben hatte, ließ er sich hier an der mächtigsten Quelle im heutigen Klein-Windhoek nieder und benannte den Ort nach der Farm Winterhoek im Kapland, von der seine Familie stammte. Der Ort wechselte danach noch mehrfach seinen Namen.
Im Zuge heftiger Stammeskämpfe zwischen Herero und Nama wurde der Ort einige Male zerstört und verlassen.
Am 18. Oktober 1890, dem "Gründertag", traf die erste Abteilung der deutschen Schutztruppen im Lande ein. Hauptmann Curt von Francois wählte wegen der guten Wasserversorgung, v. a. aber wegen der günstigen Verteidigungssituation diesen Ort zu seinem Standplatz und gab ihm, indem er die alte Bezeichnung Winterhoek leicht abwandelte und eindeutschte, den Namen Windhoek. Er legte den Grundstein für ein Fort, die "Alte Feste" und verlegte schon 1891 die Verwaltung von ihrem bisherigen Sitz Otjimbingwe am Swakop hierher.
Alsbald trafen Siedler und Kaufleute ein. Die Versorgung wurde durch Ochsenwagen von der Küste her gewährleistet, zunächst vom britischen Walvis Bay, ab 1892 vom neu gegründeten Swakopmund. 1902 konnte die Schmalspurbahn von der Küste aus in Betrieb genommen werden.
Nachdem 1907 die Herero- und Nama-Aufstände niedergeschlagen worden waren, vermehrten sich die Farmansiedlungen. Gewerbe und Handel blühten auf. Eine Phase reger Bautätigkeit begann, die 1915, als im Zuge des Ersten Weltkrieges die südafrikanischen Truppen die Stadt übernahmen, endete. Nach einer Zeit der Stagnation setzte erst nach dem Zweiten Weltkrieg der moderne Ausbau ein. Neue Wohnviertel und Vororte wurden für die ständig anhaltende Zuwanderung erschlossen. 1968 wurde im Nordwesten die Vorstadt Katatura - ein Wort aus der Herero-Sprache: "Ort, an dem wir nicht wohnen wollen" - für die schwarze Bevölkerung fertiggestellt, ein riesiger Wohnbezirk mit langgestreckten Häuschen für Familien und großen Wohnblocks für Kontraktarbeiter. Ihre Häuser wurden gekennzeichnet mit "D" für Damara, "N" für Nama, "O" für Ovambo sowie "H" für Herero. Dort wohnen die meisten schwarzen Windhoeker. Für Farbige gibt es die Siedlung Khomasdal, die an Windhoek West anschließt. Seit Aufhebung der Apartheid ist die Wahl des Wohnviertels eine rein finanzielle Frage; daher sind im Nobelviertel Klein-Windhoek jenseits der Hügel im Osten die Weißen noch weitgehend unter sich.
Die Bauten aus der kurzen Zeitspanne vor dem Ersten Weltkrieg machen den Charme der Stadt aus, die allerdings an eigentlichen Sehenswürdigkeiten nicht viel bietet. In der kurzen Zeit der Unabhängigkeit hat sich das Bild des Stadtzentrums grundlegend geändert; z.B. wurden eine Fußgängerzone und neue Einkaufszentren angelegt.
In der weitläufigen, locker bebauten Stadt setzen einzelne Hügel Akzente. Auf der Anhöhe nahe dem Stadtzentrum steht in freier Lage und von allen Seiten sichtbar, die Christuskirche. Sie wurde 1907-10 aus Quarzit der Windhoeker Umgebung erbaut und war die erste evangelische Kirche in Südwestafrika. Die Planung, schon vor der Jahrhundertwende begonnen, wurde durch Unstimmigkeiten hinsichtlich Entwurf und Standort lange hinausgezögert, so daß erst nach dem Hererokrieg mit dem Bau begonnen werden konnte. Dadurch kam dann auch der Gedanke auf, daß diese Kirche als Friedensdenkmal dienen solle.
Der "Tintenpalast", das jetzige Parlamentsgebäude, wurde 1912 als Verwaltungssitz von Deutschsüdwestafrika fertiggestellt. Seine Architektur wirkt im Vergleich zu den anderen Kolonialbauten streng und modern. Die alte Turnhalle von 1913 wurde im Verlauf der namibischen Unabhängigkeitsbewegung ab 1975 weltweit bekannt. 1975 / 76 war sie Sitzungssaal für die konstitutionelle, an Südafrika angelehnte "Turnhallen-Versammlung", 1978 - 1984 Sitz der Nationalversammlung und des Ministerrats.
Die eigentliche Attraktion von Windhoek liegt in der Atmosphäre des städtischen Milieus, einer Mischung aus Provinzialität und Weltoffenheit, aus deutscher Tradition und afrikanischem Laisser-aller. Man ist frappiert, wie stark die Auswirkungen der drei Jahrzehnte deutscher Herrschaft, die bereits 1919 zu Ende ging, noch heute sind. Viele Straßennamen lauten wie eh und je nach deutschen Gouverneuren und Staatsmännern, wenn auch die Kaiserstraße - nach Kaiser Wilhelm II. - seit 1990 Independence Avenue heißt.
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