Kunst- und Kulturgeschichte
Aus der Ur- und Frühgeschichte Irlands sind viele Steinmonumente, vor allem aus der Jungsteinzeit erhalten. Dabei unterscheidet man
- Menhire (Menhir = langer Stein) oder Stehende Steine, einzeln stehende Steine, die wahrscheinlich als Grenz- oder Totengedenksteine dienten.
- Megalithgräber, wörtlich "Großsteingräber". Megalithgräber stellen die bedeutendsten Relikte der Jungsteinzeit in Nordeuropa (ca. 4000-2500 v. Chr.) dar. Sie geben eindrucksvoll Zeugnis von dem hochentwickelten Totenkult jener Zeit.
Die frühesten Gräber sind Kammergräber (3000-2500 v. Chr.) die hauptsächlich im nördlichen Teil der Insel verbreitet sind. Aufrecht stehende Steine bilden eine - teilweise in Nischen unterteilte - Kammer, davor befindet sich ein runder Vorhof, in dem die Begräbnisriten abgehalten wurden. Über dem Grab wurde aus Erde oder Steinen ein Hügel aufgeschüttet. Ein späterer Typus sind die besonders eindrucksvollen Ganggräber ("passage graves"), wie zum Beispiel bei Newgrange. Ein langer, schmaler, von Menhiren begrenzter Gang führt zu einer zentralen Grabkammer, von der einzelne Nischen abgehen. Auch die Ganggräber wurden mit einem Erdhügel bedeckt und rundum von Steinen umgeben, die teilweise reich mit Ornamenten (Kreisen, Spiralen, Rhomben und Zickzacklinien) verziert sind. Die Gräber wurden über einen längeren Zeitraum für die Toten einer Familie oder Dorfgemeinschaft benutzt, in manchen fand man Knochen von über 200 Menschen. Kleinere Megalithgräber sind die Dolmen (=Steintisch). Sie bestehen aus mehreren Orthostaten, senkrecht stehenden Steinen, auf denen ein großer Deckstein liegt. Dieser Deckel ist bis zu 100 Tonnen schwer und wurde mit Hilfe von Erdrampen auf die Monolithen aufgelegt. Die irischen Legenden geben eine etwas poetischere Version. Der Sagenheld Diarmuid war mit Graínne, der angehenden Frau des Recken Finn MacCool, geflohen und suchte mit ihr auf der Flucht vor dem eifersüchtigen Finn ein Jahr lang jede Nacht ein anderes Lager. Allnächtlich baute er eine dieser steinernen Schutzhütten, die deshalb im Volksmund auch "Beds of Diarmuid and Graínne" heißen.
- Die dritte Gruppe bilden Steinsetzungen, aus mehreren Steinen gebildete Anlagen wie Steinkreise oder -reihen, die in der Bronzezeit, ca. 2500-300 v. Chr. entstanden (z.B. Drombeg). Diese Formationen von Monolithen unterschiedlicher Größe, Form und Anzahl dienten kultischen Zwecken oder als Versammlungsstätten der Sippe. Teilweise waren es auch astronomische Markierungen, wahrscheinlich zur Beobachtung der Sterne.
Zu jener Zeit entwickelte sich in Irland eine hohe Kunst der Metallverarbeitung, insbesondere von Bronze- und Goldarbeiten. Neben Waffen und Gebrauchsgegenständen wurden vor allem Goldschmiedearbeiten von hohem Niveau hergestellt. Aus der Eisenzeit (ca. 300 v. Chr. bis 450 n. Chr.) sind eindrucksvolle Wohn- und Verteidigungsanlagen erhalten. Eingewanderte Kelten bauten die beeindruckenden Hügel- oder Steinforts. Aus Erde oder Lehm wurden Wälle errichtet, sogenannte Raths, innerhalb derer sich die einfachen, in Trockensteinbauweise - also ohne Mörtel - errichteten Behausungen befanden (z.B. Staigue Fort). Innerhalb der breiten Mauern, auf die von innen Treppen führen, befinden sich meist mehrere Kammern und Gänge. Einen anderen Befestigungstyp bilden die Crannógs, künstliche, mit Palisaden befestigte Inseln in Ufernähe eines Sees.
Das besondere Verdienst des heiligen Patrick bestand darin, daß er auf friedlichem Wege Irland vom Heidentum zum Christentum bekehrt hat. Die hochentwickelten, bis in die Steinzeit zurückreichenden künstlerischen Traditionen wurden nicht zerstört, sondern dem Christentum dienstbar gemacht. Für die nun an religiöse Inhalte gebundene Kunst eröffneten sich durch die rasche Etablierung des Christentums neue Wege. Rund 270 Ogham-Steine wurden in Irland gefunden. Die Ogham-Schrift, benannt nach Ogmios, dem keltischen Gott der Schrift, ist die älteste irische Schrift. Sie entstand etwa um 300 n. Chr. nach dem Vorbild des lateinischen Alphabets. Somit ist Gaelisch nach Griechisch und Latein die dritte schriftlich überlieferte europäische Sprache, die allerdings fast ausschließlich für Inschriften auf Grab- und Gedenksteinen verwendet wurde. Die Schrift war bis zum 7./8. Jahrhundert in Gebrauch.
Mit der Einführung des Christentums entwickelten sich die Klöster nicht nur zu Zentren der Bildung, der Gelehrsamkeit und des Kunstschaffens, sondern waren gleichzeitig auch Handwerksstandort, Markt- und Münzstätte sowie Pilgerziel. Diese verschiedenen Funktionen lassen die Bezeichnung "Klosterstädte" zu. (Die heute noch erhaltenen Klosteranlagen wie Monasterboice, Glendalough oder Clonmacnoise datieren allerdings aus einer späteren Zeit.) Die Kirchenarchitektur Irlands begann mit kleinen, unscheinbaren Holzbauten und erreichte ihren Höhepunkt in der irischen Romanik des 12. Jahrhunderts. Da die ersten Klöster fast alle aus Holz gebaut worden waren, ist von ihnen heute nichts mehr übrig geblieben. Unter Einfluß der Wikinger entstanden die frühen irischen Steinkirchen, wohl um das 9./10. Jahrhundert. Es handelt sich um einräumige Oratorien, die in Trockenbauweise zusammengefügt sind. Die ersten Klöster bestanden aus einer Kirche, um die sich mehrere kleine Bienenkorbzellen (clochán) scharten, die Wohnstätten der Mönche. Eine Steinmauer umgab den Klosterbezirk und schirmte ihn von der Außenwelt ab. Ogham-Steine und mit Kreuzen versehene Grabplatten markierten die Gräber der Verstorbenen. Mit der Ankunft der Normannen im 12. Jahrhundert und der Einführung einer neuen klösterlichen Ordnung begann der Zerfall der alten irischen Klöster. In ganz Europa erlebte das Christentum im 12. Jahrhundert eine grundlegende Erneuerung (Kreuzzüge, Gründung neuer Orden etc.). Die Mönche machten die Klöster wieder zum Mittelpunkt des kirchlichen Lebens. Außerdem brachten sie den gotischen Baustil mit, der in der Kirchenarchitektur bestimmend wurde. Fortan blieb die irische Architektur in engem Kontakt mit dem restlichen Europa und verlor an künstlerischer Eigenständigkeit. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts überzogen die verschiedensten Mönchsorden die Insel mit einem dichten Netz an mächtigen Klöstern im gotischen Stil. Auch Kathedralen - z.B. die beiden Kathedralen in Dublin - sowie Dorfkirchen wurden in gotischer Bauweise gebaut. 1257 gab es bereits 38 irische Zisterzienserklöster. Sie alle - wie z.B. auch Mellifont Abbey - sind streng nach den Regeln des Ordens angelegt. Im 14. Jahrhundert war durch die englisch-irischen Auseinandersetzungen und durch die Pest das Bauen stark eingeschränkt. Im relativ friedlichen 15. Jahrhundert erlebte die Bautätigkeit wieder einen starken Aufschwung. Viele Klöster wurden im spätgotischen Stil des Flamboyant entweder wiederaufgebaut oder neu gestaltet. In der Zeit zwischen 1400 und 1535 erfolgte eine neue Blüte der Kirchenbaukunst. Die überwiegende Anzahl aller erhaltenen irischen Kirchen stammt aus dieser Zeit. Im Jahre 1540 löste der englische König Henry VIII. die Klostergemeinden auf und eignete sich deren Besitztümer und Ländereien an. Die Auflösung der Klöster und die Reformation bedeutete nicht nur ein Ende des irischen Kirchenbaus, sondern für die katholische Mehrheit der Gläubigen in Irland war dies der Beginn einer dunklen Zeit der Unterdrückung. Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden nur wenige, meist protestantische Kirchen nach kontinentalem Vorbild. Im 19. Jahrhundert konnten sich die Christen wieder frei zu ihrem Glauben bekennen. Nach der Gleichstellung der Katholiken 1829 entstanden zahlreiche Kathedrale überall im Lande. Sie wurden vor allem im neogotischen Stil gebaut, wie z.B. in Cork. Erst in jüngster Zeit begann sich wieder eine eigenständige irische Kirchenarchitektur zu entwickeln.
Die berühmten irischen Hochkreuze sind einzigartig in der Entwicklung der Sakralkunst. Noch ca. 100 Exemplare existieren auf der Insel. Außerhalb Irlands gibt es nur noch in Schottland und in England Hochkreuze, wobei die englischen allerdings keinen Kreuzring besitzen. Die irischen Hochkreuze waren immer streng nach Osten ausgerichtet, und ihre Höhe variiert meist zwischen 3,50 und 4 Metern. Sie sind keine Grabkreuze, sondern Orte der Predigt, der Versammlung und des Gebets. Als Bibelkreuze hatten sie auch didaktische Funktion. Im 8. Jahrhundert entstand die erste bekannte Form der Hochkreuze, im 9. Jahrhundert erschienen die ersten Darstellungen alttestamentarischer Szenen, die die keltischen Bandornamente allmählich auf die Schmalseiten und den Kreuzring verdrängten. Anstelle der bisherigen rein repräsentativen Funktion der Kreuze trat nun die didaktische immer mehr in den Vordergrund. Durch die zahlreichen Bildfelder und Figuren sollten die Schriftunkundigen mit der biblischen Geschichte und der Lehre Jesu vertraut werden. Mit der irischen Romanik findet die Entwicklung der Hochkreuze ein Ende. Zwar wurden auch später noch Hochkreuze errichtet, doch stehen sie alle in der Tradition der mittelalterlichen Kreuze. Im 19. Jahrhundert erlebten die Hochkreuze einen neuen Aufschwung als Grabkreuze.
Neben den Hochkreuzen gelten die Rundtürme als Wahrzeichen der christlichen irischen Architektur, denn außerhalb Irlands sind nur noch zwei Türme in Schottland bekannt. Etwa 70 Rundtürme sind erhalten, ein Dutzend davon in - zumindest außen - sehr gutem Erhaltungszustand. In der Form erinnern sie an riesige Bleistifte: sie sind schmal und hoch und verjüngen sich nach oben hin. Die Rundtürme fungierten - wie der Campanile in Italien und das Minarett in der islamischen Welt - als Glockentürme (Cloigtheachs), die den sich nähernden Pilgern das Ziel ihrer Wanderung zeigten und von denen aus die Mönche zum Gebet gerufen wurden. Darüber hinaus dienten Rundtürme dem Schutz der Mönche und ihrer Kirchenschätze in Gefahrenzeiten. Der Eingang lag fast überall mindestens drei Meter über dem Boden. Idealen Schutz boten sie jedoch nicht. Zwar waren sie wegen der erhöhten Eingänge schwer zugänglich, aber gegen Feuer waren sie mit ihren hölzernen Böden und Treppen im Innern nicht geschützt. Die ersten Rundtürme entstanden um 900, als im Zuge der Wikingereinfälle die ersten Steinbauten in Irland entstanden. Da die Türme auch noch bis ins 12. Jahrhundert, also nach den Invasionen der Wikinger, errichtet wurden, hatten sie vermutlich neben ihrer defensiven auch eine repräsentative Funktion, um die Macht und das Ansehen der Klöster zu zeigen.
In Zusammenarbeit mit den Mönchen entstanden auch die Meisterwerke der Gold- und Bronzeschmiede. Das Metallhandwerk konnte beim Einzug des Christentums bereits auf eine lange keltische Tradition bis in die Bronzezeit mit ihren meisterhaften Goldblecharbeiten und hochentwickelten Gebrauchsgegenständen zurückblicken. Die sich rasch ausbreitenden Klöster gaben dem Metallhandwerk neue Aufträge: benötigt wurden Meßgeschirr, Reliquienschreine, liturgische Geräte, Gefäße und Vortragekreuze.
Die wichtigste Kunst im 7. Und 8. Jahrhundert war neben dem Metallhandwerk die Buchmalerei. Beide Künste sind hinsichtlich ihrer ornamentalen Gestaltung recht ähnlich. Man bediente sich dabei eines recht begrenzten Motivinventars, das in unzähligen Variationen immer wieder neu gestaltet wurde. Zwischen dem späten 7. und dem frühen 9. Jahrhundert entstanden in den Klöstern wahre Meisterwerke an illustrierten Schriftstücken von unvergleichlicher künstlerischer Qualität. Die zwei berühmtesten Exemplare werden heute in der Bücherei des Trinity College in Dublin aufbewahrt. Es sind das Book of Durrow aus dem 7. Jahrhundert und das Book of Kells aus dem 9. Jahrhundert.
Der Burgenbau war - wie auch die Gotik und die Romanik - eine von außen nach Irland importierte Entwicklung. Zur Kontrolle des unterworfenen Landes bauten sich die normannischen Eroberer ab etwa 1200 mächtige Festungen. Ab dem 13. Jahrhundert wurde im Burgenbau anstelle von Holz nur noch Stein verwendet. Die normannischen Burgen sind damit die ersten großen profanen Steinbauten Irlands; bis dahin wurde Stein als Baumaterial nur für Kirchen verwendet. Im 15. Jahrhundert kam die vor allem in Schottland bekannte Form des Tower House nach Irland, wo sie rasch von dem niederen irischen Adel und von reichen Kaufleuten übernommen wurde. Diese Gebäude stellten eine Mischung aus Haus und befestigter Burg dar und dienten beiden Zwecken gleichermaßen. Mit der Vorherrschaft der Engländer gelangte der Klassizismus nach Irland. Das Selbstverständnis und den enormen Wohlstand der britischen protestantischen Großgrundbesitzer dokumentiert die stattliche Anzahl an Herrenhäusern, die ab ca. 1720 entstanden. Die "Mansion Houses" sind meist von parkähnlichen Gärten umgeben. Auch diese Mode kam aus England. Heute ist Irland für seine wunderschönen Gärten berühmt. Kunstvolle Anlagen mit Rosenarrangements, exotischen Pflanzen, Steingärten und Wasserspielen wurden harmonisch in die sie umgebende Landschaft integriert. In den großzügig angelegten Gärten findet man eine große Vielfalt an seltenen Bäumen, Büschen, Sträuchern und Blumen, denn in dem milden und feuchten Klima wächst (fast) alles.
Literatur
In der Literatur können die Iren auf eine kontinuierliche Tradition zurückgreifen, die bei den vorchristlichen Mythen ihren Anfang nimmt. Die Lust am Fabulieren, am aus- und abschweifenden Erzählen, die Lust am Ornament, wie sie auch in der keltischen Kunst zu finden ist, der Hang zum übernatürlichen und Anti-Rationalen, kennzeichnen die irische Literatur von den Anfängen bis heute. In keinem Land Europas ist das mündliche Erzählen von Märchen und Geschichten so lange lebendig geblieben wie in Irland. Die Gründe für das reiche Erbe an Geschichten und Sagen sind vielfältig:
- Die geographische Insellage am Rande Europas, die von den Römern nie erobert wurde und in der sich keltische Tradition und Christentum friedlich verbanden.
- Die keltische Kulturtradition mit ihrer Vorliebe für labyrinthisch verschlungenes Ornament.
- Die eigenständige gaelische Sprache, das über Jahrhunderte hinweg von den britischen Besatzern unterdrückt wurde. Die Sprachkultur der Barden ging in den Untergrund, sie fand in den Hütten der verarmten und von ihren englischen Landesherren ausgeplünderten Bauern eine Zufluchtsstätte.
- Der Rückgriff auf die alten keltischen Sagen- und Märchenstoffe durch die literarische Schule der "Irish Revival" um die Jahrhundertwende spielte eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Propagierung und Mobilisierung des Unabhängigkeitskampfes. Es ist nicht verwunderlich, daß nach der Unabhängigkeit in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts die republikanische Regierung alle Bemühungen um die Sammlung irischer Folklore tatkräftig unterstützte und die bäuerlichen Märchenerzähler überall im Lande gerne bereit waren, Sammlern ihr Repertoire an Märchen zu erzählen, was fast einer nationalen Tat gleichkam. Der ausgeprägte Nationalismus und die Glorifizierung der gaelischen Tradition waren wohl eine unvermeidliche Reaktion auf jahrhundertelang währende Unterdrückung.
Bezeichnend für die irische Märchenwelt ist die Kombination von keltischer Tradition, Christentum, gaelischer Sprachkultur, Mythologie und Folklore. Die Feen waren für die Iren unserer Vorfahren Wirklichkeit. Der Glaube an die Existenz der Feen half, eine Erklärung für Vorgänge zu finden, die sich auf rationalem Weg nicht erklären ließen. Die Menschen suchen stetes für alles nach Gründen, und wenn irgendein unerklärliches Ereignis den Feen zugeschrieben werden konnte, fühlten sie sich erleichtert und beruhigt. Sicherlich bedeutete das Vertrauen in eine phantastische "andere Welt" auch eine Flucht aus der harten und entbehrungsreichen Welt in eine andere, bessere - die der Phantasie. Im Irischen haben die Feen, die Sidhe, verschiedene Namen: "Good People", "Little People", "Noble People", "The People of the Hills" oder auch einfach "Other People". Sie sind überall, wohnen in verlassenen Gehöften, von denen es im ganzen Land Tausende gab und gibt, in alten Steinforts oder auch in Weißdornbüschen, weshalb kein feengläubiger Bauer je einen Weißdornbusch aus seinem Acker entfernen würde. Auch Hügelkuppen und Berge wurden als ihre Wohnsitze angesehen. Eine Version über ihre Entstehung lautet folgendermaßen: als die keltischen Invasoren die vorkeltische Bevölkerung (in der Sage Tuatha Dé Danann) besiegten, gingen diese in den Untergrund - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Fortan war ihr Wohnsitz der Hügel, das Hügelgrab, beispielsweise Brú na Boinne, eines der zahlreichen Ganggräber am Boyne. So wurde in den Legenden das Volk, das die Megalithgräber errichtet hatte, zu den Wesen der Unterwelt, den Feen. Die Bewohner der irischen "Anderswelt" zeichnen sich durch eine große Vielfalt aus. Sie können ihr Aussehen beliebig wechseln und als Menschen, Tiere oder auch nur als Staubwolke erscheinen. Der Sterbliche, der mit der Feenwelt in Berührung kommt, mag Glück, Reichtum, sexuelle Befriedigung, aber auch Tod oder Verderben davontragen. Den Menschen gegenüber sind die Feen meist hilfsbereit und freundlich und zeigen auch recht menschliches Gebaren. Sie können krank werden und sterben, die Frauen spinnen oder kochen, männliche Feen neigen zur Trunksucht. Die Feen lieben Gesang, Tanz, Tabak und Whiskey. Wer den Feen immer etwas Eßbares und Trinkbares bereitstellt, kann gut mit ihnen auskommen.
Gaelischsprachige Literatur
Irland besitzt eine sehr lange Tradition des mündlichen Erzählens. Erst in unserem Jahrhundert starb die Gilde der Shanachies, der Geschichtenerzähler, die früher ihr reiches Wissen von Generation zu Generation weiterzugeben pflegten. In den Jahren der englischen Unterdrückung waren sie es, die - wie auch die katholische Kirche - das altirische Erbe bewahrten. Das Ansehen der Shanachies war sehr hoch. Auch hier zeigt sich eine lange Tradition, denn schon in vorchristlicher Zeit standen die Dichter und Sänger, die Filidh, ebenso wie die Druiden und die Rechtsgelehrten an der Spitze der gesellschaftlichen Hierarchie. Mit der Christianisierung durch den hl. Patrick kam die lateinische Schrift nach Irland, und eine bisher rein mündliche Erzählkultur wurde nun durch die Mönche schriftlich fixiert. Neben den religiösen gilt dieses auch für die historischen Texte, die die irische Tradition bewahren. Im 12. und 13. Jahrhundert wurden die gaelischen Epen von christlichen Mönchen, die diesem alten heidnischen Stoff erstaunlich unvoreingenommen begegneten, aufgeschrieben. Mit den Normannen erreichte die Tradition der höfischen Troubadourlyrik Irland und wurde von den gelehrten irischen Barden bereitwillig übernommen. Diese normannisch-gaelische Liebeslyrik steht am Anfang eines Prozesses, in dem fremde Einflüsse die irische Sprache immer mehr unterdrückten und der schließlich zum endgültigen Ende des Gaelischen in der Literatursprache führte. Als Douglas Hyde 1893 im Zuge des Gaelic Revival die Gaelic League gründete, schenkte dieser nationale Reflex auf die eigene Sprache dem vom Aussterben bedrohten keltischen Sprachzweig neue Kraft. Den "klassischen" zeitgenössischen Schriftstellern gesellen sich heute eine wachsende Zahl von jüngeren Autoren und Autorinnen hinzu, die traditionelle irische Formen und Inhalte mit feministischen und psychologischen Fragestellungen im Medium Lyrik zu verbinden wissen.
Englischsprachige Literatur
Eine ganze Reihe irischer Schriftsteller hat Weltberühmtheit erlangt. Vergleichbar mit der Baukunst, hatte die anglo-irische Literatur einen ersten Höhepunkt im 18. Jahrhundert, wobei die bedeutendsten Schriftsteller jener Zeit aus protestantischen Familien der anglo-irischen "Ascendancy", der protestantischen Oberschicht, stammten. Der wichtigste Vertreter dieser Epoche ist Jonathan Swift. Als weitere bedeutende Vertreter dieser klassischen Epoche der irischen Literatur sind Edmund Burke (1729-1797), Laurence Sterne (1713-1768) und Oliver Goldsmith zu nennen. Die Bewegung der Irischen Renaissance regte die bedeutendsten irischen Dichter und Dramatiker an, sich dem gaelischen Erbe zu verpflichten und es in ihren in englischer Sprache geschriebenen Werken weiterleben zu lassen. Die alles überragende Figur der Irischen Renaissance war William Butler Yeats. Das 20. Jahrhundert sah mit Shaw, Wilde und Beckett einige der bedeutendsten Dramatiker unserer Zeit überhaupt, aber auch auf dem Sektor des Romans brachte Irland Geniales hervor. Während Becketts "Warten auf Godot" (1953) mit seiner sprachlichen, psychologischen und handlungsmäßigen Reduktion einen Endpunkt für das moderne Drama setzt, stellt Joyces "Finnegans Wake" (1939) in seiner freudvoll verschlüsselten und mit mythischen, historischen und ganz privaten Assoziationen gespickten Sprache eine scheinbar nicht zu durchbrechende Schallmauer in der Romankunst des 20. Jahrhunderts dar. Erstaunlicherweise scheinen die Modernen damit zu einem Merkmal der frühen gaelischen Literatur zurückgekehrt zu sein: zur Liebe für die Form, für die Sprache an sich, zur puren Fabulierkunst. Allerdings verließen etliche der literarischen Helden Irland, um im Exil zu leben und zu sterben. Unter dem "Free State Government" waren mehr als 10000 Autoren verboten, so auch George Bernhard Shaw, Samuel Beckett, William Butler Yeats, Sean O’Casey und Oscar Wilde. Sie alle entflohen dem katholischen Muff, der verklemmten Sexualmoral, der bornierten Zensur der jungen Republik.
Musik
Irland hat eine reiche Tradition an Volksmusik aufzuweisen. Es war üblich, daß die irischen Familien abends zusammensaßen, um gemeinsam zu musizieren. Oder aber sie gingen während ihrer knappen Freizeit, vor allem in den ländlichen Regionen des Landes, in das Céilí-Haus, dem Treffpunkt für Jung und Alt. Dort wurde Karten gespielt, gesungen und musiziert. Viele der Lieder - hauptsächlich Tänze wie Polkas, Jigs, Märsche und langsame Vokalstücke - stammen aus dem 18./19. Jahrhundert. Die Planxies, alte irische Harfenstücke, haben ihre Wurzeln sogar im 17. Jahrhundert. Im Gegensatz zu heute war die traditionelle irische Musik nicht nur zum Zuhören, sondern zum Tanzen da. Auf den unbedarften Nur-Zuhörer wirken die sich immer wiederholenden Taktfolgen auf Dauer eintönig. Zu den häufigsten Musik- und beliebtesten Begleitinstrumenten gehören das zweireihige Akkordeon, die Blechflöte (Tin Whistle), die Geige (Fiedel) und die Querflöte. Für den Grundrhythmus sorgt mit seinem tiefen Klang der Bodhrán, eine mit Ziegenfell bespannte Handtrommel. Der Bodhrán ist eines der ältesten irischen Instrumente. Wichtig ist weiterhin die Uilleann Pipe, die irische Version des Dudelsackes. Im Gegensatz zu den schottischen Dudelsäcken wird die Uilleann Pipe nicht mit der Lunge, sondern mit dem Ellbogen betrieben (uille = Ellbogen). Anders als die Uillean Pipe hat die Fiedel keinen irischen Ursprung, sie kam vermutlich im 18. Jahrhundert mit Kesselflickern über Wales und Schottland nach Irland. Es handelt sich dabei um eine ganz normale Violine, die allerdings nicht auf klassische Art gespielt wird. Im 18. Jahrhundert war die Geige schon so beliebt, daß sich Spieler damit ihren Lebensunterhalt verdienen konnten. Durch die Große Hungersnot geriet die Volksmusik ins Abseits. Wandermusikanten verkamen zu Bettlern, oft waren die Fiedler blind. Mit wachsendem Nationalbewußtsein erwachte die traditionelle Musik wieder zu neuem Leben und brachte legendäre Musiker wie Denis Murphy und Michael Coleman hervor. Letzterer ging 1916 in die USA und produzierte dort Schellackplatten. Die Tradition des gemeinsamen Musizierens jedoch verebbte allmählich, und in den 40er Jahren galt die irische Musik als ausgestorben. "Singing Pubs" waren so gut wie unbekannt, und noch in den 70ern waren Singen und Musizieren in den meisten Pubs sogar untersagt. Jedoch gibt es seit den 60er Jahren eine starke Wiederbelebung der irischen Folk-Musik. Im internationalen Musikgeschäft kam die irische Folk-Musik durch Einbeziehung moderner Rockelemente in den 70er Jahren zu ihren Höhepunkt: die Dubliners, die Fureys oder die Chieftains, um nur einige zu nennen, spielten vor ausverkauften Hallen. Diese Popularität hat sich zwar wieder abgebaut, aber dennoch gilt die irische Volksmusik als die populärste Folkrichtung in Deutschland. Aber auch in der Rockmusik haben irische und amerikanische Künstler die amerikanischen und europäischen Charts gestürmt. Irische Interpreten wie Van Morrison und Them, Chris de Burgh, Rory Gallagher und die Boomtown Rats sind längst legendär. Auch U2 und Sinead O’Connor zehren von den Traditionen der Irischen Folk-Musik, wobei sie jetzt aber auch irische Themen behandeln, beispielsweise die Große Hungersnot, Arbeitslosigkeit, den Bürgerkrieg in Nordirland. U2 wurde übrigens von dem Musikkanal MTV als beste Rockgruppe des Jahres 1995 ausgewählt. Im Bereich der Klassischen Musik hat Irland nur wenige große Komponisten hervorgebracht. Zu nennen sind Charles Stanford (1852-1924) und der auf dem Kontinent relativ unbekannte E. J. Moeran (1844-1950). Während Stanford vornehmlich Chormusik schuf, widmete sich Moeran in seiner Symphonie in g-moll der musikalischen Landschaftsbeschreibung der Grafschaft Kerry.
Wirtschaft
Irland ist ein Agrar-Industrie-Staat und seit 1973 Mitglied in der EU. Das Land gilt als eines der ärmsten und wirtschaftlich rückständigsten Länder Europas. Die Löhne betragen nur etwa 60% des europäischen Durchschnitts, und die Statistiken zeigen, daß es noch lange dauern wird, ehe Irland den wirtschaftlichen Standard der übrigen EU-Staaten erreicht hat. Irland gehört zu den Ländern mit der weltweit höchsten Pro-Kopf-Verschuldung. Das vorrangige Problem der irischen Wirtschaft ist die hohe Arbeitslosenquote von bis zu 18%, deren Ursache vor allem in der nur in Grundzügen entwickelten Industrie des Landes liegt. Der chronische Arbeitsplatzmangel zwingt nach wie vor zahllose Iren zur Emigration. Dies betrifft vor allem junge Akademiker, die meist direkt nach der Ausbildung das Land verlassen. Ca. 16% der Beschäftigten arbeiten in der Landwirtschaft. Weit über die Hälfte des Landes wird als Weidefläche für Rinder, Schafe, Pferde und Schweine genutzt. Die überwiegende Anzahl der Iren ist im Dienstleistungsgewerbe beschäftigt. Durch den öffentlichen Dienst und die etwa 100 staatlichen Unternehmen fungiert der Staat selbst als größter Arbeitgeber des Landes. Die wichtigsten Staatsbetriebe sind das National Verkehrsunternehmen Córas Iompair Eireann (CIE) und das Torfamt Bord na Móna. Zu den wichtigsten Exportartikeln gehören Mastvieh, Fleisch, Maschinen und Transportmittel, Textilien, Metallerze, chemische Erzeugnisse und Bier. Die wichtigsten Haupthandelspartner sind Großbritannien, in weitem Abstand gefolgt von den USA, Deutschland und Belgien. An Bodenschätzen werden besonders Steinkohle, daneben auch Blei, Kupfer, Silber, Quecksilber und Torf abgebaut. Noch bis in die 50er Jahre hinein wurde die Fischerei saisonal, also nach Ende des landwirtschaftlichen Jahres von November bis April, von Kleinbauern betrieben. Erst in jüngster Zeit hat das staatliche Seefischereiamt Bord Lascaigh Mhara durch den Ausbau moderner Fischereihäfen, der Einführung moderner Fangmethoden und dem Einsatz besserer Schiffe die Hochseefischerei gefördert. Der gute Ruf irischer Fangprodukte geht auf den Umstand zurück, daß die Atlantikküste noch weitgehend von Umweltverschmutzung verschont worden ist. Die Energiewirtschaft des Landes ist stark von dem Import fossiler Energieträger abhängig - die Republik selbst besitzt lediglich ein Erdgasfeld im County Cork, das eine Reserve bis etwa in das Jahr 2000 darstellt, sowie die bedrohlich schwindenden Torfvorkommen. Nur 21% des heimischen Energiebedarfs können durch eigenes Erdgas und durch Torf gedeckt werden. Erst in den 70er Jahren wurden alle Haushalte an das Stromnetz angeschlossen. Wegen des Kapitalmangels gibt es noch keine Kernkraftwerke in Irland. Als alternative Energiequelle scheint am zukunftsträchtigsten die Windenergie zu sein. So werden die Bewohner von Cape Clear Island durch Windräder mit Energie versorgt. Großes Gewicht wird außerdem auf die Ausnutzung der Wasserkraft gelegt.
Gesellschaft
In der Vorstellung des Auslands wird Irland von Leuten bewohnt, die rothaarig und sommersprossig sind. Diesen Typ gibt es zwar, aber die Mehrheit der Iren besitzt braune Haare. Knapp 30% aller Einwohner ist jünger als 30 Jahre. In Irland sind Familien mit sechs oder sieben Kindern keine Seltenheit. Bedenkt man den Kinderreichtum der Iren, erscheint es verwunderlich, daß die Bevölkerungsstruktur eine Zunahme der über 65jährigen erkennen läßt. Die Republik Irland zählt derzeit (1997) rund 3.7 Millionen Einwohner. Die Einwohnerdichte differiert regional stark. In Mayo liegt sie bei 20 Einwohnern pro Quadratkilometer, in Dublin hingegen bei 1111. Im industriellen Osten der Insel lebt über die Hälfte der Bevölkerung, mehr als eine Million Menschen in Dublin und näherer Umgebung. In diesem Teil des Landes befinden sich auch zwei Drittel aller Büroarbeitsplätze. An die 36% der Einwohner leben allein in den Städten Dublin, Limerick, Cork, Waterford und Galway. Die Tendenz zur Landflucht geht weiter. Es besteht allgemeine Schulpflicht vom 6. bis zum 15. Lebensjahr. Während die Grundschulen staatlich sind, werden die weiterführenden Schulen vorwiegend von religiösen Orden oder privaten Institutionen unterhalten, meist jedoch mit finanzieller Unterstützung durch den Staat. An einer Anzahl Primarschulen und einigen höheren Schulen wird in irischer Sprache unterrichtet. Es gibt seit 1592 zu Universität von Dublin, außerdem die Nationaluniversitäten mit Teilhochschulen in Dublin, Cork und Galway.
Sprache
In Irland gibt es zwei Amtssprachen: die erste ist Gaelisch und die zweite Englisch. Der Verfassung nach ist die irische Sprache die erste Sprache des Landes. Das Irische gehört zur keltischen Sprachgruppe der indoeuropäischen Sprachfamilie. Das gaelische Irisch ist eine sehr wort- und nuancenreiche Sprache. Das Alphabet besitzt nur 18 im Vergleich zu unseren 26 Buchstaben. Die Aussprache ist sehr schwierig und variiert erheblich von Region zu Region. Von allen keltischen Sprachen ist das irische Gaelisch am weitesten verbreitet, denn als offizielle Landessprache ist es nicht nur das Idiom einer nationalen Minderheit. Die Oberherrschaft des Englischen steht dabei nicht in Frage, es wird von nahezu 90% der Bevölkerung gesprochen. Seit dem 16. Jahrhundert wurde das Gaelische immer mehr durch das Englische verdrängt. 1851 sprach nur noch ein Drittel der Bevölkerung Gaelisch, 1911 sogar nur noch ein Achtel. Am Ende des vorigen Jahrhunderts begann eine Wiederbelebung. 1893 wurde die Gaelic League gegründet mit dem Ziel der Förderung der Gaelischen Sprache. Die Erhaltung des Gaelischen war eines der Ziele der jungen irischen Republik, und daher wurden die sogenannten Gaeltacht Gebiete besonders gefördert. Gaeltacht Gebiete sind jene Regionen, in denen vorwiegend Gaelisch gesprochen wird und in denen besondere traditionelle Sitten und Gebräuche noch erhalten sind. Man schätzt, daß heute zwischen 5 und 10% der Iren Gaelisch sprechen. Weitaus durchsetzungsfähiger ist die gaelische Sprache auf dem Gebiet der Ortsnamen. 86% von diesen haben gaelischen Ursprung. Die meisten beziehen sich direkt auf die geographischen Gegebenheiten.
Verwaltung
Die Gliederung der Insel in vier Provinzen stammt noch aus der Zeit der keltischen Besiedlung: Leinster im Osten, Munster im Südwesten, Connaught im Westen, Ulster im Norden. Diese historisch gewachsene Aufteilung der Insel hat aber für die heutige Verwaltung kaum Bedeutung. Die heutige Verwaltungsgliederung basiert auf der späteren Einteilung des Landes in Grafschaften, die Counties. Es gibt in der Republik 26, dazu kommen die fünf grafschaftsfreien County Boroughs Dublin, Cork, Limerick, Waterford und Galway. Im Gegensatz zu den historisch gewachsenen Provinzen wurden die Counties durch elizabethanische Gouverneure eingerichtet, die dadurch das Land besser kontrollieren konnten. Die Nationalhymne wurde 1907 von Peadar Kiarney verfaßt und hat einen starken kriegerisch-patriotischen Unterton. Die Polizei (Garda Síochána) leistet dennoch ihren Dienst ohne Waffe. Die Nationalfarben der Iren sind Grün, Weiß, Orange. Bis zum Osteraufstand von 1916 war das Symbol des Landes die Harfe auf grünem Grund. 1922 erhob die neugegründete Republik die grün-weiß-orange Staatsflagge zum Symbol der Versöhnung: Grün als Farbe der katholischen Kelten, Orange als Farbe der protestantischen Orangisten des Nordens (benannt nach William of Orange). Das Weiß zwischen den beiden Farben symbolisiert die Friedensfahne zwischen den beiden Glaubensgemeinschaften.
Politik
Die demokratisch-parlamentarische Republik Irland hat sich 1949 konstituiert, als die letzten staatsrechtlichen Bindungen an Großbritannien gelöst wurden. Das Parlament (Oireachtas) besteht aus zwei Kammern, dem Abgeordnetenhaus (Dáil Éireann) und dem Senat. Die Wahlen der Abgeordneten finden alle fünf Jahre statt, während der Staatspräsident seit 1937 alle sieben Jahre gewählt wird. Der Staatspräsident (Tuachterán na Éireann) wird für höchstens zwei Amtsperioden direkt vom Volk gewählt, was bisher jedoch erst fünfmal vorkam. In den anderen Fällen wurde im Einklang mit der Verfassung auf eine Wahl verzichtet, da nur ein Kandidat nominiert war. Der Regierungschef (Taoiseach = Führer, Befehlshaber, Oberhaupt) muß im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit haben, dann kann er seine Minister ernennen. Die Macht der Exekutive ist nur von der Verfassung beschränkt. Parlament und Opposition haben nicht viel zu sagen, z.B. gibt es keine parlamentarischen Ausschüsse. Seit 1973 ist die Republik Mitglied der EU.
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