Irland

Sehenswürdigkeiten

Adare

Das typisch irische Dorf mit seinen sanierten Cottages und den Reetdächern wird in vielen Reiseführern als schönstes Dorf Irlands gepriesen. Hunderte von Touristen unternehmen vom zehn Meilen entfernten Limerick einen Abstecher hierher. Aber nicht jeder kann sich für Adare begeistern. Es wurde vom Earl of Dunraven planmäßig angelegt und wirkt auch heute noch fast künstlich.

Blackwater Hochmoor

Der Blackwater Bog erstreckt sich durch vier Grafschaften: Offaly, Westmeath, Roscommon und Galway. Er bedeckt eine Fläche von rund 8000 ha.
Die Moore von Blackwater werden ausschließlich für die Produktion von gemahlenem Torf verwendet. Er wird an das "Electricity Supply Board" für die Herstellung von Elektrizität verkauft. Das Kraftwerk in Shannonbridge ist das größte seiner Art in Irland. 200 Personen arbeiten hier. Mit der Eisenbahn, der "Clonmacnoise and West Offaly Railway", wird der "geerntete" Torf vom Moor zum Kraftwerk transportiert. Außerdem werden dort auf einer 9 km langen Rundtour Führungen mit der Eisenbahn durchgeführt.

Moor und Torfabbau
In der Nacheiszeit (ab ca. 7000 v. Chr.) entstanden Moore, die nahezu 16% der Inseloberfläche (12000 bis 13000 qkm) bedecken - es sind die letzten noch überwiegend intakten Moorgebiete in Europa.
Moore gedeihen am besten in Gebieten mit hohen Niederschlägen, niedrigen Temperaturen und wenig Verdunstung. Die schwammige braune Masse besteht zu 90% aus Wasser, dann aus Flechten, Farnen und besonderen Moosen. Ihre Aufgabe ist es, bei Trockenheit Wasser aus dem Untergrund nach oben zu transportieren, um das Biotop lebensfähig zu halten. Absterbende, verrottende Pflanzen lassen den "Bog" - wie die Iren ihre Moore nennen - langsam wachsen, durchschnittlich bis zu einem Zentimeter im Jahr. Man unterscheidet zwischen Hochmooren (raised bogs) und Nieder- oder Deckenmoore (blanket bogs), daneben gibt es aber auch große Flächen von Berg- und Küstenheide, Sumpf- und Marschland.
Die Niedermoorflächen nehmen allerdings nur ein Gebiet von etwa 1000 qkm ein. Die flächenmäßig zweitgrößte Moorart ist das Hochmoor, das jedoch nicht - wie der Name zunächst vermuten läßt - in Hang- oder Berglagen zu finden ist. Mit "Hoch" ist vielmehr die Art des Wachstums charakterisiert - die Mächtigkeit der Moore beträgt hier bis zu 7 Meter. Hochmoore finden sich vor allem im Landesinnern. Sie werden aus Torfmoosen gebildet, die übereinander und über das umliegende Land hinauswachsen und so hohe Torfschichten bilden. Sie entstehen auf den zentralen Kalksteinebenen, wo es viel regnet und das Wasser nicht schnell genug abfließen kann. Flachmoore hingegen werden von Grund- oder Hangwasser gespeist - dies ist vor allem im Westen und in Berglagen der Fall. Sie werden meist nicht mehr als 2 Meter dick.
Torf wird in Irland seit alters her per Hand gestochen, getrocknet und als Brennstoff benutzt. Man nimmt dafür einen Spaten mit einem langen schmalen Blatt, den sogenannten "Sléan". Anschließend werden die Soden zum Trocknen gestapelt, mehrfach gewendet und im Spätsommer eingefahren. Im offenen Feuer oder im Küchenherd werden sie dann verbrannt und entfalten dabei ihren charakteristischen Torfgeruch.
Der industrielle Torfabbau begann Mitte der 40er Jahre unseres Jahrhunderts mit der Gründung des halbstaatlichen Torfamtes Bord na Móna 1946 und dem Bau des ersten Torfkraftwerkes in Portarlington 1950. Bord na Móna gehört heute 9% der gesamten Moorfläche Irlands. Da sich der industrielle Abbau nur in den Hochmooren lohnt, hat er bislang nur die Zentralebene betroffen.
Die großen Moore der Midlands werden seit 1946 industriell abgebaut. Die Moore werden trockengelegt und maschinell abgeräumt. Riesige Maschinen schälen Schicht um Schicht ab und spucken sie als Würfel oder Würste wieder aus. Die Soden werden getrocknet, zermahlen, zu Briketts gepreßt oder in kleinen Kraftwerken in Elektrizität verwandelt. Riesige Schneisen entstehen in der bislang intakten Naturlandschaft. Zurück bleibt Ödland mit zerstörter ökologischer Struktur. Das Torfamt argumentiert, daß die abgetorfte Landschaft für Wiederaufforstung genutzt werden kann oder Seen für den Wassersport entstehen könnten. Außerdem fänden durch den Torfabbau im Frühjahr und Sommer mehr als 6000 Menschen Arbeit.
Negativ hingegen ist, daß es in mancher Grafschaft schon heute keine intakten Moorgebiete mehr gibt: pro Jahr werden acht Moore zerstört - so die Statistiken. Nur noch 5% von Irlands drei Millionen Hektar Moorflächen befinden sich im natürlichen Zustand. In nicht allzu ferner Zukunft werden die Vorräte erschöpft sein. Die Umweltschützer mahnen zum Rückzug.
Es entsteht ein harter Interessenskonflikt: Torf entlastet Irlands Energieimportüberhang, 12% der Elektrizität der Republik Irland werden mittels Torf gewonnen. Gleichzeitig aber bedeutet der industrielle Torfabbau die Zerstörung einer einzigartigen Naturlandschaft.

Blasket Islands

Die Blasket Islands, die westlichsten Punkte Irlands (oft wird fälschlicherweise auch behauptet, Europas), sind eine felsige Inselgruppe, die bis 1953 von einer gaelisch sprechenden Bevölkerung bewohnt wurden. 1954 wurden die Menschen per Regierungsbescheid zwangsweise auf das Festland umgesiedelt, weil der Fischfang die 24 Bewohner angeblich nicht mehr ernähren konnte.
In den 30er Jahren strömten Sprachforscher und Ethnologen in Scharen auf die Blaskets, denn schon zu jener Zeit gab es in Europa kaum einen anderen Ort, wo alte Traditionen noch so intakt waren.

Blennerville

Das kleine Dörfchen war während der großen Hungersnot (1845-48) Auswanderungshafen der Iren aus Kerry, die von hier aus die Reise nach Amerika ins Ungewisse antraten.
Die leuchtend weiß gekalkte Windmühle ist schon von weitem sichtbar. Sie ist im Guinness Buch der Rekorde als größte betriebsbereite Windmühle Irlands und Großbritanniens verzeichnet. Ende der 18. Jahrhunderts erbaut, wurde sie ca. 100 Jahre später wieder aufgegeben. Vor dem endgültigen Verfall rettete sie ein umfangreiches Restaurierungsprogramm, das 1984-92 im Zuge von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen einrichtete.

Bunratty Castle

Bunratty Castle ist eine wohlrestaurierte Bilderbuch-Burg mit kostbarer Innenausstattung. Das jetzige Tower House wurde 1450 an der Stelle der Vorgängerburgen begonnen und 17 Jahre später beendet. Im 16./17. Jahrhundert diente es als Festung für die Könige der O’Briens und später den Grafen von Thormond und Nord Munster. 1954 ließ Lord Gort die Burg restaurieren und mit authentischen Möbeln ausstatten. Heute wird sie für die irische Nation treuhänderisch verwaltet.

Burren

Eine gänzlich unerwartete, urzeitlich scheinende Mondlandschaft erstreckt sich im nördlichen Teil des County Clare auf einer Fläche von knapp 250 Quadratkilometern zwischen dem Atlantik im Norden und Westen sowie der Grafschaftsgrenze nach Galway: der sogenannte Burren ("großer Stein" auf gaelisch). Einer der Getreuen Cromwells beschrieb die Einöde folgendermaßen: "Ein Land mit zu wenig Wasser, um einen zu ersäufen; zu wenig Bäumen, um einen aufzuhängen; zu wenig Erde, um einen zu begraben."
Der Burren ist eine Kalksteinlandschaft, in die sich im Laufe der Jahrhunderte seltsam anmutende Wege eingegraben haben und auf der durch Erosion bizarre Hügel und Klippen entstanden sind. So ist diese einzigartige Landschaft mit ihren langgestreckten, verkarsteten Hügelketten geschaffen worden. Die in Europa einzigartige Landschaft besteht aus kahlem Kalkstein und entstand vor 15000 Jahren, als eiszeitliche Gletscher die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Längsrinnen durch das Kalksteinplateau zogen. Die Eismassen ließen neben zyklopischen Findlingen die Samen arktischer Pflanzen zurück, was zu der heute so einzigartigen Vegetation des Burren führte, einer Mischung aus arktischen, alpinen und mediterranen Gewächsen.
Obwohl der Burren auf den ersten Blick rauh und trostlos erscheint, finden sich hier die seltensten Pflanzen Irlands. Oft sind es Pflanzen, die es in diesen Breitengraden eigentlich gar nicht geben dürfte. Einst war der Burren bewaldet, Rodungen der steinzeitlichen Siedler, die das Gebiet vor rund 5000 Jahren bewohnbar machten, leiteten die Erosion ein.

Castletownbere

Im Krieg diente der kleine Ort am Fuß der Slieve Miskisch Mountains als Marinestützpunkt gegen die Engländer. Der gewaltige Naturhafen wird durch Bere-Island, das vorgelagert ist, geschützt. Heute ist er Ausgangspunkt der Hochseefischerei.

City of Fahan

Am Abhang des Mount Eagle liegt die "City of Fahan", die ausgedehnteste Anlage von Bienenkorbhütten. Über 400 sollen in der Gegend gezählt worden sein, aber nur selten kann man mit Sicherheit sagen, welche Hütte von frühchristlichen Mönchen erbaut wurde und welche sich irgendein Kleinbauer im letzten Jahrhundert - oder vorher, oder nachher - als Stall oder Vorratskammer im bewährten Baustil errichtete, 2000 oder 3000 Jahre alte Strukturen mischen sich mit "modernen" Lebensformen.

Clifden

Der kleine Ort liegt malerisch zwischen den Gipfeln der Twelve Bens und der atlantischen Westküste am Ufer der Arbear Bay. Der Ort wurde 1812 gegründet, gewissermaßen am Reißbrett. Die beiden Stadtkirchen dominieren das Stadtbild, das mit seinen weiten offenen Straßen sehr sympathisch wirkt. Überhaupt ist der Ort zwar ein wenig verschlafen, aber dennoch freundlich und mit seinen bunten Häusern einladend. Durch die einzigartige Landschaft entwickelte sich Clifden schon früh zu einem beliebten Ziel im irischen Westen.

Cliffs of Moher

Die bis zu 200 Meter hohen Cliffs of Moher erstrecken sich über acht Kilometer lang von Hags Head im Südwesten bis Aillensharragh, einer steilen Landzunge im Nordosten. Die beste Aussicht hat man von O’Brien’s Tower, gewaltige, bastionsartige Felsabstürze erstrecken sich zu beiden Seiten des 1835 errichteten Aussichtsturms.
Die aus Sandstein und Schieferton zusammengesetzten Felsen bieten für zahlreiche Seevögel bevorzugten Lebensraum und Niststätten. In den Felsspalten leben Massen von Seemöwen und Dreizehenmöwen, aber auch Papagaientaucher, Eissturmvögel, Trottellummen und vereinzelt Wanderfalken.

Clonakilty

Clonakilty ist ein kleiner Marktflecken im Herzen einer äußerst fruchtbaren Region. Durch den Ort verläuft der kleine Feale River, der hier an der Clonakilty Bay ins Meer fließt. Einige interessante alte Gebäude sind die Brauerei, die Mühle, ein Lagerhaus und drei Kirchen, die noch in Betrieb sind. Eine vierte Kirche dient jetzt als Postamt.
Dieses Städtchen ist die Heimat von Michael Collins, dem führenden IRA-Kopf während des Unabhängigkeitkrieges und Befürworter der Teilung des Landes. Auch eine weitere prominente Persönlichkeit, nämlich der Automobilgigant Henry Ford, stammt aus einem nur 8 km Clonakilty entfernten Dorf.

Clonmacnoise

Wunderschön in die malerische Landschaft des Shannon eingebettet, ist Clonmacnoise ein typisches Beispiel einer frühen irischen Klosteranlage. Die im Jahre 548 vom hl. Cierán gegründete Anlage schließt eine Kathedrale, neun Kirchen (10.-13. Jahrhundert) und zwei Rundtürme ein, die über den sanft zum Shannon abfallenden Uferhang verstreut liegen.
Obwohl der Heilige bereits kurz nach der Gründung starb, wuchs das Kloster schnell zu einem Zentrum der frühirischen Gelehrsamkeit heran. An Bedeutung war es im frühen Mittelalter nur mit dem Kloster in Armagh zu vergleichen. Aufgrund seines Reichtums und der äußerst günstigen Lage - hier treffen sich die Hauptverkehrswege der Insel, die Ost-West-Straße und der Shannon als wichtigster Nord-Süd-Transportweg - wurde Clonmacnoise zwischen 841 und 1204 viele Male geplündert oder niedergebrannt: von den Wikingern, den Normannen und Invasoren aus Munster. Als Sitz eines verarmten Bischofs überdauerte Clonmacnoise noch das späte Mittelalter, bis es 1552 von einer englischen Garnison aus Athlone überfallen, ausgeraubt und anschließend dem Verfall preisgegeben wurde. "They did not leave a bell, large or small, an image or an altar, a book or a gem, or even a glass in a window."
Der Besucher findet in Clonmacnoise keine einzelne große Kirche, sondern das Kloster bestand in seiner Blütezeit, etwa vom 6. bis 12. Jahrhundert, aus einigen kleinen schlicht gebauten Kirchen aus Holz. Dazwischen verteilt war eine große Anzahl von Holzhütten, die als Mönchsunterkünfte dienten. Es ist anzunehmen, daß die gesamte Anlage von einem Erd- oder Steinwall umgeben war, was aber nicht mehr erkenntlich ist. Heute sieht man eine Gruppe zerfallener Steinkirchen relativ späten Ursprungs, die zusammen mit zwei Rundtürmen und drei Hochkreuzen in einem Friedhof steht.

Cong Abbey

Cong Abbey wurde 1120 an der Stelle eines früheren Klosters errichtet. Mit ihrem interessanten Kreuzgang und den eindrucksvoll verzierten Portalen gilt die Abtei als Höhepunkt der irischen Romanik. Portal und Kreuzgang sind restauriert, ebenso die "Fischerhütte" der Mönche auf einer steinernen Plattform im Fluß - durch eine Öffnung im Boden holte man sich herauf, was die klösterliche Fischküche dann frisch auf den Tisch brachte. 1198 starb hier der letzte irische Hochkönig, Rory O’Conor.

Connemara

Connemara ist Teil der Provinz Connaught, einer der vier alten irischen Provinzen. "To hell or to Connaught", zur Hölle oder nach Connaught - so lautet ein Spruch von Cromwells Truppen, als sie nach der Niederlage der Ulster-Revolution (1641-53) die katholischen Bauern massakrierten und den irischen Landadel in die unfruchtbare und steinige Einöde westlich des Shannon jagten. Etliche Grundbesitzer, die im Osten ihr Land verloren hatten, mußten mit den sauren und felsigen Böden von Connaught vorlieb nehmen - sozusagen als Entschädigung für die Enteignung ihres fruchtbaren Ackerlandes in den mittleren und östlichen Landesteilen. Unter Gewaltanwendung wurden die Einheimischen gezwungen, das Gebiet westlich des Shannon zu besiedeln. So war das nur mäßig fruchtbare, verkarstete Connemara im 18./19. Jahrhundert über seine Tragfähigkeit hinaus belastet.
Connemara: das hieß Hunger und Armut, denn auf dem kargen Boden wuchs kaum mehr als das Futter für Schafe, Kühe und die wetterfesten Connemara Ponies. Die einschneidenden Auswirkungen der großen Hungersnot trafen die nordwestliche Provinz besonders hart. Hungertote und Auswanderungswellen reduzierten die Bevölkerung auf weniger als ein Drittel.
In unserer heutigen Zeit, in der Streß und Alltagsdruck tiefe Sehnsüchte nach unverfälschter und unverdorbener Natur wachrufen, ist Connemara mit romantischen und abenteuerlichen Vorstellungen verbunden. Die ursprüngliche Natur und die traditionellen, reetgedeckten kleinen Cottages, die mit ihren dicken Steinwänden, kleinen Fenstern und Moosdächern eine Trutzburg gegen Wind und Sturm darstellen, erscheinen vielen Touristen als romantisch. Ganz anders als der liebliche Süden oder der vom Golfstrom erwärmte Südwesten verfügt Connemaras kahle Landschaft über einen Reiz besonderer Art. Es ist ein herbes, schönes Land. Steinmauern durchziehen die Felder. Die Küstenlinie ist gesäumt von unberührten, feinen Sandstränden, von zerklüfteten Halbinseln, unzähligen vorgelagerten Inseln und Felsenklippen, schwarz schimmernden Bergseen, Hochmooren und windgepeitschten Bergkegeln. Die Twelve Bens, deren höchster mit 730 Metern der Benbaum ist, sind sanfte, von den Gletschern der Eiszeit geschliffene Bergkegel, die als Wahrzeichen von Connemara gelten.
Für die hier lebenden Menschen war und ist die Gegend jedoch alles andere als romantisch. Die Lebensbedingungen sind immer noch hart. Ruinen von verlassenen Gehöften und Kirchen sind sichtbare Beweise der Armut und Not. In den letzten Jahren haben sich allerdings einige ökologische Veränderungen in der Region bemerkbar gemacht. Intensive Fischzucht in Meer und Seen, Aufforstung der Moore und Einzäunung der Weiden für eine intensivierte Schafzucht zeigen, daß die hier lebenden Menschen nach neuen wirtschaftlichen Wegen suchen und sich nicht mehr mit der "gottgegebenen", nur dem Naturschutz dienenden Einsamkeit zufriedengeben wollen. Trotzdem gibt es immer noch eklatante Bevölkerungsverluste.

Cork

Cork ist die zweitgrößte Stadt Irlands und eine der Wirtschaftsmetropolen des Landes.
Der Name ist abgeleitet vom gaelischen Corcaigh, was so viel heißt wie Marsch oder sumpfiges Gebiet. Alles begann im 7. Jahrhundert mit einer Klostergründung des heiligen Finbar auf einer Schwemmlandinsel im River Lee. Dann kamen die Wikinger, errichteten einen befestigten Stützpunkt und wurden 1172 von den Normannen vertrieben, 1378 holten sich die Iren "ihre" Stadt zurück, ab 1495 waren wieder die Engländer da, ab 1642 die Iren, ab 1649 die Engländer...
Seit 1845 ist Cork Universitätsstadt und außerdem Sitz sowohl eines protestantischen als auch eines katholischen Bischofs. Heute ist Cork eine prosperierende Handels- und Geschäftsstadt. Elegante georgianische Fassaden zeugen von einstiger Pracht, moderne Einkaufszentren und Kaufhäuser, Industrie und Verkehr von einer modernen Stadt. Die Atmosphäre ist heiter und gelassen.
Die Lage am Fluß mit den 25 Brücken und der Hafen prägen das Bild der Stadt. Viele der heutigen Straßen, auch die Haupteinkaufsstraße St. Patrick’s Street, waren einst Wasserwege, auf denen früher die Schiffe mit ihren Waren durch die Stadt fuhren. Die Lee-Mündung "Cork-Harbour" stellt einen der größten Naturhäfen Europas dar. Hier entstand eine Industriezone, die eigene Tiefwasserhäfen besitzt.

Craggaunowen Project

"Where Celtic Life is brought to life" - so die Werbung für dieses Freilichtmuseum.
Eine der Hauptsehenswürdigkeiten ist eine keltische Pfahlbausiedlung, ein sog. Crannóg - eine in dem kleinen See künstlich angelegte, mit Palisaden befestigte Insel, auf der die Behausungen aus Flechtwerk, Reet und Lehm gesetzt wurden. Weiterhin gibt es ein Ringfort, den originalgetreuen Nachbau eines Bauernhofes aus dem 4. und 5. Jahrhundert, eine eisenzeitliche Straße und eine Gemeinschaftskochstelle.
Unweit des Museums liegt die Burg Craggaunowen, die von dem Kunsthistoriker John Hunt restauriert wurde und eine Sammlung seiner Kunstschätze aus dem Mittelalter enthält.

Creagh Gardens

Das milde Klima von West Cork läßt hier viele seltene Pflanzen üppig gedeihen. Neben Rhododendren, Magnolien und Kamelien wachsen hier auch empfindliche Pflanzen wie Fuchsien oder Stechäpfel, die sonst nur in Gewächshäusern gedeihen. Inspiriert durch den "Malenden Zöllner" Rousseaus entstand der Wassergarten. Neuseeländischer Flachs, Seebeeren, Becherfarn und Lilien gedeihen hervorragend in dem flachen Wasser und erinnern den Betrachter an eine Dschungellandschaft.

Derreen Gardens

Der erste Besitzer des wunderschön gelegenen Anwesens war um 1660 Sir William Petty, ein englischer Arzt aus Cromwells Truppen. Der Garten wurde 1870 angelegt und 1920 erweitert. In der üppigen Waldlandschaft mit Blick auf das Meer und die urwüchsige Umgebung kann man herrlich spazierengehen oder besser gesagt: "sich ergehen". Moosige Pfade und mit Flechten bewachsene Felsen führen durch hochgewachsene Rhododendron-, Eukalyptus- und Bambushaine, die eine subtropische Atmosphäre vermitteln.

Derrynane House

Derrynane House war das Wohnhaus von Daniel O’Connell, dem Iren, der im vorigen Jahrhundert die politischen Geschicke des Landes im wesentlichen prägte. Er zählte zu den Führern der katholischen Befreiungsbewegung. Den Katholiken wurden damals selbst die elementarsten Rechte verwehrt. 1829 setzte O’Connell bei den Briten die Befreiung seiner Glaubensgenossen durch. Dadurch wurde ihnen in Zukunft ermöglicht, sich in politische Ämter wählen zu lassen. 1843 beging er einen schweren Fehler, als er aus Furcht vor den englischen Machthabern im letzten Augenblick eine Versammlung vor den Toren Dublins, das er als Bürgermeister regierte, absagte. Daraus folgte ein Prestigeverlust für O’Connell, sowie die Gründung der Radikalenbewegung "Young Ireland". Heute trägt eine der Hauptstraßen Dublins immerhin seinen Namen.

Dingle

An Daingean, die geschäftige "Hauptstadt" und auch größte Stadt der gleichnamigen Halbinsel liegt am Dingle Harbour. Im Mittelalter war es "Europas westlichste Hauptstadt". Die Straßen mit ihren fröhlich bunt bemalten Häusern mit vielen Kunsthandwerksläden, Pubs, Cafés und Fischrestaurants laden zum Bummeln und Verweilen ein. Im Sommer ist der Ort jedoch sehr überlaufen.

Dingle Halbinsel

Die Dingle Peninsula streckt sich als Gebirgszunge 48 km in den Atlantik. Sie ist die nördlichste der drei großen Halbinseln von Kerry. Dingle ist einsam, karg, gewaltig und von den ständig wechselnden Stimmungen des Atlantiks geprägt. Enge gewundene Straßen werden von Hecken mit blühenden Fuchsienbüschen gesäumt. Im Sommer wachsen am Straßenrand scharlachrote Fuchsien und lila Fingerhut, die Felder sind mit gelbem Stechginster übersät. Im Juli und August sieht man überall Weiderich, Weidenröschen und Veilchen. Die weitläufigen Torfflächen sind mit einem Teppich aus Heidekraut überzogen.
Dingle rühmt sich nicht nur einer grandiosen Landschaft, sondern auch einer unvergleichlich großen Zahl frühchristlicher Denkmäler, wie Bienenkorbzellen, Ogham-Steinen oder früher Kirchen, sowie einiger eisenzeitlicher Befestigungsanlagen. Neben den Aran-Inseln finden wir auf der Dingle Halbinsel die größte Ansammlung archäologischer Stätten.
Die Halbinsel ist auch die Heimat unzähliger christlicher Heiligtümer, deren Gründungszeit und Zweck meist unbekannt sind. Ohne Zweifel sind sie jedoch dem Gedenken an den heiligen Brendan gewidmet, der im Jahre 484 im nahegelegenen Ardfert geboren wurde, und dessen Entdeckungsreisen ihn unter anderem wahrscheinlich auch nach Amerika geführt haben. Viele der altertümlichen Monumente auf Dingle verdanken ihre Errichtung dem lebhaften Pilgerverkehr der vergangenen Jahrhunderte.

Doolin

Doolin ist ein kleines Fischerdorf und seit Jahren das Musikmekka Irlands für Folk-Touristen. Das unauffällige, zweigeteilte Nest - der eine Teil befindet sich am Hafen, der andere Teil knapp zwei Kilometer oberhalb - gleicht während der Sommersaison einem musizierenden Ferienlager. Es gibt drei legendäre Pubs, in denen sich die Musikfans gegenseitig auf die Füße treten. Allerdings kommt es zunehmend seltener zu spontanen Sessions. Sie sind meist alle geplant, und so hat sich nach und nach der Kommerz eingestellt. Trotzdem sind Freunde guter irischer Musik hier an der richtigen Stelle.

Drogheda

Drogheda - gaelisch für Brücke oder Furt -, direkt am River Boyne gelegen, ist eine recht geschäftige Stadt, die durch Verkehr stark belastet ist. Über besondere Sehenswürdigkeiten verfügt die Stadt nicht, dafür aber eine reiche Geschichte, die von Belagerungen und Zerstörung geprägt ist.
Drogheda wurde 911 von den Wikingern gegründet und war im Mittelalter ein strategisch wichtiger Eckpunkt des "Pale" für die anglo-normannischen Besatzer. 1649 nahm Oliver Cromwell die Stadt ein. Sie wurde Schauplatz grausamer Verfolgungen. 1690 wurde fünf Kilometer außerhalb der Stadt jene Schlacht entschieden, die den katholischen König Jakob II. vom Thron stoßen und Wilhelm von Oranien zum Sieger machen sollte. Obwohl der französische Kollege Louis XIV. dem bedrängten Katholiken siebentausend Mann Verstärkung geschickt hatte, ereilte Jakob II. die Niederlage. Die scharfe Anwendung der britischen Strafbestimmungen, die den Verlierern in der Folge aufgezwungen wurden, waren nur eine Ursache für die bald einsetzende Massenabwanderung. Viele Iren verdingten sich bei der französischen Armee, andere stürzten sich später in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

Drombeg Stone Circle

"Droumbeag" zählt zu den besterhaltenen Steinkreisen Irlands. 13 dicht nebeneinander stehende Steine bilden einen kleinen Kreis. Im Zentrum des Kreises, der auf die Zeit zwischen 153 v. Chr. und 127 n. Chr. datiert wird, wurden die Überreste eines verbrannten Körpers gefunden. Auch dieser Steinkreis diente vermutlich als Observatorium, um den kürzesten Tag des Jahres zu ermitteln. Westlich des Steinkreises liegen die Reste zweier runder Steinhütten. Diese Hütten, die man nicht für eine ständige Unterkunft, sondern eher für Jagdhütten hält, werden auf die Zeit zwischen 109 und 349 n. Chr. datiert.

Dunbeg Steinfort

Unter den reichen prähistorischen und frühchristlichen Monumenten der Halbinsel sticht dieses Steinfort durch seine grandiose Lage direkt an den Klippen besonders hervor. "Dun Beag", ein Promontory Fort mit drei Erdwällen und unterirdischem Fluchtweg, ist durch eine mächtige Mauer vom Festland abgetrennt.

Dunboy Castle

Die malerisch gelegene Ruine war einst der Wohnsitz der O’Sullivan Bere und letzte Bastion im Kampf gegen die englischen Eroberer. Im frühen 17. Jahrhundert brannte die Burg aus. Unweit davon befinden sich die Ruinen des Schlosses der Puxleys, die hier im vorigen Jahrhundert durch die Ausbeutung von Kupferminen zu beträchtlichem Reichtum gekommen waren.

Dursey Island (Cable Car)

Auf die Insel am westlichsten Zipfel von Beara Island gelangt man mit einer merkwürdigen "Fähre", eigentlich einer Seilbahn. Die Kabine besteht aus Holz, Flachstahl und Blech, hat eine Schiebetür und kann sechs Personen aufnehmen.

Dysert O’Dea

Der abgeschiedene, inmitten einer Wiesenlandschaft versteckte archäologische Park des Clare Archaeology Centre wurde 1988 eingerichtet und 1990 mit dem Clare Tourism Award ausgezeichnet.
Das Tower House datiert von 1480 und wurde von einem reichen Amerikaner, einem Nachfahren des O’Dea Clans, hervorragend restauriert. Es dient heute als kleines Museum. Das Clare Archaeology Centre umfaßt 25 Stätten, die alle in einem Radius von 3 km um das Tower House liegen.
Zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert diente Dysert O’Dea dem heiligen Tola als Einsiedelei. Von der lateinischen Bezeichnung "desertum" für Einsiedelei hat der Ort den ersten Teil seines Namens, O’Dea weist auf den Familiennamen der späteren Besitzer hin. Die Denkmäler, die heute zu sehen sind, wurden allerdings erst einige Jahrhunderte nach dem Tod des Heiligen erbaut. Sie geben Zeugnis von der hervorragenden Steinmetzkunst des 12. Jahrhundert. Kirche und Rundturm stehen an der Stelle des im 8. Jahrhundert von St. Tola gegründeten Klosters. Der Rundturm wurde zwischen 900 und 1100 erbaut und 1651 von Cromwells Truppen stark zerstört. Er präsentiert sich dem heutigen Besucher als "abgebrochener Zahn".
Die Kirche ist für ihr reich geschmücktes romanisches Westportal berühmt. Es ist zwei Meter hoch und besteht aus vier Bögen, dessen äußerer eine Reihe von 12 menschlichen Köpfen bildet, zwischen die einzelne Tierköpfe gesetzt sind. Die Gesichtszüge sind ausgesprochen individuell gestaltet, jedoch alle von gesammelter Innerlichkeit geprägt.
Östlich der Kirche steht in einem Feld das großartige, über drei Meter hohe Kreuz von Dysert O’Dea aus dem 12. Jahrhundert, das aus grauem Kalkstein gefertigt wurde. Es ist mit reliefartigen Figuren von Christus und dem hl. Tola sowie mit geometrischen Motiven und solchen aus der Tier- und Pflanzenwelt verziert. Das sogenannte St. Tolas Cross zeigt auf seiner Vorderseite zwei Figuren im Hochrelief: oben der Gekreuzigte, darunter ein Bischof mit Krummstab und Mitra, möglicherweise St. Tola. In dem quadratischen Loch war ehemals der rechte Arm, wahrscheinlich mit segnender Gebärde, eingepaßt. Der Rest des Kreuzes ist mit verschiedenen Ornamenten sowie mit Tier- und Menschendarstellungen versehen. Alles ist im Flachrelief gearbeitet und steht im starken Kontrast zur beeindruckenden Vorderseite.

Ennistymon

Es geht das Gerücht um, daß dieses sympathische Städtchen am Ufer des River Cullenagh zu den Orten Irlands gehören soll, in denen die Pubs dicht an dicht gesät sind. In der Tat sind sie kaum zählbar. Zusammen mit den liebevoll bemalten alten Läden stellen sie ein romantisches Ensemble dar. Am Ortseingang rauscht der Fluß über Kaskaden hinweg, an denen entlang es sich wunderbar flanieren läßt.

Eyeries

Ein verträumter Weiler auf der Nordseite der Beara Halbinsel.

Gallarus Oratory

Dieses kleine, wohlerhaltene Kirchlein ist ein vollkommenes Zeugnis frühchristlicher irischer Kultur. Bemerkenswert ist das fugenlose Trockenmauerwerk, und noch immer ist das Gebäude "wasserdicht". Die perfekte Konstruktion und seine Größe, die andere Oratorien weit übertrifft, legen die Vermutung nahe, daß es nicht so alt ist, wie allgemein angenommen wurde. Eine genaue Datierung ist allerdings nicht möglich.
Als Entstehungszeit wird heute das 8. bis 12. Jahrhundert angesetzt, wobei das 11./12. Jahrhundert wahrscheinlicher ist. Der unscheinbare Bau auf rechteckigem Grundriß erinnert an ein umgekipptes Boot. Im Westen ist eine Türöffnung, im Osten befindet sich eine Fensteröffnung.

Glendalough

"Das Tal der Seen", wie Glendalough wörtlich übersetzt heißt (eigentlich sind es genau zwei), hatte es bereits dem Mönch Kevin angetan, der im 6. Jh. hier sein beschauliches Eremitendasein führte. Er richtete sich in einer Höhle am Ufer des Upper Lake ein und legte damit den Grundstein für eine der größten und eindrucksvollsten Klostersiedlungen des Landes, die bis ins 13. Jh. bestand hatte. In ihren besten Zeiten beherbergte die geistliche (oder "geistige") Stätte - ähnlich wie Clonmacnoise - mehrere tausend Mönche und Studenten: "Die Iren empfingen alle Ausländer freundlich und mit frohem Herzen, sie gewährten ihnen nicht nur freie Unterkunft und Studium, sondern gaben ihnen obendrein noch Bücher, aus denen sie lernen konnten", so heißt es in der Geschichtsschreibung.
Oben im Tal, am "Upper Lake" befinden sich die "Ursprünge" der Ansiedlung, Reefert Church, Temple-na-Skellig, St. Kevin’s Cell, St. Kevin’s Bed, eine knapp zwei Meter lange, nicht ganz einen Meter hohe Felsenhöhle, wohin sich nach der Überlieferung der Gründer Glendaloughs in asketische Einsamkeit zurückgezogen hatte, von wo aus alles seinen Anfang nahm. Überreste eines Steinforts lassen aber vermuten, daß der Platz schon in der späten Bronze- und frühen Eisenzeit bewohnt war.
Am "Lower Lake" dann die Überreste der späteren Klostersiedlung mit Round Tower, Cathedral, The Priest’s House, St. Mary’s Church, St. Kevin’s Church, St. Kieran’s Church: eine repräsentative Anlage mit den Wohnstätten der Mönche, mit Refektorium, Gästehaus und Schule, von einer Mauer umschlossen, ehemals eine Art Stadt für sich.
Sieben Kirchen hat es im "Tal der Seen" gegeben; der Friedhof von Glendalough soll verwünscht sein, und seine zwei stattlichen Rundtürme dienten einst als Wachtürme gegen einen möglichen Wikingereinfall. Später eroberte die Natur wieder das Tal und überzog die Ruinen mit Efeu.

Healy Pass

Die einzigartige 12 km lange Straße über den Healy Paß (330 m) verbindet Lauragh mit Adrigole - eine der schönsten irischen Paßstraßen. Mit dem Bau wurde 1845 - 49 begonnen, gewissermaßen als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, um die gewaltige Zahl von Arbeitslosen zu verringern. Die Arbeitsbedingungen waren allerdings katastrophal. Als die Unfall- und Todesrate die Grenze des Erträglichen überschritt, stellte die Regierung die Arbeiten ein. Erst 1928 nahm man die Fertigstellung der Straße unter Leitung des Baumeisters Tim Healy neu in Angriff, bereits drei Jahre später wurde sie eingeweiht.

Hore Abbey

Hore Abbey, nicht weit vom früheren Königssitz Rock of Cashel entfernt, wurde 1772 von Zisterziensern als "Ableger" der Mellifont Abbey gegründet. Sie war das letzte irische Kloster dieses Ordens, von der weitläufigen Ruine sind Kapitelhaus, Sakristei, Teile der kreuzförmigen Kirche sowie des im 15. Jahrhundert hinzugefügten Mittelturms erhalten.

Kenmare

Kenmare - auf gälisch "Neidin", also kleines Nest - ein netter Fischereihafen, dient meist als Ausgangspunkt für den Besuch des Ring of Kerry.
Der Ort wurde 1670 von Sir William Petty gegründet, gleichzeitig mit einer Eisenhütte, 1775 entwarf der erste Marquis of Lansdowne die heutige Reißbrettstadt. Die beiden Hauptstraßen - heute ein "One-Way-System" - bilden ein "X", zweigeschossige Häuser mit den typisch bunten Fassaden prägen das Stadtbild.

Kilkenny

Kilkenny, am River Nore gelegen, gilt als eine der zauberhaftesten Städte Irlands. Da sie weitgehend von Krieg und Zerstörung verschont geblieben ist, hat sich viel vom mittelalterlichen Charakter der Straßen und Gebäude erhalten. Mit ihren dekorativen Häuserfassaden im Stile der zwanziger Jahre kann sich die "Parliament Street" durchaus sehen lassen. Interessant sind auch die bunten Messingschilder. Die Brauerei Smithwicks stellt hier in Kilkenny das beliebte dunkle Bier her. Sehenswert sind auch das Kilkenny Castle und die Kirchen Black Abbey und St. Canice.
Kilkenny Castle, von drei Rundtürmen geprägt, reicht mit seinen Ursprüngen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Es wurde im 17. und nochmals im 19. Jahrhundert erweitert und 1967 von den Butlers von Ormond an die Stadt Kilkenny übergeben, die es ihrerseits dem Staat übergab. Es wurde restauriert und kann besichtigt werden.
St. Canice’s Cathedral aus dem 13. Jahrhundert liegt, erhöht, im Zentrum von Kilkenny. Sie gilt als eine der schönsten Kathedralen Irlands und steht am Ort zweier früherer Kathedralen aus dem 11. und 12. Jahrhundert. An ihrer Südseite steht einer der wenigen frühen Rundtürme (700-1000), das Relikt einer älteren Klostergründung.

Killarney

Der Ort hat sich zu einem ausgesprochenen Touristennest entwickelt und lebt überwiegend von diesem Geschäft. Bereits 1750 ließ Lord Kenmare den Ort Killarney touristisch entwickeln und vier Verbindungsstraßen bauen. Im vorigen Jahrhundert gehörte Killarney zu einer der unverzichtbaren Stationen der damals vor allem britischen Bildungsreisenden. Warum ist dieses überfüllte Städtchen nur so beliebt? Es bietet selbst nicht viel, um so mehr jedoch die unbeschreiblich schöne Natur in der Umgebung.
Killarney wird, in einem Tal liegend, von drei Seen umrahmt. Der Lough Leane oder Lower Lake ist mit einer Fläche von 2000 ha der größte, ihm folgt der Muckross Lake (275 ha) und als kleinster und landschaftlich reizvollster der Upper Lake (175 ha). Lough Leane hat über 30 Inseln. Die Gewässer werden von etlichen Flüssen gespeist. Im Hintergrund ragen zahlreiche Berggipfel empor, unter anderen die höchsten Berge Irlands, die Macgillycuddy’s Reeks. Die Landschaft ist atemberaubend schön. Seit 1932 ist das östlich an Killarney anschließende Gebiet durch eine Schenkung als Bourn Vincent Memorial Park zum ersten und mit 8000 ha auch größten Nationalpark Irlands ausgewiesen. Das Gebiet um Muckross House bildet den Mittelpunkt des Killarney National Parks.

Killary Harbour

Irlands einziger "Fjord" ist von der Mündung des River Errif bis zur offenen See immerhin 16 Kilometer lang. Auf einer Felsnase am Ende der Meerenge lebte bis 1948 der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein.

Killorglin

"Kill" heißt Kirche, Orglan war der Gründer. Dieser kleine Ort ist ein Fischereizentrum, das hauptsächlich Lachsfang betreibt. Mitte August wird hier das Fest "Puck Fair" gefeiert, wo ein Ziegenbock zum König gekrönt wird.

Kinvara

Das anheimelnde Fischernest mit einem beschaulichen Hafen an der Grenze Clares zu Galway liegt an einer friedlichen Bucht, umrahmt von fruchtbaren Grünflächen. Am Ufer erhebt sich das fachmännisch restaurierte Castle Dun Guaire.

Kylemore Abbey

Ein neureicher Textilkaufmann aus Manchester ließ sich dieses Märchenschloß 1864-68 errichten. Seine Spekulationen mit südafrikanischen Diamantenminen kosteten ihn sein gesamtes Vermögen. Auch dem nächsten Besitzer dieses Prachtbaus ging bald das Geld aus, doch die Kirche stand schon bereit: das Castle wurde zum Nonnenstift. Heute führen die Benediktinerinnen ein international renommiertes Mädchenpensionat.

Limerick

Limerick - Luimneach - gab dem berühmten 5-zeiligen Spottvers seinen Namen. Deshalb ist der Name der Stadt im Ausland zwar bekannt, weniger dagegen die Stadt.
Durch den zollfreien Shannon-Flughafen erlangte die Stadt einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Er verlieh ihr die touristische Bedeutung als "Tor zum Westen". Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Not haben dennoch ihre Spuren hinterlassen. Häufig sieht man heruntergekommene Häuserfassaden, der Lebensstandard ist relativ niedrig. Enorme Anstrengungen wurden und werden unternommen, um den Tourismus in dieser Gegend zu fördern.
An der trichterförmigen, tief ins Land hineinreichenden Mündung des Shannon gelegen, wurde Limerick, wie die meisten irischen Hafenstädte, im 9. Jahrhundert von den Wikingern gegründet. 1100 machte sie Brian Boru, als dieser die Oberherrschaft über Munster antrat, zu seiner Hauptstadt, und bis zur Eroberung durch die Normannen blieb sie in der Hand der O’Briens. Normannen errichteten Stadtmauern und Burgen und bauten eine Brücke über den Shannon. Die Anglo-Normannen hielten die Stadt, von einigen Unterbrechungen abgesehen, bis zur Besetzung durch die konföderierten Katholiken 1642 in Besitz. 1651 wurde Limerick von Cromwell erobert. Die berühmteste Belagerung erfolgte 1690/91. Als letztes katholisches Bollwerk gegen William of Orange hielt die Stadt fast zwei Jahre lang der Übermacht von Williams Truppen stand, ehe sie sich am 3. Oktober 1691 ergeben mußte. Den Iren wurde ein Vertrag aufgezwungen, der ihnen zwar minimale Rechte einräumte, aber von den Protestanten letztlich doch nicht eingehalten wurde. Viele irische Familien verließen daraufhin das Land. Heute gelten die Limericker als besonders fromme Katholiken.
Das alte Stadtzentrum besteht aus drei Teilen. In der English Town zwischen dem Zusammenfluß von Abbey River und Shannon stehen die ältesten Häuser der Stadt mit kleinen und engen Straßen aus dem Mittelalter. Hier errichtete um 1200 King John eine mächtige Burg. Irish Town südlich des Abbey River entwickelte sich im 13. Jahrhundert, wurde jedoch erst unter Edward II. im frühen 14. Jahrhundert in die Stadtmauern mit einbezogen. Noch weiter südlich liegt der heutige Stadtteil Newton Pery, der im 18. Jahrhundert planmäßig angelegt wurde.

Der Limerick
Berühmt wurde diese bereits über 200 Jahre alte Versform nicht durch einen Iren, sondern durch den Engländer Edward Lear (1812 - 1888), der 1846 sein "Book of Nonsense" mit 112 Kinderversen, eben jenen Limericks, veröffentlichte und ihnen damit zu großer Popularität verhalf.
Das Schema ist bei allen Limericks stets dasselbe: die ersten beiden daktylischen Zeilen führen die Person in die Handlung ein, wobei das Reimwort der ersten Zeile meist aus einem Ortsnamen besteht. Die Person wird in einer bestimmten Situation gezeigt. Die beiden folgenden anapästischen Kurzzeilen wenden die Ausgangssituation ins Absurde. Die letzte Langzeile gibt die Pointe des Verses oder eine Variation des Anfangs und verleiht dem Gedicht so seine geschlossene Form.

There was a young Lady from Riga
Who rode with a smile on a tiger.
They returned from the ride
With the lady inside
And the smile on the face of the tiger.
(Rudyard Kipling)

There was a young fellow of Lyme,
Who lived with three wives at one time.
When asked: "Why the third?"
He replied: "One’s absurd,
And bigamy, Sir, is a crime."

Lough Corrib

Europas größtes lizenzfreies Fischgewässer ist 45 km lang. An manchen Stellen ist er fast 11 km breit, an anderen nur ein paar 100 Meter. Der See ist übersät mit (angeblich exakt) 365 Inselchen. Er ist aufgrund seiner reizvollen Umgebung, seiner zahlreichen Sehenswürdigkeiten und wegen seines Fischreichtums zu einem begehrten Ausflugsziel geworden.

Mellifont Abbey

In einer malerischen Landschaft stehen die Ruinen des Klosters von Mellifont. Das Kloster wurde 1142 vom hl. Malachy als erstes irisches Zisterzienserkloster gegründet. Der im Jahre 1098 in Citeaux gegründete Zisterzienserorden führte ein Leben in Armut, das mit harter Arbeit und Gebet ausgefüllt war. Der Orden bot aber nicht nur eine neue klösterliche Ordnung, sondern auch eine neue Art der Kirchenarchitektur. Der Baustil ist von der nordfranzösischen Gotik geprägt und somit für Irland völlig untypisch.
"Fons mellis" - Honigquelle - ein Hinweis darauf, wie schön das Kloster einst gewesen war? Durch Umgestaltung und nachfolgende Plünderung blieb nur wenig von der ursprünglichen Anlage erhalten: beispielsweise das Kapitelhaus mit dem gut erhaltenen Kreuzrippengewölbe. Am besten erhalten ist das achteckige Brunnenhaus (ca. 1200 oder 1210), das Lavabo.

Mizen Head

Mizen Head beeindruckt hauptsächlich durch seine gigantischen zerklüfteten Felsen. Hier ragen die Klippen bis zu 200 Meter empor. Über eine schmale Brücke, die "Suspension Bridge", erreicht man den 1909 errichteten Leuchtturm auf der anderen Seite eines tiefen Abgrundes. Im Leuchtturm wurde 1994 ein kleines Museum eingerichtet.

Monasterboice

Das Kloster, dessen Überreste man hier sehen kann, ist eines der frühesten in Irland. Seinen Namen - von lat. Monasterium Boicii - erhielt es von einem nur wenig bekannten Heiligen namens Buite, der hier im Jahre 521 starb. Über die Eroberungen durch die Wikinger hinaus existierte das Kloster bis 1122. Danach wurde es aufgegeben und verfiel. Die Ruinen umfassen zwei Kirchen, einen Rundturm, drei Hochkreuze und zwei frühchristliche Grabsteine, davon einen mit Inschrift.

Muckross Abbey

Muckross Abbey ist eines der schönsten Franziskanerklöster Irlands. Es wurde 1448 von Donald MacCarthy gegründet. Die Bauzeit zog sich in mehreren Abschnitten über 50 Jahre hin. An den unterschiedlichen Fenstern der Kirche und an den Kreuzgangarkaden kann man die lange Bauzeit gut ablesen. Im Zentrum des Kreuzgangs steht eine uralte Eibe.

Muckross House

Muckross House wurde 1843 von dem schottischen Architekten William Burn im elisabethanischen Neo-Tudorstil erbaut und liegt malerisch am Muckross Lake. Die das Haus umgebenden Gärten sind sehenswert, die Pflanzensammlungen in einzigartiger Weise in die unvergleichliche, wilde Landschaft integriert. Der Erdbeerbaum "Arbutus unedo", eine immergrüne Pflanze mit cremeweißen Blüten, aus denen erdbeerähnliche Früchte wachsen, ist eine irische Züchtung und wächst überall in dieser Gegend.

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