über das Land
Der Südwesten Afrikas - in der Sprache der Herero "Land der unendlichen Horizonte" - hatte bis weit in die Kolonialzeit hinein keinen historisch gewachsenen Namen. Man behalf sich mit regionaler Einordnung: Deutschsüdwestafrika / South West Africa. Das Kürzel SWA blieb für Jahrzehnte quasi Staatsname, erschien z.B. bis zur Unabhängigkeit auf Briefmarken, in Firmennamen u.a.
Ende der 60er Jahre präsentierte die UNO Unabhängigkeitspläne und erstmals den Namen Namibia (nach der Namib-Wüste, was soviel wie "Nichts" bedeutet). Er galt in Südafrika als verpönt: "Wenn du das auf einen Brief nach SWA schreibst, landet der sicher im Papierkorb", wurde noch Ende der 70er Jahre gewarnt. Ganz allmählich setzte sich der neue Name durch. "Südwestafrika (oder Namibia, wie es oft heißt)..." war Mitte der 80er in einer Broschüre zu lesen. Am Ende des Jahrzehnts wurde daraus "Südwestafrika / Namibia". Seit der Unabhängigkeit ist der "Mädchenname" SWA auf dem Rückzug, zwar noch bisweilen zu finden, aber mit abnehmender Tendenz. An den Grenzen etwa wurde der Kolonialname übermalt und durch "Namibia" ersetzt.
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Offizieller Name: |
Republik Namibia |
Hauptstadt: |
Windhoek |
Fläche: |
823168 km² |
Ausdehnung: |
17° - 29° südl. Breite 12° - 25° östl. Länge |
Nord - Süd - Ausdehnung: |
1470 km (Kunene - Oranje) |
Ost - West - Ausdehnung: |
420 km (im Süden) 1450 km (Atlantik - Caprivi-Zipfel im Norden) |
Geographische Gliederung: |
Küstenstreifen, anschließend Wüste Namib, im Inneren flachwelliges Zentralplateau als Teil der Großen Randstufe, überragt von einzelnen Gebirgsstöcken, im Osten Kalaharibecken mit Dornsavanne |
Klima: |
Subtropisches Trockenklima mit unregelmäßig verteilten Niederschlägen |
Hauptflüsse: |
Okavango, Kunene, Großer Fischfluß |
Höchster Punkt: |
Brandberg, 2610 m |
Tiefster Punkt: |
Meeresspiegel |
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Die Regierung |
Regierungsform: |
Präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem (seit 21.3.1990) |
Staatsoberhaupt: |
Staatspräsident |
Regierungschef: |
Ministerpräsident |
Administrative Gliederung: |
21 Distrikte, 10 Homelands |
Legislative: |
Nationalversammlung mit 72 Abgeordneten |
Gerichtswesen: |
1 Obergericht, 24 Magistratsgerichte |
Streitkräfte: |
Ursprünglich (nach der Unabhängigkeit) 9000 Mann, soll auf 25000 Mann aufgestockt werden |
Die Leute |
Bevölkerungszahl: |
1876000 (1990) |
Sprache: |
Englisch als Amtssprache Deutsch, Afrikaans, Bantu- u. andere afrikanische Sprachen als Umgangssprachen |
Religion: |
Christen über 80%, Anhänger von Naturreligionen |
Die Wirtschaft |
Währung: |
Namibia-Dollar |
BSP je Einwohner: |
1020 US-$ (1984) |
Jährlicher Zuwachs: |
-1,1% (1983-1985) |
Handelsbilanz: |
512 Mio. US-$ (1986) |
Importgüter: |
Nahrungsmittel, Fertigwaren |
Exportgüter: |
Bergbauprodukte über 70% (darunter Diamanten ca. 30%, Uranerz ca. 40%, Kupfer, Blei, Zink, Wolfram), Fleisch, Fisch, Karakul-Felle |
Handelspartner: |
Rep. Südafrika, EG-Länder, USA, Japan |
Tageszeitungen: |
3 mit einer Auflage von 21000 (1986) |
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Das Umfeld
Namibia hat vier Nachbarn. Im Süden und Südosten liegt die Republik Südafrika, die bisherige Mandats- oder Kolonialmacht. Dem "großen Bruder" ist man durch eine Wirtschafts- und Währungsunion immer noch verbunden. Im Osten grenzt Namibia an Botswana: schnurgerade an der "Linealgrenze" des 20. und 21. Längengrads. Im Norden bildet der zum Zambezi vorspringende namibische Caprivi-Strip (dieser Zipfel ist ein geographisches Unikum aus der Kolonialzeit) die Begrenzung. Der nördliche Nachbar Angola kommt nach jahrelangem Bürgerkrieg erst allmählich zur Ruhe. Die Grenze verläuft zwischen dem 17. und 18. Breitengrad, teilweise ebenfalls auf "Linealgrenzen", teilweise den Flüssen Kunene im Westen und Okavango folgend. Dank des Caprivi-Zipfels hat Namibia vom Zambezi bis zum Kwando-Fluß auch eine Grenze mit Zambia. Nur punktuell reicht Namibia an Zimbabwe, das frühere Rhodesien. Im östlichen Teil des Caprivi-Strip berühren sie sich bei der Mündung des Chobe in den Zambezi im Dreiländereck Namibia / Botswana / Zimbabwe.
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