Dublin

Die irische Hauptstadt erstreckt sich über 20 km entlang der gleichnamigen Bucht, die sich in einem weiten Bogen von der Halbinsel Howth im Norden bis nach Dalkey im Süden spannt. Die hufeisenförmige Fläche Dublins wird im Osten durch das Meer, im Süden durch die Wicklow Mountains, im Westen und Norden durch die fruchtbaren Ebenen von Meath begrenzt. Die Stadt selbst teilt der Fluß Liffey in zwei Hälften. Beide haben ihr eigenes Zentrum. Die Unterteilung der Stadt in Nord und Süd ist nicht nur geographischer sondern auch sozialer Art. In der südlichen Hälfte befinden sich die Regierungs- und Universitätsviertel sowie die besten Geschäfte. Die repräsentative Seite der Stadt liegt im Südosten der Liffey. Viele Viertel im Norden, vor allem an den westlichen Quais, aber auch um die beiden großen Kathedralen sind zum Sanierungsgebiet geworden.
Dublin ist politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Republik Irland. Hier trifft alles zusammen: der größte Flugplatz, der größte Seehafen des Landes und die größte Dichte des Eisenbahn- und Straßennetzes. In Dublin gibt es sowohl einen protestantischen als auch einen katholischen Erzbischof, zwei Universitäten sowie die Regierungsbehörden, die höchsten Gerichte, ein reiches Kulturleben und Industrien der Verbrauchsgüter-, Nahrungs- und Genußmittelbranche. Die Hauptstadt ist auch die Schatzkammer des Landes für die wichtigsten Funde aus frühchristlicher Zeit: das "Book of Durrow" und das "Book of Kells" im Trinity College und die Edelsteinarbeiten der frühen irischen Metallverarbeitungskunst im National Museum.
Dublin hat, wie jede Großstadt, ihre Schattenseiten. Es macht sich die jahrelang andauernde Abwanderung bemerkbar: verlassene Häuser mit zugenagelten oder zugemauerten Türen, Schmutz, Armut und bettelnde Kinder, vor allem, wenn man sich außerhalb des Stadtzentrums bewegt. So wird auch der Tourist Dublin als eine Stadt mit zwei Seiten erleben: Prachtboulevards neben abbröckelnden Ziegelfassaden, georgianische Eleganz neben trostlosen, tristen Häuserzeilen, fröhlicher Lebenscharme neben schmutziger Armut. Die meisten Hoffnungen der Stadt verbinden sich mit einem vereinten Europa. Diese für manchen britischen Nachbarn verblüffende Euphorie hängt mit der Tatsache zusammen, daß die "Grüne Insel" wie sonst nur wenige Länder von ihrer EU-Mitgliedschaft profitiert. Das offizielle Dublin möchte zudem mit der europäischen Integration den alten Ruf von Provinzialität loswerden, der Irland anhaftet: modern, weltoffen und mobil soll es in Zukunft zugehen.

Schon vor 5000 Jahren siedelten neolithische Völker im geschützten Mündungsgebiet des Flusses Liffey und zwar dort, wo ein "Linn Dubh", ein "schwarzer Teich" oder "schwarzes Loch" entstanden war. Die ursprüngliche Ansiedlung hieß "Ath Cliath", eine "mit Zäunen aus Weidengeflecht geschützte Furt". Beide Namen lassen sich im heutigen "Dublin" und in der gaelischen Entsprechung "Baile Atha Cliath" wiedererkennen. Der gaelische Name "Baile Atha Cliath", "Stadt an der Hürdenfurt", weist auf ihre strategische Bedeutung hin. Auf dem alten Weg vom irischen Süden zum Sitz der Hochkönige in Tara war hier der günstigste Übergang über die Liffey.
Nach der Christianisierung durch den hl. Patrick wurden kleine Kirchen an der Mündung des Poddle in die Liffey gebaut. In der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts erreichten von den Orkney-Inseln kommende Wikinger die Gegend und erkannten sofort deren Bedeutung. Auf dem Areal um die heutige Christ Church Cathedral gründeten sie eine Siedlung, unternahmen von hier aus Beutezüge in die Umgebung und trieben schwungvollen Handel mit den Nachbarländern. Obwohl die Iren mehrfach versuchten, "Dubh Linn" den Wikingern wieder zu entreißen, gelang erst Brian Boru 1040 in der Schlacht von Clontarf der entscheidende Sieg.
Gut 1 ½ Jahrhunderte später war Dublin jedoch wieder in fremder Hand. 1170-1172 eroberten die Normannen die Stadt und errichteten ein Feudalsystem. Henry II. beanspruchte Dublin und Umgebung für die englische Krone. Dieses Gebiet von 60 km war von einer Palisade geschützt und wurde mitsamt der Stadt "The Pale", der Pfahl (im Fleisch Irlands) genannt.
In den folgenden vier Jahrhunderten änderte sich das Stadtbild kaum. Während der häufigen irisch-englischen Auseinandersetzungen verschoben sich zwar oft die Grenzen des Pale, die Stadt selbst konnte aber nie von den Iren zurückerobert werden.
Seit den Regierungszeiten von Henry VIII. und Elisabeth I. diente Dublin der englischen Krone als Stützpunkt für die Reformation und für die Niederwerfung des gaelisch-irischen Widerstands. Mit der Festigung der englischen Macht begann die städtebauliche Expansion Dublins und ihr Aufstieg zu einer britischen Metropole. Die Bevölkerung vermehrte sich rasch. Das 17. und vor allem das 18. Jahrhundert waren Dublins Goldenes Zeitalter. Der Ort stieg zur nach London zweitwichtigsten Stadt des britischen Weltreichs auf. Die breite Oberschicht der protestantischen "Ascendancy" dokumentierte ihr protestantisches Nationalgefühl nicht zuletzt in den prächtigen klassizistischen Bauten des "Georgian Style".
Im 19. Jahrhundert war die Stadt das politische Zentrum Irlands um Charles Stewart Parnell und Daniel O’Connell. mit der "Union der Parlamente" ging 1801 nicht nur Irlands parlamentarische Unabhängigkeit zu Ende, mit ihr begann auch Dublins wirtschaftlicher und kultureller Niedergang. Der Verlegung des politischen Zentrums nach London folgten auch die Familien der Dubliner Oberschicht. Ihre gepflegten Stadtpalais verwahrlosten innerhalb kurzer Zeit und wurden später in Mietwohnungen unterteilt. Die im 19. Jahrhundert immer stärker wachsende Rebellion der Iren gegen die englische Unterdrückung läßt sich auch an der Dubliner Stadtgeschichte ablesen. Mit der von Daniel O’Connell 1829 durchgesetzten Emanzipation der Katholiken erhielten auch die Dubliner Katholiken endlich Wahl- und Bürgerrecht. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Dublin Zentrum zweier bedeutender Bewegungen, die im Zuge der "Home-Rule"-Bemühungen für die kulturelle Eigenständigkeit Irlands eintraten: die 1883 von Douglas Hyde gegründete "Gaelische Liga" und die irisch-literarische Renaissance unter der Ägide von William Butler Yeats.
1916 fand in Dublin der Osteraufstand statt. Im Laufe des darauffolgenden Bürgerkriegs wurden im Stadtbild große Verwüstungen angerichtet. Erstaunlich rasch erfolgte der Wiederaufbau. 1931 waren die meisten öffentlichen Gebäude wieder in ihrem ursprünglichen Zustand. Bisher nach bekannten Engländern benannte Straßen wurden mit dem Namen berühmter Iren umgerüstet. Bis zum Wirtschaftsboom in den 60er Jahren blieb Dublin relativ unverändert. In den 60er und 70er Jahren fiel ein großer Teil georgianischer Bausubstanz der Bauwut zum Opfer. Trotzdem findet man in Dublin noch die dichteste Konzentration georgianischer Architektur in ganz Europa.

O’Connell Street
Ursprünglich als elegante Wohnstraße konzipiert, ist die O’Connell Street heute die breiteste und geschäftigste Einkaufsstraße mit Kinos, Warenhäusern, Fast-Food-Läden und sehr viel Verkehr - ein Boulevard, eine repräsentative Flaniermeile. Die O’Connell Bridge wurde 1794 errichtet. Früher Sackville Street genannt, wurde sie nach dem "Befreier" Daniel O’Connell umbenannt. Kurz vor Beginn der Einkaufsmeile steht vor der gleichnamigen Brücke das Denkmal für Daniel O’Connell, das 1854 von John Foley geschaffen wurde. Vier große historische Figuren mit Flügeln am Sockel der Säule stellen Mut, Beredsamkeit, Treue und Patriotismus dar.
Temple Bar
Zwischen Dame Street, der Liffey, zwischen Westmoreland Street und Fishamble Street liegt das Viertel Temple Bar, ein ehemaliges Handwerkerviertel. In den 50er Jahren hatten Massenproduktion, Import und Industrialisierung das Verlangen nach den alten handwerklichen Produkten getötet und den sozialen Niedergang des Viertels herbeigeführt. Die Gegend war heruntergekommen und schmutzig, als in den 1970er Jahren das nationale Verkehrsunternehmen CIE ein Schema entwickelte, um das Gebiet als Busdepot für sich zu nutzen. Einige Grundstücke hatten sie schon gekauft, vermieteten sie jedoch übergangsweise an junge Leute. Während der 80er Jahre entwickelte sich langsam eine künstlerische Atmosphäre. 1985 entschlossen sich verschiedene Gruppen, das Gebiet zu erhalten. Sie konnten die Regierung für ihren Plan gewinnen. Die Idee eines Busdepots wurde fallengelassen. Statt dessen wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben mit dem Ziel, den einzigartigen historischen Charakter des Gebietes und das Ambiente zu bewahren. Das ehemalige Sanierungsgebiet ist Dublins jüngste Attraktion. In-Lokale, Haute Cuisine, bunte Graffiti, alternative Läden und Restaurants, Pubs, Nachtleben, Straßenkunst, Rockmusik und flippige Boutiquen finden sich in diesem jungen, alternativen und multikulturell orientierten Stadtteil.
Trinity College
Das berühmte College wurde als erste irische Universität 1592 durch Elisabeth I. als Bollwerk des englischen Protestantismus gegründet. Ihr Ziel war, den protestantischen Untertanen im fernen Irland Bildung und Wissen zu vermitteln. Erst 1793 wurde auch katholischen Studenten der Zugang zum College gestattet, allerdings verbot nun die katholische Kirche ihren Gläubigen das Studium in der "verderblichen" protestantischen Atmosphäre von Trinity. Erst ab 1873 war jedermann ein von religiösen Restriktionen freies Studium möglich. Offiziell verbot die katholische Kirche noch bis in die 60er Jahre unseres Jahrhunderts hinein den Besuch der als sehr liberal bekannten Universität, woran sich allerdings viele Katholiken aufgrund des hohen Bildungsniveaus des Trinity College nicht hielten. Heute sind die meisten Studenten katholisch. Frauen wurden ab 1903 zugelassen. Von den ersten und ältesten Gebäuden des College ist nichts mehr erhalten. Die heutigen Gebäude stammen größtenteils aus georgianischer Zeit oder aus dem 19. Jahrhundert. Der Gebäudekomplex mit seinen schönen Grünanlagen stellt inmitten der hektischen Stadt eine Oase der Ruhe dar. Viele Dubliner verbringen hier ihre Mittagspause oder erholen sich während des Einkaufsbummels.
Die Trinity College Library verfügt über den größten Buchbestand des Landes und ist eine der ältesten Forschungsbibliotheken. Zudem besitzt sie die größte Handschriften- und Büchersammlung in Irland. Es gibt acht Bibliotheksgebäude, von denen die 1712-1732 gebaute Old Library die berühmteste ist.
Die größte Sehenswürdigkeit der Bibliothek ist das wohl schönste Buch der Welt, das Book of Kells. Der Name "Book of Kells" nimmt Bezug auf das Kloster von Kells in der Grafschaft Meath. Kells wurde Zufluchtsort für die Anhänger des hl. Columba, die vor den Angriffen der Wikinger im Jahre 806 von der Insel Iona geflohen waren. Wissenschaftler sind sich mittlerweile darüber einig, daß das Buch ein Werk der Iona-Gemeinschaft ist, das entweder in Kells oder auf Iona oder teilweise an beiden Orten angefertigt worden ist. Die Handschrift befand sich jedenfalls im Jahre 1007 in der Kirche von Kells. Von dort wurde sie zu diesem Zeitpunkt gestohlen, später jedoch wiederentdeckt. Das Buch blieb bis 1654 in Kells, wurde dann aber während der Unruhen zur Zeit Oliver Cromwells aus Sicherheitsgründen nach Dublin gebracht. Henry Jones schenkte es 1661 dem Trinity College, nachdem er zum Bischof von Meath ernannt worden war. Das Buch enthält in seinem jetzigen Zustand 340 Doppelseiten, ungefähr 30 Doppelseiten sind im Laufe der Zeit abhanden gekommen.
Die Prunkhandschrift wurde in Majuskeln (Großbuchstaben) mit Gallensud auf Kalbsleder geschrieben und enthält eine lateinische Version der vier Evangelien mit einem Vorspann von Vorworten, Zusammenfassungen der biblischen Geschichte und kanonischen Tafeln oder Konkordanzen zu den Evangelien. Mit seinen Illustrationen ist das Buch von Kells das hervorragendste Beispiel für die Blüte der irischen Buchmalerei zwischen dem 7. und dem 9. Jahrhundert. Besonders eindrucksvoll sind die leuchtenden Farben, das Flechtwerk der Ornamente, die Initialen und die schalkhaften Randzeichnungen.
Die Hauptkammer der Old Library ist der Long Room. Er ist 64 Meter lang und beherbergt rund 200000 der ältesten, meist in Schweinsleder gebundenen Bände der Bibliothek. Zur Zeit seiner Erbauung besaß er eine Flachdecke, Bücherregale gab es nur auf der unteren Ebene mit einer offenen Empore darüber. Zu Beginn der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren diese Regale so voll, daß 1859 das Dach der Bibliothek angehoben werden mußte und Regale auch auf der Empore aufgestellt wurden.
St. Stephen’s Green
St. Stephen’s Green ist ein im Süden der Stadt gelegener, bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebter Park. Im späten 18. Jahrhundert wurde die Grünfläche von Gebäuden umgeben, und 1880 legte hier Lord Ardilaun (Sir Arthur Edward Guinness) einen öffentlichen Park an. Neben einem künstlichen Teich und ausgedehnten Blumenbeeten kann man etliche Denkmäler und Statuen berühmter irischer Persönlichkeiten entdecken. Der Park wird begrenzt von vielen schönen alten Häusern, die jedoch nicht nach einem einheitlichen Bauplan entstanden sind und daher keinen architektonisch geschlossenen Eindruck vermitteln.
Nicht unumstritten ist das große Einkaufszentrum an der Ecke zur Grafton Street. Der im Volksmund spöttisch als "Mississippi-Dampfer" bezeichnete Einkaufstempel wurde 1986 erbaut und lehnt mit seiner Glas- und Metallkonstruktion an die gußeisernen Hallenbauten der Jahrhundertwende an. Er ist architektonisch zwar ein gelungener Komplex, aber es ist sehr bedauerlich, daß ihm fast 70 georgianische Häuser weichen mußten.
Dublin Castle
Dublins mittelalterliche Burg liegt hinter anderen Gebäuden versteckt. Der heutige Grundriß entspricht ungefähr dem der gewaltigen Normannenfestung, die der englische König John zwischen 1208 und 1220 zum Schutz gegen die fortwährenden Angriffe an Stelle einer ehemaligen Wikingerfestung bauen ließ. Seit jener Zeit war Dublin Castle für die Iren das gefürchtete und verhaßte Symbol der englischen Fremdherrschaft. Hier befanden sich jahrhundertelang Verwaltung und Residenz der Repräsentanten der englischen Krone. Von dem normannischen Bau sind lediglich ein kleiner Teil der umgebenden Gebäude sowie der Record Tower erhalten. Die heutigen um zwei Höfe gruppierten Gebäude stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
Halfpenny Bridge
Vor dem Merchant’s Arch, dem Eingangstor zum Temple Bar District, verbindet die Halfpenny Bridge die beiden Ufer. Die Fußgängerbrücke - offiziell heißt sie Liffey Bridge - wurde 1816 errichtet und stellt ein Pionierstück britischer Ingenieurskunst dar. Sie wurde - daher der Name - mit einer Wegegebühr von einem halben Penny finanziert.
Garden of Remembrance
Der Garden of Remembrance wurde 1966 eröffnet und erinnert nicht nur an die Patrioten des Osteraufstands, sondern an alle, die ihr Leben der Freiheit Irlands opferten. Über einem rechteckigen Wasserbassin erhebt sich eine von Oisin Kelly 1971 geschaffene Plastik, die die Legende der in Schwäne verwandelten Kinder des Königs Lir - Shakespeares Lear - darstellt.
Nationalmuseum
Der interessante viktorianische Museumsbau enthält eine große Abteilung für irische Kulturgeschichte von der Frühzeit bis heute. Zu sehen sind neben kostbaren Funden aus megalithischer Zeit keltische Hochkreuze, historische Musikinstrumente, irisches und englisches Kunsthandwerk, sowie eine Ausstellung zum Osteraufstand. Besonders sehenswert ist der prachtvolle Goldschmuck aus der Bronzezeit.
St. Patrick’s Cathedral
Die St. Patrick’s Cathedral ist die Staatskirche der protestantischen Church of Ireland. An dieser Stelle soll der hl. Patrick gerade bekehrte Heiden getauft haben. Später wurde hier eine Holzkirche errichtet. 1192 baute John Comyn, der 1181 vom englischen König zum Erzbischof ernannt worden war, an gleicher Stelle eine große Steinkirche. Er hatte vom König den Auftrag erhalten, die irische Kirche zu reformieren und den Einfluß der englischen Krone zu stärken. Da Comyn auf die unabhängige und monastisch organisierte Christ Church keinen Einfluß hatte, ließ er diese neue Kirche bauen. Nachdem St. Patrick’s zur Kathedrale erhoben worden war, konkurrierten die beiden Gotteshäuser miteinander.
Im 13. Jahrhundert erfolgte die Umgestaltung der Kathedrale im Early English Style. Eine bewegte Geschichte mit mehrfacher Zerstörung folgte. Unter Cromwell diente die Kirche den Truppen als Pferdestall. Nach mehreren Umbauten stellte schließlich Sir Benjamin Guinness Mittel zur Restaurierung zur Verfügung. 1866/69 wurde der gesamte Bau renoviert, 1900 noch einmal der Chor und die Seitenschiffe. Die heutige Gestalt als dreischiffige Basilika mit Querschiff und rechteckigem Chorabschluß erhielt das Gotteshaus also erst 1860. Die fast verfallene normannische Kathedrale blieb damit wenigstens dem Plan nach erhalten, auch wenn von der ursprünglichen Bausubstanz kaum noch etwas übrig ist.
Christ Church Cathedral
Die heutige protestantische Kathedrale der vereinigten Diözesen von Dublin und Glendalough nimmt eine Sonderstellung ein als einzige Wikinger-Kathedrale in ganz Irland und Großbritannien.
Sie wurde 1038 auf einem Grundstück, das der Wikinger-König Sitric Seidenbart gestiftet hatte, gegründet. 1173 wurde die Kirche von den Normannen verändert und erhielt ihre gegenwärtige Struktur. Mit seiner Amtsübernahme 1162 begann Erzbischof Lorenz, gegen die keltische Tradition die Kathedrale nach europäischen Maßstäben zu reformieren. Kanoniker wurden Mönche, die dem Orden des hl. Augustinus beitraten. Die Liturgie glich sich der Tradition von Sarum (Salisbury) in England an. Da sie sich trotz der Reformation den Glauben und die Kontinuität bewahrte, sieht sich die protestantische Kirche in Irland in der direkten Nachfolge des keltischen und des mittelalterlichen Christentum und als Fortführung der einen heiligen, katholischen und apostolischen Kirche.
Von der alten normannischen Kathedrale blieb nur die Krypta erhalten. Sie ist in Großbritannien und Irland die einzige aus dem Mittelalter, die die volle Länge der Kathedrale besitzt und sich sowohl über dem Mittelschiff als auch unter dem Chor entlang zieht. Die in ihrer Roheit und Klobigkeit beeindruckende Krypta steht in Kontrast zum Zuckerbäckerstil der restaurierten Teile der Kathedrale. Im südlichen Querschiff findet man ebenfalls noch Reste des romanischen Baus. Die schon stark nach innen eingewölbte Nordwand des Mittelschiffs ist noch das Original aus dem 13. Jahrhundert, der überwiegende Rest jedoch Ergebnis der Restaurierung in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts. Besonders eindrucksvoll ist der aus Bildkacheln gestaltete Fußboden mit 63 verschiedenen Motiven. Sie wurden im 19. Jahrhundert nach gefundenen Originalen des 13. Jahrhunderts angefertigt.
National Botanic Garden
Dieser Park im Norden Dublins ist ein beliebtes Erholungsgebiet. Er wurde 1795 von der Royal Dublin Society zunächst zu Studienzwecken gegründet und steht seit 1878 unter staatlicher Leitung. Als Irlands erster Garten für Botanik und Gartenbau ist der National Botanic Garden mittlerweile nicht nur ein wissenschaftliches Institut, sondern auch für viele eine Oase der Ruhe und der Erholung.

Newgrange

Das ca. 3000 oder 3200 v. Chr. errichtete Ganggrab zählt zu den schönsten Exemplaren dieser Art in ganz Europa. Es ist älter als Stonehenge und die Pyramiden.
Es gibt etliche Sagen und Legenden über die Erbauer von Newgrange. Zu der Zeit, als die Könige von Tara herrschten, war Newgrange schon einige Tausend Jahre alt. Man kennt weder die Erbauer noch diejenigen, für die die Gräber bestimmt waren. Ausgrabungen haben aber bewiesen, daß zu jener Zeit im Boyne Tal Getreide angebaut wurde und daß die Wälder schon gerodet waren. Man vermutet, daß sich die fruchtbare, leicht hügelige Landschaft gut als Weideland für Viehherden sowie zum Weizenanbau eignete und die Lebensgrundlagen der Erbauer darstellte. Die damaligen Bewohner der Gegend um Newgrange waren also vermutlich eine Gemeinschaft aus Bauern und Viehzüchtern. Ihr hohes technisches Können und ihr feiner Kunstsinn, den die Steinverzierungen im Innern des Grabhügels verraten, zeugen von einer hochentwickelten Kultur. Deshalb überrascht es nicht, daß Newgrange mit dem keltischen Hauptgott, dem großen Dagda, und seinen Söhnen in Verbindung gebracht wird.
Der eiförmig aus Steinen aufgeschichtete Hügel (Cairn) hat eine Höhe von 11-13 Metern, eine Breite von 79-85 Metern und umschließt einen Raum von nicht ganz einem halben Hektar. Sein heutiges Aussehen verdankt er einer in den 70er Jahren abgeschlossenen Restaurierung, denn bis 1962 lag das megalithische Grab unter einem Erdhügel versteckt. Von außen beeindruckt zunächst die 3m hohe Verkleidung aus glitzernd weißen Quarzsteinen und beinahe fußballgroßen Granitkugeln, die wohl nicht nur eine dekorative, sondern auch eine symbolische Funktion im Totenkult jener Menschen einnahmen. Der Hügel ist von 97 massiven, bis zu 5 Meter langen Randsteinen eingefaßt. Die Steine in der Nähe des Eingangs sind zwischen 3 und 4 Meter lang und ragen im Durchschnitt 1,2 Meter über die alte Bodenfläche empor. Viele der Randsteine sind verziert, besonders schön ist der Eingangsstein und der ihm diametral gegenüberliegende Stein.
Der Hügel wird in etwa 11 bis 14 Metern Entfernung von einem Kranz von einzelnen, großen, vertikal gesetzten Steinen umgeben. Dieser Kranz hat einen Durchmesser von 103,6 Meter und schließt eine Fläche von nicht ganz einem Hektar ein. Die vier Steine, die dem Eingang gegenüberstehen, gehören zu den größten noch vorhandenen. Sie ragen bis zu 2,5 Meter über die alte Grundfläche empor. Die restlichen Steine sind fast alle nahe dem Boden abgebrochen. Keiner der Kranzsteine ist verziert. Das Grabmal im Innern des Hügels besteht aus einem Gang und einer Kammer mit drei Apsiden.
Eine besondere Entdeckung der Ausgrabungen von 1963 war die Roof-Box, eine sonst nirgends vorkommende Struktur. Es handelt sich um eine Art Steinbox mit schlitzartiger Öffnung, die auf den vorderen Decksteinen des Gangs ruht. Der vordere Rand seines Dachsteins ist schön verziert. Während der Wintersonnwende zwischen dem 14. und 28. Dezember, also in der dunkelsten Zeit des Jahres, dringen die Strahlen der Sonne durch den Schlitz der Roof-Box bis in die Kammer und erhellen für eine Viertelstunde die ansonsten dunkle Grabkammer. Den ca. 1,5 Meter hohen, 1 Meter breiten, dafür aber 18,9 Meter langen Gang begrenzen 43 aufrecht gestellte Steine, die eine durchschnittliche Höhe von 1,5 Metern haben. Viele dieser Orthostaten sind verziert und behauen. Gang und Kammer sind zusammen 24,1 Meter lang, das ganze Grab mißt also nur ein Drittel vom Durchmesser des Hügels. Der Gang steigt zur kleeblattförmigen Grabkammer 2 Meter an, so daß durch ihn kein Licht in die Kammer fällt - diese hat exakt dieselbe Höhe wie eine Landmarke auf dem gegenüberliegenden Boyne-Ufer, über die die Sonne am Tag der Wintersonnwende aufsteigt. Von der Hauptkammer führen drei Seitenkammern - eher Apsiden - ab, so daß das ganze Grab einen kreuzförmigen Grundriß besitzt. Die Scheitelhöhe der zentralen Kammer beträgt 5 Meter. Es ist eines der schönsten Beispiele eines Kuppelgewölbes dieses Typs in Westeuropa und noch ganz in seinem ursprünglichen Zustand erhalten. Die in Trockenmauerweise sorgsam gefügte Kuppel bedarf auch heute keiner Reparatur: Gang und Kammer blieben 5000 Jahre lang trocken.
Auf dem Boden der Seitenkammern und der Endkammer befinden sich vier große Beckensteine. Die Becken enthielten die Knochen der Toten, teils ganz, teils verbrannt. Opfergaben wie Stein- und Knochenperlen, Gehänge, Knochennadeln und Steinkügelchen wurden zu den Knochen gelegt.

Ogham-Stone

Nahe der Bucht des Ballycrovane Harbour befindet sich ein über fünf Meter hoher Ogham-Stone, der größte Irlands.
Rund 270 Ogham-Steine wurden in Irland gefunden. Die Ogham-Schrift, benannt nach Ogmios, dem keltischen Gott der Schrift, ist die älteste irische Schrift. Sie entstand etwa um 300 n. Chr. nach dem Vorbild des lateinischen Alphabets. Somit ist Gaelisch nach Griechisch und Latein die dritte schriftlich überlieferte europäische Sprache, die allerdings fast ausschließlich für Grab- und Gedenksteine verwendet wurde. Die Schrift war bis zum 7./8. Jahrhundert in Gebrauch.
Das Alphabet besteht aus 20 aus Linien bestehenden Zeichen. Die Striche verlaufen rechts und links, quer oder schräg über eine vertikale Grundlinie - meist die Kante eines aufrecht stehenden Steines. Bis zu fünf Striche bildeten einen Buchstaben, gelesen wurde von oben nach unten.

Poulnabrone Dolmen

Der Poulnabrone Dolmen und zahlreiche keilförmige Galeriegräber zeugen von dem frühen megalithischen Volk, das einst hier lebte. Der Dolmen datiert auf 2500 v. Chr., der Deckel wiegt fast 10 Tonnen. Aus ähnlicher Zeit stammen weitere über den Burren verteilte Grabstätten.

Quin Abbey

Die Ruinen von Quin Abbey sind die besterhaltenen Ruinen einer Franziskaner-Abtei aus dieser Epoche in ganz Irland. Quin Abbey wurde 1350 am Ort einer früheren MacNamara Burg, die 1286 niedergebrannt worden war, errichtet und 1433 von Sioda MacNamara erneuert. Die mächtige Ringmauer am Südende der viertürmigen Burg wurde zur Südmauer der aus Hauptschiff, Chor und Querschiff bestehenden Kirche; die Mauerstärke bedingte fast 3 Meter tiefe Fenster. Auch für die Ost- und Westseite wurden die Mauern der Burg benutzt. Für das große Ostfenster mußte allerdings die Mauerstärke verringert werden. Auch bei den weitläufigen Klostergebäuden machte man sich die bereits bestehenden Mauern zunutze.

Ring of Beara

Zwischen Kenmare River und Bantry Bay erstreckt sich die ca. 60 km lange Halbinsel Beara.
Der Ring of Beara, also die Umrundung der Halbinsel, ist touristisch nicht ganz so ausgebaut wie der Ring of Kerry, kann aber auch nicht mehr als Geheimtip bezeichnet werden. Die ca. 150 km lange Küstenstraße ist atemberaubend schön und zieht sich eng und gewunden mit herrlichen Aussichten auf das Meer und die vorgelagerten Inselchen durch eine ursprüngliche Landschaft und hübsche kleine Orte wie Castletownbere oder Eyeries. Das Landschaftsbild wird durch karge Felsenrücken bestimmt. Es gibt kaum Bäume, dafür Weiden und Mauern. Man sieht zwei große Gebirgszüge: die Caha-Mountains mit Gipfelhöhen bis zu 687 Metern (Hungry Hill) und die sich südwestlich anschließenden Slieve Miskisch Mountains mit Höhen bis zu 489 Metern.

Ring of Kerry

Die weltberühmte, knapp 200 km lange Panorama- und führt um die Iveragh-Halbinsel. Die bezaubernde Seenlandschaft ist von einer üppigen Flora überzogen, umsäumt von schroffen Felsen und dicht bewachsenen Bergen. Schroff emporragende Klippen, verträumte Inselchen beeindrucken den Reisenden. Bereits in viktorianischer Zeit war der Ring of Kerry ein beliebtes Reiseziel, da die Verbindung von sanfter und wilder Schönheit ganz dem damaligen Zeitgeschmack entsprach.

Rock of Cashel

Der Rock of Cashel, eine romanische Klosteranlage, thront majestätisch auf einem sechzig Meter hohem Felsen und überragt das kleine Fischerdorf. Cashel war lange Zeit politisches und religiöses Zentrum des Landes. Von dem Felsen erzählt die Legende, daß der Teufel aus einem Berg im Nordwesten ein Stück Fels herausgebissen und es mitten in die Ebene gespuckt habe. Die Wirklichkeit ist weniger satanisch: der über 90 Meter hohe Felsen aus Kalkstein stammt aus der Eiszeit, und schon lange vor der Zeitenwende wurde seine geographische Lage genutzt, um eine fast uneinnehmbare Festung zu errichten, Caiseal Mumhan, die "steinerne Burg".
Seit dem 4. Jahrhundert war Cashel der traditionelle Sitz der Könige von Munster und blieb es für die nächsten 700 Jahre. Es war aber nicht nur Königs-, sondern auch Bischofssitz. Hier empfing um 450 König Aenghus aus der Hand des hl. Patrick die Taufe. Der Sockel des St. Patrick Kreuzes (11./12. Jahrhundert) soll der Taufstein gewesen sein. Die mächtigen Fürsten besaßen alle sowohl geistliche als auch weltliche Macht; der bekannteste unter ihnen, Cormac I. (um 900), war König, Bischof und Dichter. Auch der Hochkönig Brian Boru, der Harfenvirtuose, wurde hier 977 gekrönt. 1134 entstand eine Klostersiedlung, nachdem Muicheatach O’Brien den Felsen und seine Bauten der Kirche geschenkt hatte. Im 12. und 13. Jahrhundert entstanden eine Kathedrale, eine Kapelle und ein Rundturm. Die Klostersiedlung weist germanische und englische Einflüsse auf, Kunsthandwerker aus Regensburg waren am Bau beteiligt.
Vor und nach der Reformation - Elisabeth I. von England setzte in Cashel protestantische Bischöfe ein - unterlag Cashel einem wechselvollen Schicksal. König Heinrich II. eroberte den "unbezwingbaren" Felsen, Edward Bruce hielt in Cashel Parlament, Plünderungen und Brandschatzungen waren an der Tagesordnung. 1495 brannte der Earl of Kildare Cashels Kathedrale nieder, später waren Cromwells Truppen die Zerstörer.
Aber auch die Kirche selbst ging mit ihrem Bischofssitz nicht immer pfleglich um. Der Legende zufolge soll es im 18. Jahrhundert Erzbischof Price zu mühsam gewesen sein, jeden Tag den Hügel hinaufsteigen zu müssen, um die Messe zu lesen. Also deckte er kurzentschlossen das Dach der Kathedrale ab, ließ sie für baufällig erklären und errichtete eine neue Kathedrale im Ort am Fuß des Felsens. Dem weiteren Verfall setzte der Staat ein Ende, als er 1847 den Rock of Cashel zum Nationaldenkmal erklärte.
Der weitläufige Friedhof ist mit unzähligen moosbewachsenen Grabsteinen und Kreuzen übersät. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Hore Abbey.

Ross Errilly Friary

Das Franziskanerkloster wurde 1357 gegründet, 1498 erweitert und 1753 von den Engländern besetzt. Obwohl der größte Teil der Klostergebäude Cromwells Truppen zum Opfer fielen, gilt Ross Abbey als das größte und besterhaltene Franziskanerkloster in Irland. Die meisten erhaltenen Teile stammen aus dem 16. Jahrhundert: Turm, Kirchenschiff, Refektorium und Wirtschaftsräume; der von prachtvollen Arkaden umschlossene Kreuzgang gilt als architektonisches Kleinod.

Shannon River

Der Shannon ist mit 370 km der größte Fluß Irlands. Seit ungefähr 300 Jahren vor Christus wurde er gewerblich genutzt und war Teil einer Handelsstraße, die über Gallien bis zum mittelalterlichen Rhein reichte. Der Astronom und Geograph Ptolemäus, der von 100 bis 160 n. Chr. lebte, zeichnete den Shannon bereits in seine Landkarte ein. Um 545 n. Chr. befuhr auch der heilige Cierán den Fluß. Er gründete direkt am Ufer des Shannon das berühmte Kloster von Clonmacnoise. Die Region war strategisch äußerst wichtig, so daß rivalisierende Stämme und später Iren und Anglo-Normannen um ihre Beherrschung kämpften. Auch die Wikinger ruderten mit ihren Schiffen über diese Wasserwege. Zu Cromwells Zeiten war der Shannon eine wichtige Verteidigungslinie. Im 18. Jahrhundert wurde Dublin durch den Grand Canal mit dem Shannon verbunden. Frachtkähne schleppten die Produkte der weltberühmten Guinness-Brauerei von Dublin zum Shannon, um sie von den Häfen im Westen in alle Welt zu verschiffen.
Der Shannon entspringt im Cuilcagh-Gebirge, fließt nach Westen zum Lough Allen und schlängelt sich mitten durch die zentrale Kalksteinebene und durch die Stadt Limerick. Hier formt er eine große Flußmündung und fließt in den Atlantik. In seinem Verlauf verbreitert er sich zu zahlreichen Seitenarmen und Seen. Seine Niederungen, Buchten und Binnenseen gelten als Naturparadiese für die verschiedensten Wildvögel und andere Tiere. Sie beherbergen eine farbenfrohe und vielfältige Flora.

Shannonbridge

Bei Shannonbridge überspannt eine alte Brücke mit 16 Bogen den Shannon.

Skellig Experience

Das 1991/1992 errichtete Besucherzentrum, auch als "Irlands aufregendste Besucherattraktion" gepriesen, liegt an der Straßenbrücke, die Valentia Island mit dem Festland verbindet.
Die Ausstellung berichtet über die Geschichte und Archäologie des frühchristlichen Klosters auf Skellig Michael, über die Seevögel und ihren Lebensraum, über die Leuchttürme, die hier seit mehr als 100 Jahren den Seeleuten geleuchtet haben, und über die Unterwasserwelt der Skelligs.

Skellig Islands

12 km vor Bolus Head erheben sich die Skellig-Inseln, die wie Nadeln aus dem Ozean herausragen. Die Skelligfelsen sind aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit, der vielen Seevogelkolonien, des langandauernden Leuchtturmdienstes, der frühchristlichen Klosterarchitektur und der vielseitigen Meeresflora und -fauna berühmt.
Skellig Michael, die höhere und größere, erhebt sich 218 Meter über den Meeresspiegel und ist 14 ha groß. Unter dem Wasser fallen die steilen Klippen noch weitere 20 Meter ab. Auf Skellig Michael stehen die Ruinen einer sehenswerten Mönchssiedlung. Sie wurde angeblich vom hl. Finian im 6. Jahrhundert gegründet und war vom 6. bis zum 13. Jahrhundert bewohnt. Bis zur Entdeckung Amerikas waren die Skelligs der westlichste Punkt des mittelalterlichen Weltbildes, sozusagen an der Abbruchkante der Erdplatte gelegen. Kein Wunder, daß dieser Felsen im Atlantik schon früh zum Refugium einer Mönchsgemeinschaft, bestehend aus 13 Eremiten, wurde. Die Gründer des Klosters sind unbekannt. Bereits vorchristlichen Druiden soll diese Insel als Zuflucht vor der Zivilisation des irischen Festlands gedient haben. Mitte des 9. Jahrhunderts wurde die Einsiedelei mehrfach von den Wikingern geplündert und im 13. Jahrhundert aufgegeben. Dies lag nicht an den widrigen Lebensbedingungen, sondern geschah im Zuge einer Klosterreform. Für ein paar Jahre lebte auch ein Leuchtturmwärter mit seiner Familie ein einsames Leben auf der Insel. Seit jedoch der Leuchtturm auf der Westseite von Skellig Michael automatisiert wurde, ist sie meist unbewohnt.
Little Skellig wird von 20000 Seevögeln bewohnt. Geradezu unwirklich und geisterhaft wirkt diese Insel, um die sich weiße Wolken von Seevögeln bewegen.

Slea Head

Slea Head ist der äußerste Westen Irlands: "Next Parish is Boston". Felsenklippen, schroff und wild, wie schrägliegende Messerklingen, unten halb zerschellt das Wrack eines Küstenfrachters, ein winziger Strand. Es bietet sich ein großartiges Panorama, im Süden bis zu den Skellig Islands und im Westen bis zu den Blasket Islands.

Sneem

Jedes Haus dieses sogenannten Bilderbuchdorfs weist eine andere Farbe auf; die Palette reicht von Grasgrün über Lila bis zu allen möglichen Rosé- und Gelbtönen.

Staigue Stone Fort

Das prähistorische Steinfort gilt als das vollkommenste Beispiel einer irischen Steinfestung. Das kreisrunde Fort mißt 24,5 Meter im Durchmesser und war ursprünglich 5,5 Meter hoch. Den einzigen Zugang bildet eine lange mit Steinplatten gedeckte Kammer an der Südseite. Die Mauern sind über 4 Meter dick und haben Kammern und Laufgänge für die Verteidiger. Die Steine sind unbehauen und ohne Mörtel geschichtet, die Zwischenräume mit Steinsplittern ausgefüllt, das Fundament teils auf Felsengrund, teils auf gewaltigen Felsplatten errichtet. Zeitlich ist das Fort schwer einzuordnen, vermutlich ist es aber vor 400 n. Chr. entstanden. Zum Teil wurde es vor wenigen Jahren restauriert.

Timoleague Abbey

Timoleague Abbey, malerisch am Wasser der Bucht von Courtmacsherry gelegen, wurde im 7. Jahrhundert von St. Molaga gegründet und im 14. Jahrhundert als Franziskanerkloster neu errichtet. Im 16. und 17. Jahrhundert war die Abtei bedeutendes Zentrum geistlicher Kultur, 1659 wurde sie von Cromwells Truppen geplündert und weitgehend zerstört. In ihrem Innern befindet sich ein verwunschener Friedhof.

Valentia Island

Valentia Island, nicht spanischen Ursprungs, ist eine Anglizisierung des irischen Ausdrucks "Oilean-Bheil-Inse", was "Insel zwischen Land und Flußmündung" bedeutet. Diese kleine Insel ist ziemlich abgeschieden und hat mittlerweile nur mehr ca. 700 Einwohner. Seit 1971 verbindet eine Brücke die Insel mit Portmagee.

Wicklow Mountains

Die Wicklow Mountains liegen etwa fünfundachtzig Kilometer südlich von Dublin und werden wegen ihrer eindrucksvollen Gebirgslandschaft auch der "Garten Irlands" genannt. Sie zeichnen sich durch endlose Heidelandschaft, dunkle Torfmoore, dicht bewaldete Hügel sowie klare Bergseen aus - Moor und Heide, Eichenwald und Nadelforst, Granit und Quarzit.
Der höchste Gipfel ist der Lignaquillia Mountain mit 924 Metern, und nur zwei Pässe, Sally Gap und Wicklow Gap, überqueren die Bergkette von Ost nach West, in Nord-Süd-Richtung eine "military road". Der Rest ist Einsamkeit, sind dunkle Seen, Bäche, Flüsse. Einst waren die "Wicklows" Zufluchtsort der McMurroughs, O’Tooles, O’Byrnes, bis ins 18. Jahrhundert hinein Versteck der (politisch) Verfolgten, der Straftäter, der "Rechtlosen".
Nach der Rebellion von 1798 bauten die Engländer ihre Military Road, eine "strategische" Straße, um - endlich - auch die schwer zugänglichen Hochtäler unter Kontrolle zu bekommen. Heute laden zahlreiche Wanderwege zum Wandern ein, was jedoch immer wieder mal im Moor endet.

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